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Zerschlagung des Theaters Görlitz/Zittau ist vom Tisch

Landrat Bernd Lange distanziert sich von Extremvariante. Der Kreistag will die Theaterstruktur erhalten, gründet eine Arbeitsgruppe - und fordert mehr Geld.

Probe des Orchesters im Theater Görlitz: Um die Zukunft der Einrichtungen im Kreis wird derzeit gestritten.
Probe des Orchesters im Theater Görlitz: Um die Zukunft der Einrichtungen im Kreis wird derzeit gestritten. © André Schulze (Archiv)

Der Landkreis will die Theaterstrukturen in der jetzt bestehenden Form erhalten. Dazu soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden, die nach Möglichkeiten suchen soll, die finanzielle Absicherung zu gewährleisten. Das hat der Kreistag Görlitz am Mittwoch mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung beschlossen.

Die Arbeitsgruppe wird sich demnach aus zwei Mitarbeitern der Landkreisverwaltung, dem Generalintendant, einem Vertreter der Theater-Mitarbeiter, je einem Vertreter der Fraktionen des Kreistages, je einem Vertreter der Gesellschafter Görlitz und Zittau sowie je einem Vertreter der Stadträte der Gesellschafter Görlitz und Zittau zusammensetzen.

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Bis zur Kreistagssitzung am 22. April kommenden Jahres soll die Arbeitsgruppe einen Vorschlag für einen Beschluss vorlegen. Landrat Bernd Lange (CDU) wurde vom Kreistag beauftragt, alle möglichen zusätzlichen Finanzierungen aus Bundes- und Landesmitteln zu prüfen.

Hintergrund des Ganzen ist eine Debatte um ein Gutachten der Münchner Beratungsfirma actori für die Oberlausitz. Demnach sollen die Schauspielsparten und Orchester im Kulturraum zusammengelegt werden. Die Neue Lausitzer Philharmonie in Görlitz würde mit dem Sorbischen Nationalensemble in Bautzen fusionieren. Das Musiktheater-Ensemble und das Ballett in Görlitz könnten ganz aufgelöst werden. Das hatte für heftige Kritik gesorgt. "Es war eine Extremrichtung und hat zu viel Unmut geführt", räumte Landrat Bernd Lange jetzt während der Kreistagssitzung ein.

Kreisrat Michael Wieler aus Görlitz (Fraktion Freie Wähler) stellte zunächst den kompletten Beschluss zur Arbeitsgruppe in Frage. Denn, so argumentierte er, es gehe in der Vorlage um die "bestehenden Theaterstrukturen im gesamten Landkreis Görlitz", nicht aber, wie als Tagesordnungspunkt angekündigt war, um die Theaterfinanzierung im Kulturraum, also der Oberlausitz.

Landrat Bernd Lange sah dies anders. Es gehe um die Theaterfinanzierung insgesamt. Michael Wieler sah daraufhin von einem Antrag ab. "Sie sind der Sitzungsleiter und wenn Sie so überzeugt sind, stelle ich keinen Antrag", sagte er an die Adresse des Landrates.

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Derweil drängt auch die Stadt Bautzen auf eine Veränderung der Theaterfinanzierung ab 2023. Da das Sorbische Nationaltheater auch außerhalb des Kulturraums auftrete, finanziere die Stadt das Angebot jenseits der Stadtgrenzen mit. Das trifft aber auf den gesamten Kulturraum zu, weswegen ohnehin fraglich ist, ob diese Gastspiele von der Finanzverfassung gedeckt sind. Bislang hatte es von allen Bautzener Beteiligten immer geheißen, die Finanzierung des Theaters in Bautzen sei sicher.

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