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Christian Thielemann vor Start an Staatsoper Berlin: "Da willste wieder hin"

Christian Thielemann beginnt seine erste Saison als Generalmusikdirektor an der Berliner Staatsoper Unter den Linden mit Optimismus und einem prall gefüllten Terminkalender.

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Der designierte Generalmusikdirektor Christian Thielemann steht bei einem Termin vor der Pressekonferenz zu den Plänen der Spielzeit 2024/25 der Staatsoper Unter den Linden auf der Bühne.
Der designierte Generalmusikdirektor Christian Thielemann steht bei einem Termin vor der Pressekonferenz zu den Plänen der Spielzeit 2024/25 der Staatsoper Unter den Linden auf der Bühne. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Berlin. Der scheidende Dresdner Staatskapellen-Chef Christian Thielemann blickt optimistisch auf seine erste Saison als Generalmusikdirektor an der Berliner Staatsoper Unter den Linden. "Ich freue mich, dass ich dieses Orchester in diesem formidablen Zustand vorfinde", sagte der 65-Jährige am Montag bei der Präsentation des Spielplans für 2024/25. Thielemann folgt vergleichsweise kurzfristig auf Daniel Barenboim, der den Posten zu Beginn des vergangenen Jahres krankheitsbedingt abgeben musste.

Thielemann beginnt seinen auf fünf Jahre geschlossenen Vertrag mit einem bereits prall gefüllten Terminkalender. Für die erste Saison ist deswegen mit "Die schweigsame Frau" von Richard Strauss (1864-1949) im Juli 2025 nur eine Opernpremiere unter seiner Leitung vorgesehen. Für Konzerte mit der Staatskapelle Berlin, dem Orchester der Staatsoper, steht Thielemann mehrfach am Pult. Im Oktober gibt es dann etwa ein Konzert mit Pianist Igor Levit.

Tonfilme und Theaterstücke der Weimarer Zeit zum Jahreswechsel

Für das Konzert zum Jahreswechsel verzichtet Thielemann auf die sonst traditionell übliche Neunte Sinfonie von Ludwig van Beethoven und hat ein Programm aus Tonfilmen und Theaterstücken der Weimarer Zeit unter anderem von Kurt Weill zusammengestellt. Thielemann, bisher bei der Staatskapelle Dresden unter Vertrag, betonte am Montag erneut, keinen Chefposten angestrebt zu haben. Nach Proben mit der Staatskapelle Berlin habe er sich gesagt: "Da willste wieder hin."

Für die Saisoneröffnung hat die Staatsoper erneut die in Russland geborene Sopranistin Anna Netrebko als Abigaille in einer Neuinszenierung von Giuseppe Verdis "Nabucco" engagiert. Wegen ihrer angeblichen Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin war sie nach Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine in die Kritik geraten. Netrebko hat neben der russischen auch die österreichische Staatsbürgerschaft. Ihr Management verweist stets darauf, Netrebko habe sich gegen den Krieg ausgesprochen.

Elisabeth Sobotka, bisher Chefin der Bregenzer Festspiele und mit der neuen Saison Intendantin der Staatsoper, verteidigte das Engagement der umstrittenen Star-Sopranistin. "Man muss sich auch irren dürfen", sagte Sobotka.

Wiedersehen mit Barenboim geplant

Die Saison führt auch Simon Rattle wieder an die Staatsoper. Der britisch-deutsche Dirigent steht im März 2025 bei der Premiere der "Ausflüge des Herrn Brouček" von Leoš Janáček am Pult.

Ein Wiedersehen ist auch mit Barenboim geplant, der im November zwei Konzerte dirigieren soll. Der 81-Jährige hatte 1992 als Generalmusikdirektor der Staatsoper auch die Staatskapelle übernommen. Sein Opern-Vertrag sollte ursprünglich bis 2027 laufen. Die musikalische Leitung der Staatsoper gab er gesundheitsbedingt 2023 ab. Bereits 2000 wählte ihn die Staatskapelle zum Chefdirigenten auf Lebenszeit - dies gilt als Ehrenamt. Inzwischen ist er Ehrenchefdirigent der Staatskapelle und zudem Ehrenmitglied der Staatsoper. (dpa)