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Dresden

Dresden: Petition zum Neustädter Markt

Die Initiative „Stadtbild Dresden“ will so erreichen, dass das Wettbewerbsergebnis für den Platz doch umgesetzt wird - und die Bürgerbeteiligung nicht umsonst war.

Der Neustädter Markt in Dresden.
Der Neustädter Markt in Dresden. © Archiv: René Meinig

Der Neustädter Markt, die Große Meißner Straße und die Köpkestraße bräuchten eine bauliche Fassung, der bisherige Zustand sei unbefriedigend. Die überbreite Bundesstraße müsse verlegt und auf zwei Fahrspuren reduziert werden, der Neustädter Markt solle in mehreren Stufen wiederhergestellt werden und zwar entweder so wie es der Siegerentwurf von Bernd Albers oder der Entwurf des Zweitplatzierten vorsieht. Kurz: Das Ergebnis des Wettbewerbs zur Neugestaltung des Neustädter Marktes von Februar solle akzeptiert - und auch umgesetzt werden. 

Das fordert der Verein Stadtbild Deutschland e. V. in einer Online-Petition, die am 9. November gestartet wurde. Der Verein sitzt in Frankfurt am Main, sein regionaler Partner, Stadtbild Dresden, hat den Wettbewerb damals unterstützt und sich bereits kritisch darüber geäußert, dass der Neustädter Markt nun doch nicht so umgestaltet werden soll wie im Siegerentwurf vorgesehen. Von der "Bürgerinitiative für Dresdner Baukultur" wurde die Petition an den Stadtrat deshalb angeregt, wie ein Facebook-Posting zum Thema zeigt:

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Darin erklärt Stadtbild Dresden, die Petition sei gestartet worden, "damit sich Dresden den Wettbewerbsergebnissen verpflichtet und das kafkaeske Machtspielchen zwischen Partikularinteressen, schlechten Verlierern, DDR-Romantikern, Politikern und Ämtern als das stempelt, was es ist: absurd, kindisch und undemokratisch". Dass das Ergebnis des Wettbewerbs nun nicht anerkannt wird, sei "für das Thema Bürgerbeteiligung und der Glaubwürdigkeit der Dresdner Baupolitik eine Katastrophe". 

Um eine Abkehr vom Gewinnerentwurf zu verhindern, bittet Stadtbild Dresden um eine Teilnahme an der Petition. Bisher haben sie erst 230 Menschen unterstützt, 3.400 Stimmen müssen erreicht werden, damit die Website openPetition "von den zuständigen Entscheidungstragenden eine Stellungnahme einfordert". Stadtbild Dresden spricht selbst die eigene "Angst der Inflationierung von Petitionen" an. "Aber es muss wohl sein." 

Im Text der Petition selbst heißt es als Begründung, der Wettbewerb habe "hervorragende Ergebnisse für die Weiterentwicklung des Königsufers und des Neustädter Marktes erbracht" und 387.000 Euro gekostet. "Jetzt die Ergebnisse dieses Wettbewerbes in Frage zu stellen, würde die Bürgerbeteiligung als solches konterkarieren und zu Frustrationen in großen Teilen der Dresdner Bevölkerung führen." Bürgerbeteiligung solle nicht nur eine leere Worthülse sein. Man brauche "keine  Aufweichung der Vorgaben wie am Postplatz, sondern konsequentes Arbeiten an dem Ziel, den Neustädter Markt wieder zu einem lebenswerten Platz zu machen".

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