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Görlitzer Ratsarchivar vertröstet Kalenderfreunde auf 2024

Ratsarchivar Siegfried Hoche gab seit 2011 fast jedes Jahr einen Kalender mit Fotos von Robert Scholz heraus. Diesmal ging ein anderer Druck vor.

Von Ines Eifler
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Ratsarchivar Siegfried Hoche hat seit 2011 fast jedes Jahr einen historischen Görlitz-Kalender herausgegeben. 2023 gibt es keinen.
Ratsarchivar Siegfried Hoche hat seit 2011 fast jedes Jahr einen historischen Görlitz-Kalender herausgegeben. 2023 gibt es keinen. © Pawel Sosnowski

Viele Görlitzer freuen sich jedes Jahr auf den Kalender des Ratsarchivs mit den Schwarz-Weiß-Fotografien, die Robert Scholz (1843-1926) vor teilweise über 150 Jahren von der Stadt anfertigte.

Das alte Wilhelmstheater hinter der Kaufhaus-Baustelle, der hölzerne Vorgängerbau der Stadthalle und sogar ein künstlerisches Foto, auf dem Robert Scholz sich selbst als jungen Fotografen und Modell abbildet, waren etwa im Kalender 2022 zu finden.

Robert Scholz macht Ratsarchiv bekannter

Auf den nächsten müssen die Görlitzer allerdings bis 2024 warten. "Ich weiß, was dieser Kalender vielen bedeutet", sagt Ratsarchivar Siegfried Hoche, "und es tut mir leid, dass es diesmal keinen gibt." Bisher ist seit 2011 fast jedes Jahr einer zum Preis von zehn Euro erschienen. "Ich selbst habe mich jedesmal über das Interesse der Görlitzer gefreut, die zu uns ins Ratsarchiv kamen, um einen oder auch gleich mehrere Kalender zu kaufen", sagt Hoche. "Es war mir immer wichtig, dass dadurch auch das Ratsarchiv öffentlich stärker wahrgenommen wird."

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Doch der Druck einer Aufsatzsammlung des Archivs war diesmal dringlicher. Da Druckkosten und Papierpreise enorm gestiegen sind, man vorher schlecht kalkulieren konnte und unklar war, ob die Publikation mit den geplanten Mitteln finanzierbar sein würde, entschied Hoche, lieber einen Puffer einzubauen und mit seinem kleinen Team diesmal keinen Kalender herzustellen. "Auch dafür hätten wir mehr Geld einplanen müssen."

Der nächste Kalender wird teurer

Im nächsten Jahr aber wird das Ratsarchiv wieder einen Kalender herausgeben. Hoche sagt zwar, die besten Bilder von Robert Scholz habe er bereits gezeigt. Er habe auch schon Überlegungen angestellt, andere Fotografen des historischen Görlitz hervorzuheben. "Aber an die Qualität der Scholz-Fotos kommen andere nicht heran."

Die großen Glasplatten, die um 1900 als Negative dienten, bilden die Görlitzer Straßen, Plätze, Gebäude und Menschen so gestochen scharf ab, dass man selbst auf große Entfernung noch Hutfedern und Knopfleisten an Kleidern erkennen kann. Archive anderer Fotografen gäben nicht so viel her. Also wird man auch 2024 wieder Aufnahmen von Robert Scholz erkunden können, Hoche hat schon einige Ideen dazu.

Der Preis von zehn Euro wird allerdings wegen der allseits steigenden Kosten nicht zu halten sein. Die Erlöse aus den Kalenderverkäufen fließen jeweils in den Haushalt des Ratsarchivs ein. Sie trugen bisher dazu bei, dass jährlich zwei Görlitzer Stadt- oder Rechnungsbücher restauriert werden konnten, die für die Erforschung der Stadtgeschichte von unschätzbarem Wert sind.