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Zittau

Im Zittauer Museum ist jetzt tierisch was los

Die für Ende 2020 geplante Ausstellung über den heimischen Maler Rudolf Schramm kann endlich gezeigt werden. Es ist die erste in dieser Größe überhaupt.

Museumsdirektor Peter Knüvener kann Besuchern endlich die Ausstellung über die Werke Rudolf Schramms zeigen. Die sollte eigentlich Abschluss für 2020 sein.
Museumsdirektor Peter Knüvener kann Besuchern endlich die Ausstellung über die Werke Rudolf Schramms zeigen. Die sollte eigentlich Abschluss für 2020 sein. © Rafael Sampedro/foto-sampedro.de

Peter Knüvener ist von den Werken Rudolf Schramms im Zittauer Museum begeistert. Vor allem das Ölgemälde Nr. 19 namens "Fliegende Reiher" aus dem eigenen Bestand hat es dem Direktor angetan. "Es strahlt eine solche Dynamik und Lebenskraft aus, das ist einfach toll", sagt er. Das 1,50 mal 2 Meter große Werk gehört auch zu jenen drei Bildern, die in Vorbereitung der neuen Sonderausstellung umfangreich restauriert werden konnten. Darauf sei man stolz, sagt der Museumschef.

Eine solche Verjüngungskur erhielt auch das einst im Bürgersaal des Rathauses platzierte Ehrenmal "Der heilige Georg im Kampf mit dem Drachen". Gerade zu diesem Bild gab es in der Vergangenheit mehrere, teilweise recht widersprüchliche Interpretationen. Nach Kriegswende im Rahmen der "Entfernung von belastenden Denkmälern" abgehängt, hatte sich vorerst jede Spur verloren. Erst 2018 wurde es hinter einem Regal mit der bemalten Seite zur Wand entdeckt - und strahlt nun wieder in alter Schönheit.

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Eigentlich wollte das Zittauer Museum mit der Eröffnung der Sonderausstellung "Natur im Porträt – Rudolf Schramm-Zittau und die Tiermalerei" das Jahr 2020 gebührend abschließen. Dieser Höhepunkt bot sich auch anlässlich des 70. Todestages des 1874 in in der Stadt geborenen Künstlers an. Doch durch die angespannte Corona-Situation klappte das nicht. Nun ist die Freude bei Museumsdirektor Peter Knüvener und seinem Team groß, endlich wieder Besucher begrüßen zu dürfen - unter Einhaltung der Hygiene-Regeln.

"Es ist die erste Ausstellung dieser Größe über das Werk des bedeutenden Zittauer Malers überhaupt", berichtet er. "Und wir sind froh, dass es uns voriges Jahr schon gelungen ist, neben seinen, teilweise kaum gezeigten Werken aus dem eigenen Fundus, zahlreiche Leihgaben und Dauerleihgaben zu bekommen." Insgesamt 77 Exponate erwarten die Besucher, viele von ihnen sind großformatig. Die malerischen Qualitäten Schramms - der seinem Namen selbst den Zusatz Zittau gab - zeugen von seiner Liebe zur Natur. Im Mittelpunkt steht dabei immer wieder das Federvieh. Neben Enten, Gänsen, Hühnern und Puten gibt's aber auch Wildtiere wie Fuchs, Reh und Hirsch zu sehen.

"Dabei ging es ihm aber offensichtlich nie darum, eine Art an Kitsch grenzender heimatliche Idylle darzustellen", so Peter Knüvener. "Ihm ging es vielmehr darum, das, was er tatsächlich in der Natur sah und erlebte, auf die Leinwand zu bringen." Aus diesem Grund habe er sich wohl vorwiegend hinaus auf den Bauernhof, an den Bach und das Ufer des Sees sowie in den Wald begeben. Davon zeuge die reiche Zahl vorliegender Skizzenbücher. Mehrmals habe Schramm auch gleiche Motive in vielen Varianten gemalt, die sich teilweise nur unwesentlich voneinander unterscheiden. Immer falle es dem Betrachter recht leicht, die Gefühle und Stimmungen des Künstlers nachzuempfinden. Und das, obwohl oder besonders weil dessen Bilder keine fotografischen Kopien sind.

Die Ausstellung steht Besuchern bis zum 20. Juni offen. Auch danach werden laut Peter Knüvener die Hauptwerke – etwa die Hälfte der jetzigen Exponate – bis 22. August im alten Bibliotheksgewölbe ausgestellt.

  • Wandkalender, limitierte Auflage: Natur im Porträt. Rudolf Schramm-Zittau und die Tiermalerei, A3 (29,7 cm x 42,0 cm), 14 Seiten, 15 Euro
  • Ausstellungskatalog: Katrin Bielmeier: Natur im Porträt. Rudolf Schramm-Zittau und die Tiermalerei, 96 Seiten, zahlreiche Abbildungen, ISBN: 978-3-7319-0427-4, 14,95 Euro

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