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So hoch klettern die Mieten in Dresden

Lagen 2020 noch 31 Prozent der Wohnungen bei Mieten unter sechs Euro pro Quadratmeter, sind es jetzt nur noch 23 Prozent. Das ergeben Daten aus dem neuen Mietspiegel, der jetzt vorliegt.

Von Julia Vollmer
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Die Dresdnerinnen und Dresdner kämpfen mit gestiegenen Mieten.
Die Dresdnerinnen und Dresdner kämpfen mit gestiegenen Mieten. © dpa/Sebastian Kahnert

Dresden. Die Mieten in Dresden sind stark angestiegen. Das geht aus dem neuen Dresdner Mietspiegel hervor. Dieser gilt vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024.

So zahlen Dresdnerinnen und Dresdner durchschnittlich eine Miete von 7,06 Euro pro Quadratmeter. Vor zwei Jahren waren es noch 6,67 Euro. Die Bestandsmieten sind in den vergangenen zwei Jahren demnach durchschnittlich um 5,8 Prozent gestiegen.

Wie entwickeln sich die Mieten?

Lagen 2020 noch 31 Prozent der Wohnungen bei Mieten unter sechs Euro pro Quadratmeter, sind es jetzt nur noch 23 Prozent. Gestiegen ist dagegen der Anteil der Wohnungen mit Mieten ab acht Euro pro Quadratmeter von 14 auf 20 Prozent.

Fasst man alle in den Mietspiegel eingegangenen Mieten in Dresden zusammen, dann sind die Mieten seit 2020 von durchschnittlich 6,67 Euro pro Quadratmeter auf 7,06 Euro pro Quadratmeter angestiegen. Das entspricht einem durchschnittlichen Anstieg von 5,8 Prozent. Wenn Vermieter aber die Miete erhöhen wollen, dann müssen sie die sogenannte ortsübliche Vergleichsmiete beachten.

Um den Mietspiegel zu erstellen, haben rund 2.500 Mieterinnen und Mieter an der vom ALP Institut durchgeführten Mietspiegelbefragung teil und lieferten Angaben zu ihren Wohnungen. Von Wohnungsunternehmen flossen die Angaben zu 1.000 Wohnungen in die Datenauswertung ein.

Was ist die ortsübliche Vergleichsmiete?

Die ortsübliche Vergleichsmiete ist der Dreh- und Angelpunkt des Mietspiegels. Sie gibt an, wie viel für eine vergleichbare Mietwohnung in Dresden gezahlt werden muss. Einfluss auf die Höhe der ortsüblichen Vergleichsmiete haben Wohnungsgröße, Baujahr, Ausstattung und Wohnlage. Die konkrete ortsübliche Vergleichsmiete muss daher für jede Wohnung einzeln ermittelt werden.

So beträgt zum Beispiel die ortsübliche Vergleichsmiete für eine 28 Quadratmeter-Plattenbauwohnung im 17-Geschosser ohne Balkon aktuell durchschnittlich 6,72 Euro pro Quadratmeter, so die Stadt. Gegenüber dem Jahr 2020 ist dies eine Erhöhung um 4,8 Prozent.

Dagegen kostet etwa eine nach 2015 neu gebaute barrierefreie Wohnung mit 100 Quadratmetern Wohnfläche in guter Wohnlage, mit Balkon und sehr guter Ausstattung aktuell eine durchschnittliche ortsübliche Vergleichsmiete von 10,85 Euro pro Quadratmeter auf. Das entspricht einem Anstieg von 2,5 Prozent in den letzten zwei Jahren.

Wie steht Dresden im Vergleich zu anderen Städten?

Die ortsübliche Vergleichsmiete in Dresden liegt im Mittelfeld der deutschen Großstädte. In München liegt sie bei 12,05 Euro pro Quadratmeter, in Freiburg bei 9,79 Euro pro Quadratmeter und in Hamburg bei 9,29 Euro. Also im Durchschnitt höher als in Dresden.

Für wen gilt der Mietspiegel?

Der Mietspiegel muss von den Vermietern laut Stadt immer dann beachtet werden, wenn sie die Miete für eine in Dresden gelegene Wohnung erhöhen wollen. Das gilt sowohl bei Mieterhöhungen in laufenden Mietverträgen als auch beim Abschluss von Neuverträgen. Mieterinnen und Mieter können eine Mieterhöhung ablehnen, wenn sie über der im Mietspiegel ausgewiesenen Spanne der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt.

Aufgrund der seit dem 13. Juli 2022 geltenden Mietpreisbremse ist der Mietspiegel auch beim Abschluss von neuen Mietverträgen zu beachten. Zu Beginn eines neuen Mietverhältnisses darf die Miete, von wenigen Ausnahmen abgesehen, maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen.