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Sachsen will Schulen und Kitas offen halten

Ministerpräsident Michael Kretschmer rechnet aber mit neuen Einschränkungen. Vor allem Kontakte müssen reduziert werden.

Sozialministerin Petra Köpping und Ministerpräsident Michael Kretschmer (v.l.) nach einem Treffen mit Landräten und Oberbürgermeistern.
Sozialministerin Petra Köpping und Ministerpräsident Michael Kretschmer (v.l.) nach einem Treffen mit Landräten und Oberbürgermeistern. © dpa

Dresden.  Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) schließt schärfere Einschränkungen zur Bekämpfung des Coronavirus nicht aus. Angesicht exponentiell steigender Infektionszahlen sei es keine Option, die Pandemie „einfach so laufen zu lassen“, sagte er am Dienstag nach einem Treffen mit Landräten und Oberbürgermeistern in Dresden. Man müsse jetzt in das System eingreifen, weil die Infektionszahlen sonst nicht mehr beherrschbar seien.

Bei der Video- Konferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch werde es darum gehen, eine gemeinsame Linie zu finden. Kretschmer sprach sich für bundesweit einheitliche Kontaktbeschränkungen aus. „Wir müssen die Anzahl der Kontakte einer infizierten Person deutlich einschränken.“ Derzeit hat ein Corona-Fall im Schnitt 25 Kontaktpersonen. Das führe dazu, dass die Gesundheitsämter die Nachverfolgung nicht mehr gewährleisten können, so Kretschmer. Der Freistaat unterstützt die Behörden mit Mitarbeitern aus dem Landesdienst, etwa der Finanzämter, der Ministerien oder des Oberbergamtes.

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Priorität haben in Sachsen Kindertagesstätten und Schulen, sagte Kretschmer. Sie sollen weiter offen bleiben. Darauf hat sich die Regierung mit den kommunalen Spitzenverbänden geeinigt. Nach den Herbstferien sollen die Schüler weiter im Regelbetrieb lernen.

Kretschmer warb dafür, dass das gesellschaftliche Leben weitestgehend möglich bleiben soll. Einrichtungen und Veranstaltungen mit Hygienekonzepten seien keine Infektionsherde. Auch die Kommunen lehnten ein generelles Veranstaltungsverbot für den öffentlichen Raum ab. Eingreifen müsse man bei Zusammenkünften, bei denen kein Mindestabstand gilt, etwa bei Familienfeiern. Hier brauche man mehr Verständnis in der Bevölkerung.

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, erhofft sich bei der Video-Konferenz am Mittwoch ein klares Signal vom Bund , was die Kapazitäten in Krankenhäusern angeht.
Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, erhofft sich bei der Video-Konferenz am Mittwoch ein klares Signal vom Bund , was die Kapazitäten in Krankenhäusern angeht. © dpa-Zentralbild

Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) kündigte eine neue Corona-Verordnung nach der Beratung der Länderchefs mit Merkel an. "Uns allen steckt die lange Zeit mit Corona in den Gliedern", sagte sie. Trotzdem sei man auf die  Verantwortung und Mitwirkung der Bevölkerung angewiesen. 

Mehr Corona-Patienten in Krankenhäusern

Bei der Videokonferenz am Mittwoch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den anderen Ministerpräsidenten will Kretschmer zudem eine Klarstellung des Robert Koch-Instituts, was das Testregime angeht. "Tests sind eine wertvolle Ressource und sie werden langsam knapp", sagte der Ministerpräsident. Sie müssten dort eingesetzt werden, wo man sie braucht - etwa in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Mehr Tests sorgten auch dafür, dass sich Zeiten verlängern, bis das Ergebnis kommt. 

Kretschmer sagte auch, dass man ein klares Signal von der Politik bräuchte, was die Kapazitäten in Krankenhäusern angeht. Diese müssten Corona-Patienten vorbehalten werden. Das würde am Ende auch bedeuten, dass nicht notwendige Behandlungen und Operationen verschoben werden müssten - so wie es im Frühjahr schon praktiziert wurde.

Auch die Zahl der Corona-Patienten in Krankenhäusern steigt. Aktuell werden demnach 595 Corona-Patienten im Freistaat stationär behandelt, 128 davon auf einer Intensivstation. "Die Zahl hat sich innerhalb einer Woche mehr als verdoppelt", sagte Köpping. 

Nach Angaben des sächsischen Gesundheitsministeriums vom Dienstag erhöhte sich die Zahl der Infektionen landesweit innerhalb von 24 Stunden um mindestens 330 auf 14.169. Bis auf Leipzig lagen am Dienstag alle Städte und Kreise über dem kritischen Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

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Allerdings verschärft nun auch Leipzig die Maßnahmen zu Eindämmung der Pandemie. Der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner stieg innerhalb einer Woche auf 35,1. Grund sind vor allem Infektionen in vier Altenpflegeheimen und zwei Asylunterkünften. Ab sofort gelten in Leipzig eine Sperrstunde in der Gastronomie, Kontaktverfolgung, Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen und Obergrenzen für privaten Feiern und Veranstaltungen. (mit dpa)

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