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Atelier unter freiem Himmel öffnet

Der Bautzener Kunstverein lädt zur Sommerakademie in die Mönchskirchruine ein. Teilnehmer können auch Michelangelo nacheifern.

Kurse der Bautzener Sommerakademie fanden auch im vergangenen Jahr in der Mönchskirchruine statt. Ludmila Biesold beschäftigte sich mit der Technik des Freskos. Archivfoto: Carmen Schumann
Kurse der Bautzener Sommerakademie fanden auch im vergangenen Jahr in der Mönchskirchruine statt. Ludmila Biesold beschäftigte sich mit der Technik des Freskos. Archivfoto: Carmen Schumann © Archivfoto: Carmen Schumann

Bautzen. Der Sommer hält sich fest in den warmen Backsteinen der Mönchskirchruine. Von Zeit zu Zeit schauen ein paar Touristen durch das geöffnete schmiedeeiserne Tor. Edith Böhme und Ida Herrmann nehmen das mittelalterliche Refugium in der Bautzener Altstadt schon mal in Besitz. Ab 26. Juli gehören die beiden Künstlerinnen zum Team der Kursleiterinnen bei der Sommerakademie des Bautzener Kunstvereins.

Für die Woche voller Kunst gibt es nur noch wenige freie Plätze. In die Mönchskirchruine ziehen dann die Ateliers unter freiem Himmel – mit Pavillon zum Schutz gegen Sonne und Regen. Angeboten werden wieder vier Kurse. Beim Thema Mosaik führt Edith Böhme die Teilnehmer in die Welt einer historischen Technik, die im antiken Griechenland ihre erste Hoch-Zeit feierte.

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Die 29-jährige Restauratorin hat in ihrer Jugend selbst an der Bautzener Sommerakademie teilgenommen, deren Ursprünge bis in die Zeit der Außenstelle der Hochschule für Bildende Künste in Nadelwitz reichen. 2017 belebte der Kunstverein die Tradition neu.

Künstlerische Laien aus allen Generationen willkommen

Neben Edith Böhme sind diesmal Ida Herrmann mit einem Plastik-Kurs, Gabi Keil mit Zeichnung und Malerei sowie Danah Weßling mit Fresco-Malerei vertreten. „Etwa die Hälfte der Teilnehmer ist zum zweiten oder dritten Mal dabei. Viele kommen, um neue Techniken kennenzulernen. Bewerben können sich alle ab 14 Jahren“, sagt Jana Böhme, bei der die Organisationsfäden für die Sommerakademie zusammenlaufen. Das Angebot richtet sich an künstlerische Laien aus allen Generationen; insbesondere für Jugendliche sei die Sommerakademie eine Plattform zum Ausprobieren ohne Berührungsängste.

Edith Böhme erinnert sich gern an diese kreativen Sommer. „Ich habe immer gern gezeichnet. Reisen nach Italien haben mich dann auf das Thema Restaurierung gebracht“, sagt die Berlinerin. Nach ihrem Restaurationsstudium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden hat sie sich in der Hauptstadt mit ihrer Werkstatt selbstständig gemacht und auf die Ausbesserung und Erneuerung von Wandmalereien spezialisiert.

Ihre Aufträge führen sie neben Berlin und Brandenburg auch immer mal wieder in die Oberlausitz. So durfte sie sich unter anderem um die Sgraffito-Fassade des fast verfallenen Renaissance-Schlosses Ober-Neundorf bei Görlitz kümmern. Im Brandenburgischen hat die selbstständige Restauratorin ihre Spuren unter anderem im Kloster Chorin hinterlassen.

15 Plätze sind gegenwärtig noch frei

Ida Herrmann dagegen studiert Theaterplastik an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden. Der Weg der gebürtigen Dresdenerin zum Studium führte über Praktika bei einem Restaurator, im Theater und als FSJlerin im Malsaal des Rostocker Volkstheaters. Neben der Hochschulausbildung hat sie schon etliche Theaterprojekte betreut. So sind in ihrer Werkstatt die Puppen für das Opernstück "Pinocchios Abenteuer" an der Staatsoperette „Unter den Linden“ in Berlin entstanden oder Puppen für das Stück „Nichts. Was im Leben wichtig ist“ für das Theater Koblenz.

Bei ihrem Kurs in Bautzen arbeiten die Teilnehmer mit Ton. „Wir formen die entstandenen Figuren mit Gips ab, so dass ein Negativ entsteht. Dann können wir mit diesen Arbeiten weiter experimentieren“, sagt die 26-Jährige.

Gabi Keil ist dagegen den Akademie-Teilnehmern schon gut bekannt. Sie gehört seit Beginn der Neuauflage der Kreativtage im Sommer zum Kursleiter-Team. Die weiteste Anreise hat Danah Weßling. Die Restauratorin kommt von der Hamburger Elbe an die Spree, um ihre Schüler in die Kunst der ältesten Formen der Wandmalereien einzuführen. Bei der Fresko-Malerei werden die farbgebenden Pigmente direkt in den frischen Putz gemalt, so wie es schon Michelangelo tat.

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Mit einer uralten Technik haben sich Teilnehmer der Sommerakademie des Bautzener Kunstvereins beschäftigt - in passender Umgebung.

15 Plätze sind für die Sommerakademie noch frei. Die Kurse finden in der Woche ab 26. Juli montags bis freitags jeweils von 10 bis 17 Uhr statt. Am Dienstag liest die Schauspielerin Elisa Ueberschär Texte von Brigitte Reimann. Der Abschlusstag, der 31. Juli, klingt mit einer kleinen Präsentation der Arbeiten und dem Duo „Salon Pernod“ aus Halle/Saale aus. Vom 11. September bis 24. Oktober werden dann die Kunstwerke der Sommerakademie nochmals in der Alten Wasserkunst in Bautzen ausgestellt.

Anmeldung: zu den Öffnungszeiten in der Galerie Budissin, Schlossstraße 19 in Bautzen, Dienstag bis Sonnabend von 14 bis 18 Uhr, Telefon 03591 42223, E-Mail [email protected]

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