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Hat die Dresdner CDU ein Frauen-Problem?

Die CDU in Dresden ist wie viele Parteien ein "männerlastiger" Verein. Jetzt will die Union etwas dagegen tun. Wie sie Frauen für sich gewinnen will.

Die CDU in Dresden hat einen starken Männerüberschuss und will etwas dagegen tun.
Die CDU in Dresden hat einen starken Männerüberschuss und will etwas dagegen tun. © dpa

Dresden. Die CDU ist in Dresden noch immer eine der Parteien mit den meisten Mitgliedern. Aktuell sind es rund 1.100. Aber wie die meisten Parteien hat auch die CDU ein Problem, Frauen für sich zu gewinnen.

Derzeit sind rund 22,7 Prozent der Dresdner CDU-Mitglieder weiblich. Das will die Mitgliederbeauftragte der Frauen-Union Agata Reichel-Tomczak ändert. Ihr erstes Ziel lautet 40 Prozent Frauen. Wie sie das schaffen will.

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Dresdner CDU: Weniger als ein Viertel Frauen

"Bei über 1.100 Mitgliedern der CDU Dresden sind nur knapp über 250 weiblich – das ist weniger als ein Viertel", so Reichel-Tomczak. Um das zu ändern, hat sie die Aktion "1+1=500" ins Leben gerufen.

Der Gedanke dahinter: Jedes weibliche CDU-Mitglied bringt eine weitere Frau mit, die dann in die Partei eintritt. "In unserer unmittelbaren Umgebung schlummert häufig enormes Potential: Wenn jede CDU-Frau in Dresden nur eine weitere in die Partei einlädt, werden wir im Handumdrehen doppelt so viele – und das wäre nur der Anfang", ist sich die Frau des Dresdner CDU-Chefs Markus Reichel sicher.

Partei will "Vorbildwirkung für andere Kreisverbände"

Es gehe darum, als Gruppe der Frauen in der CDU stärker zu werden. "So können wir unsere Perspektiven und Interessen mehr in die Politik einbringen und durchsetzen", erklärt Reichel-Tomczak. Das ginge vor allem in der CDU, weil diese mehr Regierungsverantwortung habe als alle anderen Parteien.

Bisher seien neue Mitglieder auch vorwiegend von Mitgliedern in den eigenen Familien und im Freundeskreis geworben worden. Nun sollen dies verstärkt die Frauen in der CDU tun.

"Viele brauchen einen Impuls, um sich einer Partei anzuschließen", sagt die Mitgliederbeauftragte. "Man muss sie einfach nur fragen."

Mit 500 weiblichen Mitgliedern wären knapp 40 Prozent Frauen in der Dresdner CDU und das wäre bundesweit ein Phänomen mit einer "Vorbildwirkung für andere Kreisverbände unserer CDU".

"Frauen haben häufig mehr Verpflichtungen zu Hause"

Reichel-Tomczak ist sich bewusst, dass derzeit noch generell weniger Frauen in die Politik gehen als Männer. "Frauen haben häufig mehr Verpflichtungen zu Hause als Männer, viele wollen es sich nicht antun, weil die Politik einen schlechten Ruf hat - da gehe es nur um Macht und nicht um Inhalte."

Durch eine höhere Anzahl an Frauen könne sich das aber ändern - so die These. "Frauen lassen sich über Themen begeistern und wir müssen über Inhalte reden, also benötigen wir mehr Frauen", sagt Agata Reichel-Tomczak. Und durch digitale Formate wie Videokonferenzen seien auch Abendtermine leichter zu bewältigen.

Zudem sehe sie eine gute Chance, weitere Frauen gerade für die CDU zu begeistern. "Die Dresdner CDU vertritt keine extremen Positionen, sondern ist eine Partei der Mitte. Das wirkt auf den ersten Blick nicht so attraktiv." Sei aber für Frauen, die Politik bisher abgeschreckt habe, vielleicht interessanter.

Kommt bald die CDU-Frauenquote?

Die interne Werbung um mehr Frauen sei nur der erste Schritt einer Strategie. Darauf soll eine externe Werbung von Frauen folgen und dann auch eine Diskussion um mögliche Quoten für bestimmte Posten.

Die Bundes-CDU will so schnell wie möglich attraktive Positionen zur Hälfte mit Frauen besetzen. "Die Diskussion dazu läuft bei uns in Dresden noch", so Reichel-Tomczak. "Wir wollen erst mal mehr Frauen und dann über Quoten diskutieren, sonst wäre es für uns die falsche Reihenfolge."

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Bei der Besetzung von Parteiämtern sollen künftig Frauen zu einem bestimmten Anteil berücksichtigt werden. Die Kreis-CDU steht dabei schon jetzt gar nicht so schlecht da.

Außerdem gehe es nicht nur um Posten, sondern in erster Linie darum, dass Frauen sich mit ihren Ansichten einbringen und die Politik auch danach ausgerichtet werde.

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