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Mehrheit der Verbraucher für Hinweise auf "Mogelpackung" im Supermarktregal

Mit versteckten Preiserhöhungen versuchen manche Hersteller, Verbraucher auszutricksen. Kunden fordern bessere Hinweise. Auch die Politik will handeln.

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Künftig könnten gleichbleibend große Verpackungen bei verringertem Inhalt in den Supermärkten unzulässig sein.
Künftig könnten gleichbleibend große Verpackungen bei verringertem Inhalt in den Supermärkten unzulässig sein. © Symbolbild: dpa/Sven Hoppe

Berlin. Eine große Mehrheit der Verbraucher in Deutschland hat sich in einer Umfrage für Hinweise auf sogenannte Mogelpackungen in Supermarkt-Regalen ausgesprochen. Mit "Mogelpackung" ist die Praxis gemeint, dass Produkte mit weniger Inhalt zum gleichen oder sogar höheren Preis angeboten werden.

In einer repräsentativen Yougov-Umfrage befürworteten es 77 Prozent der Befragten, wenn Supermärkte entsprechende Hinweise am Regal anbringen, um "Mogelpackungen" für Kunden zu kennzeichnen. 13 Prozent würden dies ablehnen, 10 Prozent machten keine Angabe, wie Yougov am Freitag weiter mitteilte. Unter den Befragten ab 55 Jahren sei die Zustimmung zu Hinweisen am höchsten (87 Prozent). Yougov befragte nach eigenen Angaben am 21. September in Deutschland 2360 Personen ab 18 Jahren.

Die Stiftung Warentest hatte zuletzt vor versteckten Preiserhöhungen gewarnt - vor "Shrinkflation", also vor geschrumpftem Inhalt in kaum merkbar veränderter Verpackung bei oft demselben Preis. Der Begriff kombiniert das englische Wort "to shrink" ("schrumpfen") mit "Inflation".

Verbraucherschutzministerin will handeln

Verbraucherschutzministerin Steffi Lemke will gegen versteckte Preiserhöhungen im Einzelhandel vorgehen. "Mogelpackungen sind ein großes Ärgernis. Hier werden die Verbraucherinnen und Verbraucher in die Irre geführt", sagte die Grünen-Politikerin dem "Handelsblatt". "Dem möchte ich einen Riegel vorschieben."

Demnach sollten künftig gleichbleibend große Verpackungen bei verringertem Inhalt unzulässig sein. Das gleiche gelte, wenn der Inhalt gleich bleibe und die Verpackung vergrößert werde.

"Solche Praktiken sind sowohl aus Sicht des Verbraucherschutzes als auch aus Sicht der Abfallvermeidung problematisch", betonte Lemke. Entsprechende Vorgaben sollen bei der Novellierung des Verpackungsgesetzes gemacht werden. Ein Gesetzentwurf durchläuft laut dem Bericht derzeit die regierungsinterne Ressortabstimmung.

Der SPD-Verbraucherpolitiker Carsten Träger nannte die angestrebte Gesetzesänderung einen "notwendigen Schritt für den Umwelt- und Verbraucherschutz". Die FDP-Verbraucherpolitikerin Katharina Willkomm stellte sich gegen die Gesetzespläne: "Ein gesetzliches Schrumpfungsverbot braucht es nicht." Verbraucher, die sich vom Produkt verschaukelt fühlten, sollten beim nächsten Einkauf konsequent die Marke wechseln, sagte sie der Zeitung.

Verbraucherschützer kritisieren "Mogelpackungen" schon länger als Verbrauchertäuschung und Abzocke. Jüngst hatte auch die Stiftung Warentest vor "Shrinkflation" gewarnt - also vor geschrumpftem Inhalt in kaum merkbar veränderter Verpackung. (dpa)