Dresden
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Mafia Mia, er ist wieder da!

Der Pate feiert nach zwei Jahren Coronapause in Dresden erfolgreich sein schmutziges Geschäft, lässt Entenbeine servieren, Puppen tanzen und Deppen der Nation antreten.

Von Nadja Laske
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Bert Callenbach gibt genussvoll gefährlich den Paten und zeigt sich in der Show extrem wandelbar.
Bert Callenbach gibt genussvoll gefährlich den Paten und zeigt sich in der Show extrem wandelbar. © Christian Juppe

Dresden. Literweise Blut an den Händen und dennoch ein solch großes Herz! Wer den Paten mit bedrohlich samtiger Stimme sprechen hört, könnte fast vergessen, wie hart er Regime führt. Doch eine leichte Gänsehaut zeigt die Gefahr an - inmitten einer großen Feier, zu der mit 500 Gästen der ganze Clan eingeladen ist. Der trifft sich noch bis zum 15. Januar allabendlich im Ostra-Dome, um das zehnjährige Bestehen der Mafia-Mia-Dinnershow zu begießen. Und die Party ist noch lange nicht zu Ende.

Deren Geschichte beginnt 2011 mit dem ersten Besuch des Don Corleone in Dresden, wo er mit seiner Familie den Abschluss seines überaus erfolgreichen Geschäftsjahres feiern will. Das tat er seither immer wieder in der Vorweihnachtszeit, bis Corona eine Pause erzwang. Derzeit wagt der Mann im Hintergrund eine neue Auflage: Eventveranstalter Mirco Meinel, der in vergangenen Jahren gefühlt die halbe Stadt in verschiedenen Lokalitäten mit Entenkeulen und Unterhaltung bespeiste, hat sich getraut.

Wenigstens eine Dinner-Show bietet er in diesem Jahr an, während andere Veranstalter aus Angst vor dem Virus und der allgemeinen Kostenspirale plus gefühlter Missstimmung passen. Wer meine, im nächsten Jahr werde alles besser, sei auf dem Holzweg, hatte er im Vorfeld gesagt und vermutet, dass finanzielle Engpässe in der Bevölkerung und nicht mehr vermittelbare Preise seiner Branche das Leben künftig eher noch schwerer machen könnten. Bisher behält er insofern Recht, als dass der Laden brummt.

Also sollte man weiterhin hier und jetzt feiern und sich eine prächtige Auszeit vom Alltag nehmen. Dafür hat Meinel mit seinem Team von First Class Concept das neue Veranstaltungs-Iglu Ostra-Dome im Messegelände für das Publikum glamourös ausstaffiert. Es sitzt an langen, weiß gedeckten Tafeln mit festlicher Deko. Über den Köpfen glänzen Kronleuchter und während des Programms großartige Akrobaten mit ihren kraft- und fantasievollen Darbietungen.

Das Artisten-Duo Hearts Desire aus Polen: athletisch, erotisch, romantisch.
Das Artisten-Duo Hearts Desire aus Polen: athletisch, erotisch, romantisch. © Christian Juppe

In bekannter Tradition hangelt sich die Inszenierung an der Geschichte rund um den Paten - gespielt von Bert Callenbach - und dessen engsten Vertrauten entlang. Zu denen gehört die Bang Gang, bekannt als The Firebirds, und das Komiker-Duo Schlicht und Kümmerling. Die geben als des Paten Leibwächter die Deppen der Nation, sorgen für reichlich Lacher und den roten Faden der Show, den sie selbst in liebevoller Schusseligkeit doch immer wieder verlieren.

Mag sein, dass in früheren Jahren mehr künstlerische Vielfalt im Programm zu erleben war. Doch wie schwer es aktuell ist, vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der schwierigen finanziellen Kalkulationen sehr gute Künstler zu engagieren, wissen alle Veranstalter, die überhaupt noch in die Offensive gehen.

Impressionen von der Mafia-Mia-Premiere in Dresden:

© Christian Juppe
© Christian Juppe
© Christian Juppe
© Christian Juppe
© Christian Juppe
© Christian Juppe
© Christian Juppe
© Christian Juppe
© Christian Juppe
© Christian Juppe
© Christian Juppe

Und nicht nur das war im Vorfeld eine große Herausforderung für Mirco Meinel. Selbst ausreichend Entenkeulen zu ordern, stellte sich als extrem kompliziert heraus, weil kaum ein Lieferant diese Größenordnungen bedienen konnte. Doch nun kommen die Entenbeine - für die nach Meinels Geschmack keine Gans der Welt eine Alternative wäre - mit Rotkohl und Kartoffelroulade auf den Tisch, zuvor eine Pastinaken-Cremesuppe und abschließend Schokoladentörtchen mit Vanilleeis.

Mit der feinen Fülle haben die Gäste genussvoll zu kämpfen. Doch wie fürs Essen, so auch für des Veranstalters Engagement gilt Mirco Meinels Credo: "Wer nicht kämpft, hat schon verloren!"

www.mafia-mia.de