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Hunderttausende Sachsen haben ein 9-Euro-Ticket gekauft

In Sachsen ist das 9-Euro-Ticket im ersten Monat zu einem Verkaufsschlager geworden. Es sorgt aber auch auf manchen Strecken für Überfüllung, vor allem am Wochenende.

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Im Juni erworbene 9-Euro-Tickets sind nur bis 30.06. gültig - egal, an welchem Junitag sie gekauft wurden. Für den Juli brauchen Fahrgäste einen neuen Fahrschein.
Im Juni erworbene 9-Euro-Tickets sind nur bis 30.06. gültig - egal, an welchem Junitag sie gekauft wurden. Für den Juli brauchen Fahrgäste einen neuen Fahrschein. © dpa/Frank Rumpenhorst

Leipzig. Die Sachsen haben das 9-Euro-Ticket sehr gut angenommen und fahren seit Anfang Juni deutlich mehr Bus und Bahn. Das Ticket sei sehr beliebt, jeder dritte Einwohner im Gebiet des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV) habe eines, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Insgesamt wurden demnach im MDV-Gebiet mittlerweile etwa 380.000 Stück über Apps, an Ticketautomaten und bei den Fahr- und Servicepersonalen verkauft.

Hinzu kämen nochmals rund 275.000 Abonnenten, Studierende und Schüler, deren Abo automatisch als 9-Euro-Ticket gilt. Zu dem Verbund gehören die Städte Halle (Saale) und Leipzig sowie die Landkreise Leipzig, Nordsachsen, der Saalekreis, der Burgenlandkreis und der Landkreis Altenburger Land.

Beim MDV rechnet man zum Monatsbeginn im Juli und August erneut mit einer starken Nachfrage. Insgesamt verzeichnen die 14 im MDV zusammengeschlossenen Nahverkehrsunternehmen ein gestiegenes Fahrgastaufkommen in den Bussen, Straßenbahnen und Zügen.

Insbesondere an den Wochenenden und zu den Pendlerstoßzeiten sind die Fahrzeuge deutlich stärker ausgelastet, wie die Sprecherin sagte. Bisher sei aber alles, bis auf wenige Ausnahmen, geordnet abgelaufen.

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Auch der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO), zu dem auch die Landeshauptstadt Dresden gehört, verzeichnete insbesondere im Freizeitverkehr eine hohe Nachfrage. Dies betreffe die Strecken von Dresden Richtung Sächsische Schweiz, Richtung Leipzig und nach Norden, wie ein Sprecher mitteilte. Es sei vor allem zu den Hauptverkehrszeiten zu Überfüllung gekommen. Verbundweite Zahlen zum Verkauf des Ticket würden hier jedoch erst in einigen Wochen vorliegen.

Alleine im Raum Leipzig wurden bislang rund 180.000 Tickets verkauft. Vor allem zum Verkaufsstart Ende Mai habe es einen Ansturm gegeben, sagte der Sprecher der Leipziger Verkehrsbetriebe, Frank Viereckl. "Wir haben alles auf die Schiene und Straße gebracht, was wir haben und mussten keine Zusatzfahrten anbieten, weil die Auslastung derzeit bei 86 Prozent im Vergleich zu der Vor-Coronazeit liegt." Es sei nicht zu überfüllten Bussen und Bahnen oder eine Überforderung des Systems gekommen.

Das Ticket ist eine Reaktion auf die stark gestiegenen Energiekosten und soll bundesweit als Entlastungsmaßnahme dienen. Es wird in den Monaten Juni, Juli und August angeboten und gilt deutschlandweit für Fahrten mit Bussen, Straßen- und Regionalbahnen in der 2. Klasse. Für jeden Monat wird ein Extra-Ticket ausgestellt. (dpa)