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Deutschland & Welt

Astrazeneca staut sich immer weiter

Das Vertrauen in Astrazeneca ist geringer als in den Impfstoff von Biontech/Pfizer. Mehr als eine Million Dosen liegt unverbraucht im Kühlschrank.

Obwohl erst ein Bruchteil der Deutschen geimpft ist, wird die Forderung nach Lockerungen immer lauter.
Obwohl erst ein Bruchteil der Deutschen geimpft ist, wird die Forderung nach Lockerungen immer lauter. © Felix Kästle/dpa

Der Druck auf die Bund-Länder-Runde am Mittwoch ist erheblich. Angesichts der Sorgen vor einer dritten Infektionswelle, wegen der vielen Forderungen nach Lockerungen und des gleichzeitig weiterhin schleppenden Impf-Forschritts.

In Deutschland stapeln sich weiter große Mengen Astrazeneca. Bis Freitag wurden dem Robert-Koch-Institut zufolge nur 364.000 Dosen davon geimpft. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums wurden aber mehr als 1,4 Millionen Dosen geliefert. Weitere 1,7 Millionen Dosen waren seit Samstag für die kommenden Tage geplant. Warum große Mengen Astrazeneca-Impfstoff ungenutzt sind, ist seit Tagen unklar.

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Die einen sehen die Hauptgründe in einer mangelnden Organisation der Impfungen in den Ländern, die anderen in einer ablehnenden Haltung vieler Menschen diesem Präparat gegenüber. Es hat mit einer Wirksamkeit von 70 bis 80 Prozent niedrigere Werte als die Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer.

Das Impfen gilt als einzige Maßnahme, um die Pandemie insgesamt einzudämmen. Bund und Länder wollen bei ihrem nächsten Krisentreffen am Mittwoch Lockdown-Lockerungen zunächst vor allem von Corona-Tests abhängig machen. Denn Impfstoff ist noch nicht breit verfügbar. Deutschlands Kassenärzte machen seit Tagen Druck, dass die Länder ihre Impfprogramme entbürokratisieren und die Ärzte über die Impfzentren hinaus so früh wie möglich einbinden sollen.

Länderchefs drängen auf Lockerungsstrategie

Kinderärztinnen und -ärzte fordern derweil eine rasche Öffnung von Schulen und Kitas. „Auch nach dem Auftreten von Virusmutationen bleibt es dabei, dass Kinder und Jugendliche keine Treiber der Pandemie sind“, sagte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann sagte in einer Talkrunde, er könne die Ungeduld der Menschen verstehen.

Auch seine Kolleginnen und Rheinland-Pfalz und Meckelnburg-Vorpommern sprachen sich für Lockerungsperspektiven und -pläne aus. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) will Gaststätten, Museen und Geschäften im Frühling und Sommer die Öffnung erlauben, wenn sie bei Kunden Schnelltests durchführen. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) forderte: „Wir brauchen dringend einen Perspektivplan für ganz Deutschland.

Wir müssen den Menschen sagen, in welchen Schritten wir vorangehen wollen.“ Bei der Festlegung auf Lockerungen dürfe nicht allein die Sieben-Tage-Inzidenz der Maßstab sein. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht neuerdings von „Öffnungsschritten“ in Paketen, und sogar Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder wirbt für eine „Öffnungsmatrix“, allerdings für eine nachhaltige.

Es gehe nur Schritt vor Schritt. „Sonst droht ein Blindflug in die dritte Welle“, sagte Söder Bild am Sonntag. Armin Laschet, dem lange das Image anhing, zu forsch auf Lockerungen zu setzen, äußerte sich zurückhaltend. „Es gilt weiter das Gebot, vorsichtig zu sein. Öffnungen sind nur da möglich, wenn wir dadurch schwere Schäden auffangen können“, so der CDU-Chef und NRW-Ministerpräsident. (dpa)

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