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Corona bremst Freiberger Solarfabrik Meyer-Burger

In den nächsten Wochen kommen weniger Fotovoltaik-Module aus Freiberg als geplant. Der wichtigste Grund: hoher Krankenstand.

Von Georg Moeritz
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Das verblichene Logo des Vorgängers Solarworld ist an der Solarmodul-Fabrik von Meyer-Burger in Freiberg zu sehen. Jetzt bremst hoher Krankenstand die Produktion.
Das verblichene Logo des Vorgängers Solarworld ist an der Solarmodul-Fabrik von Meyer-Burger in Freiberg zu sehen. Jetzt bremst hoher Krankenstand die Produktion. © Archivfoto: dpa-Zentralbild/Jan Woitas

Freiberg. Wieder meldet eine sächsische Fabrik Nachschubmangel, aber diesmal nicht wegen unterbrochener Lieferketten: Die Solarmodul-Fabrik von Meyer-Burger in Freiberg hat nicht genügend gesunde Mitarbeiter im Haus. Am Donnerstagabend teilte das Unternehmen mit, die "dynamische Entwicklung der Corona-Pandemie" führe zu überdurchschnittlich hohen Ausfällen.

Sowohl Krankheit als auch behördlich angeordnete Quarantäne bremsen laut Meyer-Burger nun die Produktion in der Halle, die früher dem insolventen Unternehmen Solarworld gehörte. Meyer-Burger sieht sich nach eigenen Angaben gezwungen, in Freiberg vorübergehend nur eine von zwei Produktionsstraßen laufen zu lassen. Eine komplette Montagelinie steht also still.

Die Produktionspläne für die Solarmodule aus Sachsen würden angepasst, also verkleinert, voraussichtlich bis Ende Januar. In der Freiberger Fabrik werden Solarzellen zu Modulen montiert. Die Zellen kommen aus der Fabrik in Thalheim bei Bitterfeld, die demselben Unternehmen gehört.

Fürs nächste Jahr Preise der Solarmodule erhöht

Das Unternehmen versicherte, der Hochlauf der Produktion sei "technologisch auf Kurs". Die Maschinen hätten gezeigt, dass sie den erhofften Durchsatz schaffen - und auch die gewünschte Qualität der Solarmodule. Doch die Fertigung sei ohnehin eingeschränkt, weil die bestehende Anlage derzeit ausgebaut werde. Sie soll künftig ein Gigawatt statt 0,4 Gigawatt schaffen. Damit ist die maximale Strom-Ausbeute der Solarmodule gemeint, die in einem Jahr dort hergestellt werden.

Der weitere angekündigte Ausbau in Freiberg, in Thalheim und in den USA sei durch die Corona-Lage nicht beeinträchtigt, schreibt Meyer-Burger. Der Auftragsbestand wachse, das Unternehmen habe fürs nächste Jahr auch schon die Verkaufspreise erhöht. Doch der Umsatz im Jahr 2021 werde geringer ausfallen als erwartet.

Meyer-Burger hat insgesamt 800 Beschäftigte. Die Zentrale ist in der Schweiz, in Sachsen wurde das Unternehmen durch den Kauf von Roth & Rau mit Sitz in Hohenstein-Ernstthal bekannt. Dort läuft weiterhin der Maschinenbau des Unternehmens. Die Maschinen sollen nur noch in der eigenen Solarfabrikation eingesetzt und nicht mehr nach China exportiert werden, hatte Meyer-Burger angekündigt.