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Ein Abend für Thomas Rosenlöcher

Mit einer gemeinsamen Lesung würdigen Schriftsteller den Dresdner Dichter, der vor einem Vierteljahr starb.

Von Karin Großmann
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Thomas Rosenlöcher
Thomas Rosenlöcher © Daniel Förster

Thomas Rosenlöcher wäre am 29. Juli 75 Jahre alt geworden. Freunde, Weggefährten und Kollegen nehmen den Geburtstag zum Anlass, um an den Dresdner Schriftsteller zu erinnern. Er starb am 13. April nach kurzer schwerer Krankheit. Mit seinen Gedichten, seinen Erzählungen, Essays und Kinderbüchern hat er ein gutes Stück deutscher Literaturgeschichte mitgeschrieben. Seine Texte sind getragen von einem Ton, in dem sich Wehmut und Ironie auf unverwechselbare Weise mischen, Romantik und Surrealismus, Philosophie und Natur. Rosenlöcher war ein genauer Beobachter des Alltäglichen und besaß ein Gespür für die Risse unter der Oberfläche. Er wusste von den Dingen zwischen Himmel und Erde. Darauf machte er sich seinen Reim. Doch ohne ging es auch. „Ich lag im Garten bei Kleinzschachwitz“ hieß sein erster Gedichtband. Ein paar Straßen weiter hinter Schwalbenschatten und Blütenschnee liegt sein Grab.

Im Dresdner Erich Kästner Haus für Literatur werden nun manche seiner Texte noch einmal zu hören sein: Gedichte vom Engel mit der Eisenbahnermütze, vom Rumpelstilzchen oder vom Trappeln der Bäume. Erinnert wird auch an den Prosaautor Rosenlöcher, der mit seinem Tagebuch von den verkauften Pflastersteinen auf hellsichtige Weise den gesellschaftlichen Umbruch im Herbst ´89 dokumentierte. Es wird eines der wichtigsten Bücher über diese Zeit bleiben. Damit wurde er auch im Westen bekannt. Wurde Suhrkamp-Autor, mit Preisen und Stipendien bedacht und in überregionalen Zeitungen wahrgenommen – als ein Dresdner, der sein Sandsteindresden mit Spott, Ingrimm und Liebe verteidigte. Auch gegen den Bau der Waldschlößchenbrücke.

Oft wusste er sich im Bund mit Gleichgesinnten. Da wurden viele sichtbare und feine unsichtbare Gesprächsfäden gesponnen. Einige Autoren werden an diesem Freitag den Faden aufnehmen und aus seinen Büchern lesen: Kerstin Hensel und Friedrich Dieckmann aus Berlin, Christoph Kuhn aus Halle, Volker Sielaff, Michael Wüstefeld und Hans-Peter Lühr aus Dresden. Der erkrankte Volker Braun hat eine „Umärmelung“ für seinen Freund geschrieben. Die Sächsische Akademie der Künste, der Rosenlöcher angehörte, unterstützt den Abend.

Hommage an Thomas Rosenlöcher, 29. Juli, 20 Uhr, Erich Kästner Haus für Literatur Dresden, Eintritt frei.

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