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Zittau

Investieren im Corona-Lockdown

Trotz fehlender Einnahmen geben Zittauer Unternehmer Geld aus, um ihre Einrichtungen oder Geschäfte zu modernisieren. Wie das Westpark-Center. Schon wieder.

Heiko Wasser im renovierten Küchenbereich des Westpark-Centers.
Heiko Wasser im renovierten Küchenbereich des Westpark-Centers. © Westparkcenter

Heiko Wasser plant schon wieder. Ein neues großes Projekt steht an. Eine sechsstellige Summe soll dafür ins Westpark-Center Zittau investiert werden. Derzeit wartet Heiko Wasser noch auf die Finanzierungszusage. Sobald diese vorliegt, könnte begonnen werden. Es wäre die dritte größere Investition innerhalb eines Jahres - und das in Corona-Zeiten.

So wie auch andere Freizeiteinrichtungen ist das Westpark-Center derzeit geschlossen. Für Heiko Wasser, der seit 2006 im Unternehmen tätig, seit Mai 2016 Geschäftsführer und seit Dezember 2019 nun auch Eigentümer ist, bedeutet das keinerlei Einnahmen. Klagen hört man den Westpark-Center-Chef deshalb nicht. Er nutzt die Zwangsschließung vielmehr dazu, geplante Projekte umzusetzen. So wurde im vorigen Sommer die Schwimmhalle saniert. Mit rund 325.000 Euro war es die größte Investition in der 24-jährigen Geschichte der Zittauer Multifunktionshalle.

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Geplant waren die Arbeiten eigentlich erst in zwei Jahren. Aber wenn nun mal der Betrieb stillsteht, wollte Heiko Wasser die Zeit nutzen, um das Hallenbad auf einen hochmodernen und technisch neuesten Stand zu bringen.

Der Deutsche Alpenverein Zittau hatte im vergangenen Sommer ebenfalls kräftig in die Kletterhalle im Westpark-Center investiert. Hier flossen rund 60.000 Euro in die Erweiterung der Kletter- und Boulderfläche.

Das Hallenbad wurde im vorigen Sommer auf den technisch neuesten Stand gebracht.
Das Hallenbad wurde im vorigen Sommer auf den technisch neuesten Stand gebracht. © Westparkcenter

Viel nutzen konnten die Besucher das sanierte Schwimmbad noch nicht - denn wenige Wochen nach der Wiedereröffnung musste es ab Anfang November wieder schließen. Bund und Länder hatten zum zweiten Mal einen Lockdown beschlossen. Erneut eine unsichere Zeit für Zittaus größte Freizeiteinrichtung.

Auch diesmal wollte der 33-Jährige nicht untätig bleiben. "Zweiter Lockdown = zweite Baustelle = Chance genutzt!", sagt Heiko Wasser. Küche, Lager- und Personalräume wurden auf Vordermann gebracht. Alle Fußböden, Wände und Decken wurden erneuert. LED-Beleuchtung wurde eingebaut, einige technische Anlagen umgebaut und teilweise ausgetauscht. Neue Arbeitsmaterialien und Gerätschaften wurden angeschafft, neue Spinte und Duschen eingebaut. "Es war ebenfalls ein Projekt, das sich nur bei einer Betriebsschließung vernünftig realisieren lässt", erklärt der Westpark-Center-Chef.

Als diese Investition angegangen wurde, rechnete Heiko Wasser noch mit einem vierwöchigen Lockdown. Inzwischen ist das Westpark-Center seit dreieinhalb Monaten geschlossen - und ein Termin für die Wiedereröffnung steht noch nicht fest.

Dennoch ist der Westpark-Center-Chef überzeugt, dass die Erneuerung der Küche, Lager- und Personalräume richtig war. "Der Zeitpunkt war gut", findet der 33-Jährige. Dank Rücklagen konnte die Investition in Höhe von rund 25.000 Euro komplett aus eigenen Mitteln finanziert werden - wie auch die Erneuerung des Hallenbades. "Der Sommer lief bei uns relativ gut", erklärt Heiko Wasser. Das sei auch nicht jedes Jahr so.

Wiedereröffnung frühestens nach Ostern?

Der Westpark-Center-Chef geht von einer Wiedereröffnung frühestens nach Ostern aus. Zittaus größte Freizeiteinrichtung werde diese Zeit überstehen, versichert Heiko Wasser. "Finanziell stehen wir gut da", sagt er und fügt hinzu: "Die Staatshilfen sind in meinen Augen passend und ausreichend. Ich kann mich absolut nicht beschweren!" Lediglich die ewig lange Auszahlungsprozedur kann er nicht nachvollziehbar.

Bald wieder für seine Gäste da sein zu können, fände er schön. "Nahezu allen fehlt der Sport ungemein. Gerade die Älteren sehnen sich nach Bewegung, auch im Wasser!" Die Unterstützung durch viele Stammgäste und Mitglieder sei überwältigend, meint Heiko Wasser. "Das ermutigt immer, weiter zu machen." Und zu investieren. Deshalb geht er nun das dritte Großprojekt binnen zwölf Monaten an. Es soll das "Gesamtpaket" des Westpark-Centers abrunden.

Heiko Wasser ist längst nicht der einzige Unternehmer, der trotz fehlender Einnahmen im Lockdown investiert. Auch Zittauer Einzelhändlerin Evelyn Tietz verschönert ihren Kunstgewerbeladen in der Frauenstraße. "Ich bin guter Dinge, dass der Vermieter mitgeht und wir auch weiterhin in dem Geschäft bleiben können", berichtet sie über den aktuellen Stand. Ihr Plan sei es, am 15. März den Laden wieder einzuräumen und ab dem 22. März zu öffnen. "Sofern das unsere Regierung zulässt", fügt sie hinzu.

Gleich neben dem Kunstgewerbeladen, im ehemaligen "Schuhhof", wird ebenfalls gebaut. Hier soll bald das Schuhhaus Kellner einziehen, das derzeit noch ein paar Häuser weiter in der Reichenberger Straße zu finden ist. Und auch Hotelbesitzerin Katrin Scholz investiert in das neue Stadthotel "König Albert" an der Ecke Reichenberger/Albertstraße. Hotels gehören neben dem Einzelhandel und der Gastronomie zu den stark vom Lockdown betroffenen Branchen. Sie dürfen seit Monaten keine touristischen Gäste beherbergen.

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