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Jubel

So kommt die SZ in den Briefkasten

Die Putzkauerin Damaris Mühlbauer stellt seit fast 25 Jahren Zeitungen zu. Was sie auf ihren Touren in der Frühe so erlebt.

Der Tag beginnt und die Sächsische Zeitung kommt. In Putzkau sorgt dafür zum Beispiel Damaris Mühlbauer.
Der Tag beginnt und die Sächsische Zeitung kommt. In Putzkau sorgt dafür zum Beispiel Damaris Mühlbauer. © SZ/Uwe Soeder

Wenn der Tag für Damaris Mühlbauerbeginnt, leuchten noch nicht mal die Straßenlaternen. Spätestens 3.30 Uhrliegen ihre Zeitungen am vereinbarten Ablageort. Da klingelt auch der Wecker der Zustellerin, die gegen 4.15 Uhr mit ihrer Arbeit in Putzkau beginnt. „Rund 100 Zeitungen sind es heute, sonnabends etwas mehr wegen der Wochenendabos“, erklärt die Frau an diesem Werktag Ende März.

Ihre wichtigsten Utensilien sind eine Schere, um die Zeitungspakete zu öffnen und eine Taschenlampe, um am frühen Morgen Wege und Briefkästen zu finden. Damaris Mühlbauer parkt, schnappt sich mit einem geübten Griff die nächste Zeitung, klappt sie einmal zusammen und steigt aus. Bis zum Briefkasten, der gleich die Zeitung schlucken wird, sind es nur wenige Schritte.

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Gefährliche Situationen im Straßenverkehr

So geht das noch viele weitere Male. Bei dieser Tour hat sie neben der Sächsischen Zeitung noch eine Bild und wenige Ausgaben der Morgenpost dabei. Aufpassen müsse sie vor allem bei der Hoyerswerdaer Ausgabe der Sächsischen Zeitung. Die bekommt hier ein Abonnent, ein Zugezogener, wie die Zustellerin erklärt. „Aber das Titelbild ist meist dasselbe, und da muss ich aufpassen, die richtige Ausgabe zu erwischen.“

Gefährlich ist es zu Beginn ihrer Tour an der Bundesstraße 98 in Richtung Neukirch. In der 70er-Zone muss Damaris Mühlbauer am Fahrbahnrand parken, um zu einigen Briefkästen zu gelangen. Hier schaltet sie lieber die Warnblinkanlage ein. Bevor sie aussteigt, rauscht noch ein Lkw vorbei. „Was die hier lang preschen, Manno Mann“, kommentiert sie das Geschehen. Sehr eng werde es, wenn im Gegenverkehr jemand überholt. Gegen 4.50 Uhr nimmt der Verkehr langsam zu. Um diese Uhrzeit ist auch Wild unterwegs. Vor Kurzem erst sei hier ein Reh überfahren worden. Das Knallen habe sie noch in einer rund 800 Meter entfernten Einfamilienhaus-Siedlung gehört.

Begegnungen mit Tieren

Es gibt aber auch schöne Begegnungen mit Tieren, was einerseits an der Uhrzeit und andererseits an der Ländlichkeit des Zustellgebietes in Putzkau liegt. Hier und da schleichen Katzen vorbei. Hinter den Hübelschenkhäusern etwa kommen nur noch Wiese, Wald und der Blick zum Valtenberg. An der Querstraße hat Damaris Mühlbauer eines Morgens gleich drei Tiere entdeckt. „Ein Pferd, ein Schaf und ein Reh standen nebeneinander.“ Was wie der Beginn eines Witzes klingt, ist hier natürliche Realität.

Bei all der schönen Aussicht muss sie aber trotzdem auf die Schlaglöcher achten, die es hier stellenweise gibt. Wenig später zeigt die Zustellerin auf einen Fuchsbau am Straßenrand, und auf der Ottendorfer Straße kurz vor Ende ihrer Tour vermisst sie jemanden. „Hier sitzt sonst ein schöner Bussard auf dem Mast.“

"Wo kommst'n Du jetzt her?"

Nicht nur die Tiere bereiten Damaris Mühlbauer Freude, sondern auch der Kontakt mit den Lesern, den es durchaus zu dieser Tageszeit schon gibt. Ab 5.30 Uhr sieht man immer mehr Lichter in den Häusern, und manchen Kunden begegnet die Zustellerin auch. Einer der beiden Bäcker im Ort hat da schon geöffnet. Es liegt fast an ihrer Route, und weil es so lecker duftet, holt sich Damaris Mühlbauer manchmal eine Kleinigkeit.

Viele Abonnenten würden in Dresden oder anderen Orten arbeiten und seien deswegen auch schon so früh auf den Beinen. Andere gehen mit dem Hund spazieren oder joggen eine Runde. Drei Viertel der Zeitungen sind da schon in den Briefkästen. Trotzdem wird es noch etwa eine Stunde dauern, bis auch die letzte Sächsische Zeitung zugestellt ist.

Es gibt aber auch Tage, da müssen manche Leser um 6.30 Uhr noch auf ihre Zeitung warten. Die Zustellerin erzählt, was sie erlebte, als sie mal eine andere Tour vertretungsweise gemacht hat und wohl ungewohnt spät kam. „Wo kommst’n Du jetzt her?“, fragte ein Senior, der seine Zeitung früher erwartet hatte. Damaris Mühlbauer kennt den Mann. Fast 100 Jahre sei er alt und frech, erzählt sie mit einem Lächeln.

Seit fast 25 Jahren als Zustellerin unterwegs

Seit 1996 stellt die Putzkauerin Zeitungen zu, anfangs waren auch Briefe dabei. Im Mai werden es 25 Jahre, und es macht ihr immer noch Spaß. Ans frühe Aufstehen gewöhne man sich, sagt sie. Eigentlich wollte sie in Frührente gehen, aber so ganz aufhören könne sie noch nicht. Nach ihrer Tour für die MV Bautzen Zustellservice GmbH ist der Arbeitstag von Damaris Mühlbauer aber noch nicht beendet.

Später fährt sie noch für ein paar Stunden ins Büro nach Bischofswerda, um etwa Reklamationen zu bearbeiten oder die nächsten Touren zu planen. Aber erst mal geht’s nach Hause. Schließlich muss sie ihre Hühner versorgen und will selbst noch ein halbes Stündchen ruhen.

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