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Wie ein Dresdner zum Rekord rennen will

Karl Bebendorf läuft erstmals daheim über Hindernisse – mit großem Ziel und auf dem Weg nach Tokio.

Karl Bebendorf hat im Heinz-Steyer-Stadion schnelles vor.
Karl Bebendorf hat im Heinz-Steyer-Stadion schnelles vor. © Matthias Rietschel

Dresden. Ganz jugendlich ist Karl Bebendorf nicht mehr. Dennoch ist der seit heute 25-Jährige das Aushängeschild des Leichtathletik-Jugendmeetings des Dresdner SC, das am Samstag im Heinz-Steyer-Stadion ohne Zuschauer über die Bühne geht.

Bebendorfs Heimatverein hat das Meeting auch in seiner 30. Auflage so ausgerichtet, dass auch die besten Aktiven eine Startchance erhalten, wenn sie denn wollen. In Corona-Zeiten wird jede Wettkampfmöglichkeit ohnehin gern angenommen. Und Bebendorf, ernsthafter Kandidat für die Olympischen Spiele, hat nach einem Trainingslager in Kienbaum bei seinem ersten Freiluftstart in dieser Saison gleich Großes vor.

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„Vor gut zwei Wochen habe ich bei der Leistungsdiagnostik auf dem Laufband einen Bestwert aufgestellt“, sagt Karl Bebendorf. Der zweifache deutsche Meister über 3.000 Meter Hindernis startet in Dresden über die seltener gelaufene Distanz über 2.000 Meter Hindernis. „Das ist für mich eine Art Testwettkampf, ein Unterdistanzrennen. So ein Hindernisrennen ist kein Zuckerschlecken, kostet viel mentale Kraft. Da ist es für den Kopf leichter, eine Strecke zu laufen, die etwas schneller vor-übergeht“, erklärt der Dresdner.

Deutsche Bestmarke soll fallen

Die halbe deutsche Hindernis-Elite will sich in Dresden mit Bebendorf messen. „Da ist niemand dabei, vor dem ich mich fürchten muss“, erklärt der Schützling von Trainer Dietmar Jarosch selbstbewusst. Bebendorf will in dieser Saison den deutschen Rekord auf dieser Unterdistanz angreifen. Den hält seit 1998 Marc Ostendarp mit 5:25,55 Minuten.

Bricht Bebendorf diese Bestleistung, bringt ihm das viele Punkte für die Weltrangliste ein, auf der er im Moment als 44. notiert ist. Die 45 besten dieser Liste dürfen in Tokio starten. Der direktere Weg führt über die Norm von 8:22,00 Minuten über die 3.000-Meter-Distanz. Wer darunter bleibt, hat de facto sein Olympia-Ticket in der Tasche.

Dafür braucht Bebendorf, dessen Bestleistung bei 8:27,52 Minuten steht, allerdings ein schnelles, vermutlich internationales Rennen. Das ist derzeit für den Dresdner nicht in Sicht, obwohl er für die Team-Europameisterschaft in Polen im Juni nominiert wurde – da wird aber meist taktisch gelaufen.

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Deshalb begreift er die Chance in Dresden, sein erster Hindernis-Start überhaupt im Steyer-Stadion, als wichtigen Auftakt. „Ich versuche, ein gutes Rennen zu machen, habe aber keinen Anhaltspunkt, was ich kann. Deshalb ist das für mich die perfekte Generalprobe, in meinem gewohnten Umfeld mit recht guter Konkurrenz ein schönes Rennen abzuliefern“, sagt er.

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