Update Sachsen
Merken

Nachtzug verbindet ab Frühjahr 2024 Dresden mit Prag und Brüssel

Im kommenden Jahr bekommt Sachsen eine neue Nachtzugverbindung: Das Unternehmen European Sleeper will sein Angebot erweitern und plant auf der Strecke Prag-Brüssel Stopps in Dresden und Bad Schandau.

Von Fabian Deicke
 3 Min.
Teilen
Folgen
Blick in das Schlafabteil des European Sleepers. Der Nachtzug verbindet auch bald Dresden mit Prag und Brüssel.
Blick in das Schlafabteil des European Sleepers. Der Nachtzug verbindet auch bald Dresden mit Prag und Brüssel. © PR/European Sleeper

Dresden. Ab dem 20. März 2024 gibt es in Dresden eine neue Nachtzugverbindung. Wie das belgisch-niederländische Unternehmen European Sleeper mitteilt, werde es im Frühjahr kommenden Jahres sein bereits bestehendes Angebot auf der Strecke zwischen Brüssel und Berlin auch nach Prag erweitern. Auf ihrem Weg nach Tschechien halten die Züge dann ebenfalls in der sächsischen Landeshauptstadt.

Außerdem ist ein Stopp in Band Schandau in der Sächsischen Schweiz geplant, heißt es von European Sleeper auf Anfrage von Sächsische.de. Damit würde sich insbesondere für Reisende in die Kletter- und Wanderregion ein neuer attraktiver Anschluss ergeben. Die Züge sind ausgestattet mit Schlafabteilen und Bereichen mit Sitzplätzen. Außerdem gibt es kostenloses W-LAN an Bord.

Mit dem Angebot sollen allerdings nicht nur Touristen angesprochen werden. Auch Geschäftsreisende und Personen, die in den EU-Institutionen tätig seien, gehören zur Zielgruppe, hieß es in früheren Mitteilungen von European Sleeper.

Das untermauern auch die Haltepunkte des seit Mai diesen Jahres in Betrieb befindlichen ersten Teilabschnitts zwischen Brüssel und Berlin. Auf ihrem Weg nach Belgien über die Niederlande werden unter anderem die Großstädte Amsterdam, Den Haag, Rotterdam und Antwerpen angesteuert.

Ursprünglich war die komplette Strecke Brüssel-Prag bereits für Sommer 2022 geplant gewesen. Das Projekt verzögerte sich allerdings. "Ein Grund [...] sind die Gleisarbeiten im Elbtal und die komplizierten Verfahren der DB Netz zur Vergabe der begrenzten Gleiskapazitäten", sagte Chris Engelsman, Geschäftsführer von European Sleeper kürzlich gegenüber Sächsische.de. Inzwischen habe das Unternehmen die erforderliche Zuteilung von Gleiskapazitäten durch das Elbtal aber erhalten, so dass es im Frühjahr losgehen könne.

Ein weiterer Grund für den verspäteten Start der Verbindung sei auch gewesen, "dass wir nicht genügend Schlafwagen auftreiben konnten", gibt das Unternehmen an. Doch auch dieses Problem sei nun gelöst.

Diese Grafik des Unternehmens European Sleeper zeigt es: Seit Mai 2023 verkehrt der Nachtzug bereits zwischen Berlin und Brüssel. Ab März 2024 fährt er dann auch bis Prag.
Diese Grafik des Unternehmens European Sleeper zeigt es: Seit Mai 2023 verkehrt der Nachtzug bereits zwischen Berlin und Brüssel. Ab März 2024 fährt er dann auch bis Prag. © European Sleeper

Für das noch junge Eisenbahnunternehmen European Sleeper ist der Nachtzug Brüssel-Prag die erste Verbindung überhaupt. Das belgisch-niederländische Start-up hatte sich im Mai 2021 gegründet und setzt auf den immer größer werdenden Trend, in Nachtzügen statt im Auto oder Flugzeug zu reisen.

Europaweit gibt es immer mehr Verbindungen. Bisher ist das Angebot an Strecken, die durch Sachsen führen, allerdings noch überschaubar. Der Nightjettrain von Berlin nach Zürich hält in Leipzig und der Nachtzug von Prag nach Zürich in Dresden und Leipzig. Mit der Verbindung von Prag nach Brüssel über Dresden und Bad Schandau kommt nun bald ein dritter reiner Nachtzug hinzu.

Genaue Abfahrtzeiten in Dresden und Bad Schandau schon bekannt

An welchen Tagen genau der European Sleeper fahren wird, steht auch schon fest. Der Zug fährt jeweils sonntags, dienstags und donnerstagabends in Richtung Brüssel und hält um 19.59 Uhr in Bad Schandau, 20.30 Uhr am Dresdner Hauptbahnhof und um 20.37 Uhr am Bahnhof Dresden-Neustadt. Die Ankunft in an der Endstation in Belgien ist am nächsten Morgen.

Der Nachtzug in Richtung Prag fährt kommt am Dienstag-, Donnerstag- und Samstagmorgen nach Sachsen, hält zuerst in Dresden-Neustadt (8:20 Uhr), dann am Dresdner Hauptbahnhof (8:29 Uhr) und schließlich noch in Band Schandau (8:56 Uhr).