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Dynamo muss komplett in Quarantäne

Nach zwei neuen Corona-Fällen können die Spiele gegen Hannover und Greuther Fürth nicht stattfinden. Der Chef der Deutschen Fußball-Liga will trotzdem weitermachen.

Selbst vor verwaisten Rängen wird in Dresden so schnell nicht gespielt.
Selbst vor verwaisten Rängen wird in Dresden so schnell nicht gespielt. © dpa-Zentralbild/Robert Michael

Dresden. Der Plan sah eigentlich anders aus, ganz anders. Am Montag sollte die Mannschaft von Dynamo für sieben Tage in ein Dresdner Vier-Sterne-Hotel einziehen, um sich unter Quarantänebedingungen auf das erste Spiel nach der Corona-Pause am Sonntag in Hannover vorzubereiten. In Quarantäne muss die Mannschaft auch - allerdings in häusliche. Und das für zwei Wochen. "Fakt ist, dass wir in den kommenden 14 Tagen weder trainieren noch am Spielbetrieb teilnehmen können“, wird Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Minge in einer Mitteilung zitiert, die der Verein am Samstagabend verschickte. Damit ist klar, dass neben der Auswärtspartie in Hannover auch das Heimspiel gegen Greuther Fürth verschoben werden muss.

Am Freitag wurde bei der dritten Testreihe auf das Covid-19-Virus erneut der komplette Zweitliga-Kader sowie der Trainer- und Betreuerstab untersucht. Einen Tag später stand fest, dass es zwei neue Corona-Fälle gibt. Die betroffenen Spieler seien in den vergangenen Tagen medizinisch unauffällig gewesen und gegenwärtig weiter symptomfrei, heißt es in dem Schreiben. 

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Namen nennt der Verein wie bereits in dem ersten Fall, der nach der ersten Testreihe bekanntgemacht wurde, mit Verweis "auf den Schutz der Privatsphäre und die Persönlichkeitsrechte aller Angestellten des Vereins" nicht. Der erste mit Corona infizierte Profi befindet sich seit dem 3. Mai in Quarantäne.

Die 42 Abstriche wurden in einem von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zugewiesenen Labor in Jena ausgewertet. „Wir haben in den zurückliegenden Wochen sowohl personell als auch logistisch einen enormen Aufwand betrieben, um alle vorgeschriebenen medizinischen und hygienischen Maßnahmen strikt umzusetzen. Wir stehen im Austausch mit dem zuständigen Gesundheitsamt und der DFL, um alle weiteren Schritte abzustimmen", betonte Minge. 

Zweimal Training mit dem Team ohne Kontaktverbote

Das zuständige Dresdner Gesundheitsamt habe "nach einer intensiven Analyse der Situation noch am Samstag darüber entschieden, dass sich der gesamte Zweitliga-Kader samt Trainer- und Betreuerteam ab sofort in eine 14-tägige häusliche Quarantäne begeben muss", teilte Dynamo weiter mit. 

Bei der zweiten Testreihe am 4. Mai hatte es keinen weiteren positiven Fall gegeben. Das Schlusslicht der 2. Liga hatte seit Donnerstag zwei Einheiten mit der gesamten Mannschaft absolviert. Seitdem waren die Kontaktverbote - zumindest auf dem Platz - aufgehoben.

Offen ist nun, was die beiden neuen Fälle für die Fortsetzung der Saison und Dynamo bedeuten. "Darüber müssen wir uns nächste Woche Gedanken machen", erklärte DFL-Chef Christian Seifert  am Samstagabend im ZDF-Sportstudio, gab aber schon einmal eine Richtung vor: "Wenn Dresden jetzt 14 Tage in die Quarantäne geht, dann ist das für den Moment noch kein Grund, die Fortführung der zweiten Liga komplett in Frage zu stellen. Von den 81 Spielen sind nur zwei betroffen." Allerdings müsste Dynamo nach dem Ende der Quarantäne genügend Zeit fürs Training gegeben werden, um das Verletzungsrisiko zu minieren. Eine zu kurze Vorbereitungszeit würde zudem einen klaren Wettbewerbsnachteil gegenüber den Kontrahenten bedeuten. Ein Wiedereinstieg der Schwarz-Gelben in die Saison wäre somit frühestens am Pfingstwochenende  möglich. Es blieben dann noch viereinhalb Wochen für neun Spiele. Die Saison endet planmäßig am 30. Juni, dann laufen auch viele Spielerverträge aus. Dynamo hatte in den vergangenen Tagen wiederholt mehr oder minder offen Kritik an der Saisonfortsetzung geübt. 

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"Klar ist, es gibt sicherlich eine Größe, dann ist das irgendwann nicht mehr machbar", sagte Seifert. Eine Zahl wollte der 51-Jährige auf Nachfrage nicht nennen. Es sei auch davon abhängig, wann so etwas passieren würde. Er schloss nicht aus, dass die Saison auch über den 30. Juni hinaus fortgesetzt werden könnte. "Wir haben noch Puffer."

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