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Dresdner Dampfer: Havarie mit 80 Fahrgästen an Bord

Der Dampfer Krippen fuhr gerade die Weinstraße-Tour nach Diesbar-Seußlitz. Dann endete die Fahrt überraschend. Wie die Passagiere wieder nach Hause kamen.

Der Dampfer Krippen, hier auf einem Foto aus dem Jahr 2019, hatte während der Weinstraße-Tour eine Havarie.
Der Dampfer Krippen, hier auf einem Foto aus dem Jahr 2019, hatte während der Weinstraße-Tour eine Havarie. © Archiv/Jürgen Lösel

Dresden. Eine Woche Ausfall, Reparatur am Terrassenufer, dann wieder erste Fahrten in Dresden: Der Dampfer Krippen, 1892 in Blasewitz gebaut und eines der kleinsten historischen Schiffe der Sächsischen Dampfschiffahrt, ist vergangene Woche während einer Fahrt nach Diesbar-Seußlitz ausgefallen. Rund 80 Fahrgäste waren an Bord, sie mussten in Seußlitz vom Schiff und ihre Rückfahrt zum Startort verlief ganz anders, als geplant.

Keine Flamme mehr im Gasbrenner, keine Hitze mehr im Kessel, kein Dampf mehr für den Dampfer - so lief die Havarie am vergangenen Mittwoch. Das Schiff befand sich kurz vor dem Anleger, als der Gasbrenner plötzlich den Dienst aufgab, berichtet Flotten-Chef Stefan Bloch. Der Dampfer musste mitten im Fluss ankern, für die etwa 80 Passagiere endete damit die Ausflugsfahrt. Es musste Hilfe her. Die kam vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt. Mit dessen Schiff "Mühlberg" wurden die Fahrgäste zunächst an Land gebracht.

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Ticketpreis wird zurückgezahlt

Dann begann das Warten. Denn die Fahrgäste mussten ja zurück, entweder nach Meißen oder sogar bis nach Dresden. "Wir haben drei Busse organisiert, die sie dann an den Startort zurückgebracht haben", berichtet Bloch. Das Geld für ihre Dampfertickets sollen die in Seußlitz "Gestrandeten" zurückbekommen.

Unterdessen versuchte die Schiffsbesatzung, den Schaden vor Ort zu reparieren und den Brenner wieder in Gang zu bekommen. Weil das nicht funktionierte, musste der Dampfer abgeschleppt werden. Zwei Tage nach der Havarie fuhr deshalb der Dampfer Meißen nach Diesbar-Seußlitz und holte das Schiff zurück ans Terrassenufer. Dort wurde es inzwischen repariert, ab Mittwoch soll es wieder fahren, verspricht Bloch. Vorerst aber "nur" in Dresden - die Canaletto-Tour steht unter anderem im Fahrplan.

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Der Dampfer Krippen ist erst seit 2000 wieder Teil der historischen Dresdner Flotte. Er ist 1976 nach seiner Außerbetriebnahme verkauft worden. Dann ging der denkmalgeschützte Dampfer auf eine wahre Odyssee durch halb Deutschland. Pläne, ihn an Land als Gaststätte oder Jugendheim zu etablieren, scheiterten genauso wie eine Zukunft zu Wasser. Er wurde 1999 nach Dresden zurückgeholt und aufwändig generalüberholt, bevor er wieder in die Flotte eingegliedert werden konnte.

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