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Corona: 16 neue Todesfälle, 191 Patienten in Kliniken

Im Landkreis Görlitz fordert die Corona-Pandemie weitere Opfer. Die Lage in den Krankenhäusern ist sehr verschieden.

© Symbolfoto: dpa

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus stieg binnen eines Tages auf 127. Darüber informiert am Freitag das Gesundheitsamt des Landkreises.

Innerhalb von 24 Stunden verstarben damit weitere 16 Menschen an oder mit dem neuartigen Virus - so viele wie noch nie an einem Tag im Landkreis. Es handelt sich dabei um eine Frau (77 Jahre) aus Mittelherwigsdorf, einen Mann (77 Jahre) aus Rothenburg, eine Frau (79 Jahre) aus Neusalza-Spremberg, drei Frauen (80, 81 und 86 Jahre) sowie zwei Männer (75 und 78 Jahre) aus Ebersbach-Neugersdorf, einen Mann (76 Jahre) aus Großschönau, einen Mann (75 Jahre) aus Oderwitz und zwei Frauen (84 und 88 Jahre) sowie vier Männer (68, 76, 81 und 90 Jahre) aus Zittau. Damit bestätigen die Zahlen, dass ein Schwerpunkt der Pandemie gegenwärtig im Süden des Landkreises ist.

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Unterschiedliche Angaben über Intensivbetten

Aktuell werden 191 Menschen stationär in den Kliniken des Landkreises Görlitz behandelt, 23 davon benötigen eine intensivmedizinische Betreuung. Der Landkreis fasst in dieser Angabe sowohl die Covid-19-Patienten zusammen, die auf der Intensivstation liegen als auch diejenigen, die zwar nicht mehr in Isolation sind, weil sie mittlerweile Corona-negativ sind, aber weiterhin intensivmedizinisch behandelt werden. Der Kreis weist damit auf den unverändert hohen pflegerischen Aufwand hin, weswegen sich Landrat Bernd Lange am Donnerstag erneut um Hilfe an den Freistaat und die Bundeswehr gewandt hatte. Insgesamt stehen für Covid-19-Patienten 29 Intensivbetten im Kreis bereit.

Das Divi-Intensivregister, das täglich im Internet aktualisiert wird, listet dagegen die reinen Intensivbetten-Auslastungen an. Demnach lagen 17 Covid-19-Patienten auf einer Intensivstation im Kreis, von denen zwölf beatmet werden mussten.

Bei beiden Angaben ist die Auslastung der Intensivbetten allerdings leicht zurückgegangen, was vor allem auf die neuerlichen Todesfälle zurückzuführen sei, erklärt das Görlitzer Landratsamt.

Der Medizinische Direktor des Städtischen Klinikums Görlitz, Dr. Eric Hempel, schilderte die schwierige Lage am Donnerstagabend vor dem Görlitzer Stadtrat, wies aber daraufhin, dass das Klinikum bislang immer seinem Versorgungsauftrag nachkommen konnte, mithin auch Patienten aufnahm, die ärztliche Hilfe benötigten. Zugleich äußerte er die Einschätzung, dass ein Drittel aller stationären Patienten aus medizinischer Sicht auch zu Hause gepflegt werden könnten. Doch meist handelt es sich um alleinstehende oder ältere Personen, die ohne Hilfe zu Hause nicht zurechtkommen.

In Weißwasser ist die Lage im Krankenhaus dagegen deutlich schlechter, weil ein Großteil der Mitarbeiter selbst krank ist - aus verschiedenen Gründen. Nach Angaben des Landkreises würden Rettungsfahrzeuge diese Klinik nicht mehr anfahren.

15 Alten- und Behindertenheime betroffen

Unter den stationär behandelten Patienten befinden sich viele hochbetagte Senioren. Denn Alten- sowie Behindertenheime gehören zu den am meisten gefährdetsten Einrichtungen. In 15 von ihnen sind kreisweit Corona-Ausbrüche festzustellen. Die Heime befinden sich nach Angaben des Kreises in Bertsdorf-Hörnitz, Zittau, Görlitz, Oppach, Bad Muskau, Weißwasser, Ebersbach-Neugersdorf, Herrnhut, Löbau und Großschönau. In drei weiteren Einrichtungen in Görlitz, Bernstadt und Olbersdorf liegen Verdachtsfälle vor.

Insgesamt wurden Freitagmittag 191 Menschen stationär in den Kliniken des Landkreises Görlitz behandelt, 17 mehr als einen Tag zuvor.

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