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Bootsparade auch ohne Talsperrenfest

Die große Sause an der Talsperre Kriebstein fällt wiederholt coronabedingt aus. Die Siedler vom Nordhäuser Weg haben aber einen triftigen Grund zum Feiern.

Die Siedlergemeinschaft Nordhäuser Weg organisierte wie schon im Vorjahr eine Bootsparade. Aufgrund des starken Windes dauerte die allerdings nicht so lange wie geplant.
Die Siedlergemeinschaft Nordhäuser Weg organisierte wie schon im Vorjahr eine Bootsparade. Aufgrund des starken Windes dauerte die allerdings nicht so lange wie geplant. © Dietmar Thomas

Kriebstein. Tausende Besucher beim Kriebsteiner Talsperrenfest – das wollten die Verantwortlichen in Zeiten der Corona-Pandemie nicht riskieren. Wie schon im vergangenen Jahr wurde das Fest abgesagt.

Ein Bestandteil des Talsperrenfestes ist die große Bootsparade. Vor einem Jahr hatte es die zumindest in kleiner Version gegeben, organisiert von den Siedlern am Nordhäuser Weg. Und die stellten auch in diesem Jahr wieder eine Parade – 24 Boote waren dabei – auf das Wasser.

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Doch diesmal gab es einen triftigen Grund zum Feiern. Die Siedlergemeinschaft Nordhäuser Weg feierte den 50. Jahrestag ihrer Gründung. Und passend zum runden Geburtstag kam die Nachricht, dass der Zufahrtsweg zur „Brunnenquellklause“ und den Siedlerhäusern, der im Juni bei einem Unwetter abgerutscht war, repariert wird (Sächsische.de berichtete). „Diese Nachricht hat die Stimmung bei unserer Feier noch einmal gehoben“, sagte Reinhard Paintmeier, stellvertretender Vorsitzender des Vereins.

Siedlergemeinschaft 1971 gegründet

Die Siedlergemeinschaft Nordhäuser Weg entstand im Jahr 1971 und hatte schon damals einen „Bürgermeister“. So wurde scherzhaft der Vorsitzende des Vereins Walter Zschockelt genannt, der in den Anfangsjahren unter anderem Parkplatz-, Wege- und Brückenbau vorantrieb und auf Ordnung und Sauberkeit im Naherholungsgebiet achtete.

Wie Reinhard Paintmeier herausgefunden hat, gab es die Bootsparade schon zu Beginn der 1950er-Jahre. „Wir haben eine Plane gefunden, auf die eine Parade im Jahr 1951 gezeichnet wurde“, so Paintmeier. Schon zu dieser Zeit brachten die ersten Siedler das Baumaterial für ihre Häuser über die Lochmühle mit Schlitten, mit Booten, Handwagen oder Schubkarre an ihre Bauplätze.

Im Herbst 1970 fassten die Siedler den Plan, einen Verein zu gründen. Dieses Vorhaben wurde dann einige Monate später mit der Gründungsversammlung in der Gaststätte Hermsdorf umgesetzt.

Im Lauf der Jahre gab es viele lustige Begebenheiten. Eine hält Paintmeier für besonders erwähnenswert. „In den 1980er-Jahren sollte ein Segelverein gegründet werden. Das gefiel der Obrigkeit in der damaligen DDR nicht. So wurde aus dem Segel- ein Kegelverein. Und der baute sich standesgemäß eine Freiluftkegelbahn in den Wald“, berichtet Paintmeier.

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Aber auch von tragischen Ereignissen blieben die Siedler nicht verschont. Im Dezember 1971 wurde das Wochenendhaus einer Familie von einem Jugendlichen angezündet, welches bis auf die Grundmauern nieder brannte. Es wurde jedoch durch die Unterstützung der Siedlerfreunde wieder aufgebaut.

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