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Arbeit und Bildung

Mehr Schwung für die Kleinen

Im Erzgebirge gibt es mehr als 6.600 Firmen mit weniger als zehn Mitarbeitern. Damit sie auch künftig am Markt bestehen können, legt ein Netzwerk jetzt vor.

Traditionelles Handwerk ist im Erzgebirge fest verankert. Eine neue Initiative will Klein- und Kleinstunternehmer stärken.
Traditionelles Handwerk ist im Erzgebirge fest verankert. Eine neue Initiative will Klein- und Kleinstunternehmer stärken. © prostooleh

Annaberg-Buchholz. Der Bäcker am Dorfplatz, der sich kein Filialnetz leisten kann. Der Landschaftsgärtner mit überschaubarem Kundenstamm, der Bauhandwerker mit kleiner Werkstatt – sie alle machen das wirtschaftliche Leben vor allem im ländlichen Raum aus. Und sie sind gefährdet, denn immer öfter sorgen Fachkräftemangel oder das Fehlen eines geeigneten Nachfolgers dafür, dass gerade die kleinen Betriebe schließen müssen. Im Erzgebirge will ein Netzwerk gegensteuern und hat dazu nun ermittelt, wo die Kleinunternehmer der Schuh drückt.

Die Ergebnisse der jetzt vorgestellten Studie zeigen, was erfolgreiche Unternehmen von den weniger erfolgreichen unterscheidet.

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Und das sind zuerst zwei Dinge: die Bereitschaft, sich offensiv zu präsentieren und die enge Zusammenarbeit in Netzwerken. So bieten Firmen, die ihre Marktsituation als gut bewerten, überdurchschnittlich mehr Schülerpraktika und Ferienjobs an, sie sind auf Messen präsent, nutzen soziale Netzwerke und engagieren sich in der Region. „Vor allem aber nutzen sie das Spektrum an Möglichkeiten, um Mitarbeiter ans Unternehmen zu binden und ihnen damit zu zeigen, was sie ihnen wert sind: sei es die Übertragung von Verantwortung, die Einbindung in unternehmerische Entscheidungen, Weiterbildungen und nicht zuletzt regelmäßige Lohnerhöhungen“, heißt es in der Auswertung der Studie. Dabei stellte sich auch heraus, dass der Nachwuchs die Arbeit in kleinen, oft familiär geführten Betrieben durchaus schätzt. Jeder zweite befragte Azubi gab an, dass er gern in einem solchen Unternehmen lernt. Rund 65 Prozent der jungen Leute zeigte sich zudem heimatverbunden und möchte gern im Erzgebirge bleiben.

In der Region verankert

Gute Voraussetzungen also, um die Kleinen zu stärken. IHK und Kreishandwerkerschaft wollen nun gemeinsam mit Verbänden und natürlich den Unternehmern selbst Ideen auf den Weg bringen. Die Studie habe neben den Problemen auch das Potenzial der Region gezeigt. „Die Kleinunternehmer sind, nicht nur in unserer Branche, das Herz und das Rückgrat der Region Erzgebirge. Sie zählen zu den wichtigsten Leistungsträgern. Als Teil der Fachkräfteallianz Erzgebirge sehen wir die Studie und den Kleinunternehmertag als ersten wichtigen Schritt hin zur Anerkennung dieser erbrachten Leistung. Wir wollen darauf aufbauen und die Kleinunternehmer auch zukünftig besser unterstützen“, sagt etwa Frederic Günther, Geschäftsführer Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller.

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Dr. Peggy Kreller verantwortet das Regional- und Standortmarketing im Erzgebirge. Sie weiß, warum es vor allem auf die Kleinen ankommt.

Seine Branche ist fest im Erzgebirge verankert und hat die Region auf über deutsche Grenzen hinaus bekannt gemacht. Viele Kunsthandwerker arbeiten traditionell in Klein- oder sogar Kleinstbetrieben. Die IHK will Unternehmer künftig direkt und vor Ort über die Studie und Unterstützungsmöglichkeiten informieren. 

Hier geht es zur Studie und zum Tag der Kleinunternehmen.

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