Wasserstoffnetz: Grüne bezichtigen Koalitionspartner CDU der Lüge

Dresden. Die sächsischen Regierungsparteien CDU und Bündnis 90/Grüne sind über das zukünftige Wasserstoffnetz im Freistaat in Streit geraten. Grünen-Landeschefin Christin Furtenbacher unterstellte der Union am Freitag "falsche Behauptungen".
Die Kommentare von CDU-Landtagsabgeordneten zum geplanten Wasserstoff-Kernnetz "strotzen nur so von Desinformation", teilte sie mit. Es sollte der Union bekannt sein, dass ihr Parteikollege, Umweltminister Wolfram Günther, die sächsischen Interessen "sehr klar gegenüber der Bundesregierung artikuliert hat". Das Schreiben sei auch von Ministerpräsident Michael Kretschmer mit verfasst worden.
Sachsens CDU-Generalsekretär Alexander Dierks hatte am Donnerstag öffentlich kritisiert, der jüngste Wasserstoff-Plan von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) enthalte "nur unzureichende Ergänzungen". Eine Anbindung von Chemnitz, Boxberg, Görlitz, Zittau sowie Sayda/Freiberg sei "unerlässlich". Zuvor hatten bereits Wirtschaftsvertreter bemängelt, Südwestsachsen und die Lausitz gingen bei dieser Zukunftstechnologie leer aus.
Furtenbacher hingegen betonte nun, Chemnitz und Südwestsachsen würden sehr wohl angeschlossen und "bedarfsgerecht mit Wasserstoff versorgt, im zweiten Schritt des Ausbauplans". Die Arbeit im Chemnitzer Wasserstoff-Forschungszentrum werde nicht beeinträchtigt. Es sei "absolut unverantwortlich", dass Landtagsabgeordnete der CDU Unwahrheiten verbreiteten, "obwohl sie es besser wissen".
Unterdessen begann das Wasserstoffunternehmen Sunfire in Dresden in dieser Woche mit dem Aufbau seines Forschungs- und Entwicklungszentrums. Rund 30 Millionen Euro werden investiert. Firmenchef Nils Aldag zufolge werde man sich in der sächsischen Landeshauptstadt verdoppeln. "Das gilt sowohl für die Zahl der Mitarbeitenden als auch für die Fläche". Sunfire hat derzeit 500 Beschäftigte. Rund 400 davon arbeiten in Dresden. Ende August hatte Habeck dem Unternehmen eine Förderung von 162 Millionen Euro übergeben.