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Döbeln

Saisonstart an der Talsperre verzögert sich

Die Motorschiffe stechen nicht vor Mai in See. Dafür wird jedoch der Wasserspiegel nicht abgesenkt.

Bauarbeiten stehen an der Staumauer der Talsperre Kriebstein an. Allerdings verzögert sich der Beginn dort.
Bauarbeiten stehen an der Staumauer der Talsperre Kriebstein an. Allerdings verzögert sich der Beginn dort. © Dietmar Thomas

Von Falk Bernhardt und Elke Braun

Kriebstein. Der Zweckverband Kriebsteintalsperre hat den 1. Mai als neues Ziel für die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs ausgegeben. Dass es an diesem Feiertag wie in früheren Jahren auch ein kleines Fest gibt, mag Thomas Caro, Geschäftsführer des Zweckverbandes, nicht so recht glauben. „Kontaktbeschränkungen wird es da immer noch geben, und wir können die Zahl der Gäste in diesem Gelände nun mal nicht regulieren“, so Caro.

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Er plant, zunächst nur die beiden kleineren Fähren nach einem Sonderfahrplan in Betrieb zu nehmen. Für die größeren Fahrgastschiffe könne die Saison wohl erst zu Pfingsten beginnen. Allerdings wird ab 1. April wieder der kleine Fährverkehr zwischen den gegenüberliegenden Ufern von Lauenhain und Ringethal aufgenommen. Diese kurze Verbindung über das Wasser sei vor allem für Wanderer wichtig.

Vier bis fünf Wochen Verzug

Die Arbeiten zum Umbau des Kriebsteiner Hafens liegen laut Mittweidas Oberbürgermeister Ralf Schreiber (CDU), der Vorsitzender des Zweckverbandes ist, aktuell vier bis fünf Wochen im Verzug. Damit wäre der wie gewohnt für Ostern geplante Saisonauftakt auch ohne Pandemie nicht durchführbar.

Derzeit beginnt nun Anbindung des neuen Fähranlegers für Sportboote an den Hafenbereich. Zudem wird die Fläche der neu entstandenen und breiteren Uferpromenade pflastert.

Noch liegen alle größeren Schiffe an Land und werden laut Geschäftsführer Caro für die Saison vorbereitet. So hat beispielsweise die MS „Hainichen“ einen neuen Schmutzwassertank bekommen, was für ein drei Quadratmeter großen Loch gesorgt hatte. Die beiden großen Fahrgastschiffe sollen in der Woche ab 15. März zu Wasser gelassen werden. „Das ist wichtig, weil dann wieder ein Kran aufgebaut werden muss“, erklärt Caro. Sind die großen Schiffe im Wasser, soll noch die Lücke in der neuen Ufermauer in Höhe des Kassenhäuschens geschlossen werden.

Wasserspiegel wird nicht abgesenkt

Ab 23. März werden zudem mit einem Kran die neuen Pontons für die Anlegestellen ins Wasser gehoben. Die Pontons bilden wie eine Brücke die Verbindung zwischen Land und Schiff. Den Weg vom Besucherzentrum hinab zum Wasser soll künftig das Aufzugsgebäude erleichtern, das dann mit einem Fahrstuhl erstmals auch einen barrierefreien Zugang ermöglicht.

Wenn dann die Besucher willkommen sind, werden sie nicht mit langen Gesichtern auf einen trockenen Stausee schauen müssen: Der Wasserspiegel an der Talsperre wird in diesem Jahr nicht abgesenkt. Darüber hat die Karl-Gruppe aus dem bayrischen Hengersberg, der die Anlage gehört, jetzt Kriebsteins Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler) informiert.

Umbau des Hafens läuft auf Hochtouren

Eigentlich waren für 2021 Sanierungsarbeiten an den Grundablässen der Staumauer geplant. Die befinden sich an der Talsohle des Bauwerkes – sie sind also nur zu erreichen, wenn kein Wasser im Stausee ist. So weit ist es aber noch nicht.

Die neue Ufermauer im Hafen der Talsperre Kriebstein ist fast fertig. Am Aufzugsgebäude wird weitergebaut.
Die neue Ufermauer im Hafen der Talsperre Kriebstein ist fast fertig. Am Aufzugsgebäude wird weitergebaut. © Falk Bernhardt

Wie Maria Euchler erklärte, arbeite der Betreiber derzeit für das Planfeststellungsverfahren zu. „Speziell werden naturschutzrechtliche Gutachten über Vögel und Brutzeiten an der Kriebstein-Talsperre beigebracht“, so die Bürgermeisterin.

Der Geschäftsführer des Zweckverbandes Thomas Caro und der Verbandsvorsitzende Ralf Schreiber sind froh über diese Nachricht. Denn derzeit läuft der Umbau des Hafens auf Hochtouren. Schließlich wäre es ungünstig gewesen, wenn es hätte nach der Hafenmodernisierung durch die Absenkung des Wasserspiegels gleich die nächsten Einschränkungen geben müssen.

Baustart am Fuße der Staumauer noch unklart

Zu welchem Zeitpunkt es tatsächlich zu den Bauarbeiten an der Staumauer und der damit verbundenen Absenkung des Wasserpegels kommt, ist noch offen. „Zunächst muss das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen sein. Und das kann bekanntlich dauern“, so die Maria Euchler.

Die Staumauer der Talsperre Kriebstein wurde 1995 vom Freistaat Sachsen an die Karl-Gruppe verkauft. Seitdem wurde das Bauwerk saniert und ausgebaut. Unter anderem ging 2010 ein neues Kraftwerk in Betrieb, das das alte ersetzen sollte.

Wenn alle drei Turbinen Höchstleistung bringen, können bis zu 7,2 Megawatt Energie pro Stunde erzeugt werden. Pro Jahr werden durchschnittlich 23 Millionen Kilowattstunden produziert. Das reicht für die Stromversorgung von etwa 9.000 Haushalten. Mit dem Bau der Staumauer wurde 1929 begonnen. Zwei Jahre später war sie fertig.

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