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Gehweg per Pinselstrich

Die Verbindung zwischen Freier Werkschule und Franziskaneum soll sicherer werden. Die Maßnahmen des Ordnungsamtes stoßen auch auf Kritik.

Ein auf die Straße aufgemalter Fußweg sowie eine Einbahnstraßen-Reglung sollen die Sicherheit für Fußgänger auf der Vorbrücker Straße erhöhen.
Ein auf die Straße aufgemalter Fußweg sowie eine Einbahnstraßen-Reglung sollen die Sicherheit für Fußgänger auf der Vorbrücker Straße erhöhen. © Stadt Meißen

Meißen. Weiß glänzen die Linien in der Sonne. Hier, auf der Vorbrücker Straße, wurden sie dieser Tage aufgebracht. Zwischen Zscheilaer Straße und Weinberggasse ist eine Abgrenzung für Fußgänger entstanden – und damit ein sicherer Schulweg zur Freien Werkschule, vom Ludwig-Richter-Berg her, sowie als Verbindungsweg zwischen Freier Werkschule und Franziskaneum.

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Dieses Anliegen der Verkehrsbehörde im Rathaus kann Andreas Gerth nachvollziehen, der sich jetzt an die SZ-Lokalredaktion wandte. Denn er hält die Umsetzung der Idee für noch nicht gelungen. „Der markierte Schutzweg endet dort, wo zwei Pkw-Stellplätze ausgewiesen sind“, benennt er ein Problem, das nicht nur ihm auffiel. Und er fragt: Wohin sollen die Kinder ausweichen, die hier unterwegs sind, wenn dort Autos parken? Auf die Straße? Das kann doch nicht gewollt sein!

Das ist es auch nicht, hält Belinda Zickler dagegen. Die Leiterin des städtischen Ordnungsamtes verweist darauf, dass die weißen Markierungslinien nur ein Teil einer Maßnahme ist, mit der das Ordnungsamt den Verkehr hier insgesamt besser und sicherer organisieren will. Ebenso ist vorgesehen, eine Hol- und Bringezone für Elterntaxis auf der Zscheilaer Straße einzurichten. Eine zwei Stellflächen umfassende Fläche auf der Parkspur am Restaurant „Goldenes Fass“ soll durch Verkehrszeichen entsprechend ausgewiesen werden, sodass die als Elterntaxis bezeichneten Autos hier kurz zum Aus- bzw. Einsteigen der Schulkinder halten können. Damit werden die Pkw-Stellflächen an der Vorbrücker Straße überflüssig – zugunsten des Fußgänger-Schutzstreifens.

An der Vorbrücker Straße ist ein Gehweg markiert worden.
An der Vorbrücker Straße ist ein Gehweg markiert worden. © Stadt Meißen

Aus der Not eine Tugend

Mit der Markierung eines Gehweges habe die Stadt aus der Not eine Tugend gemacht, so die Ordnungsamtsleiterin: Ursprünglich war hier der Bau eines Gehweges vorgesehen – eine Maßnahme, die angesichts schadhafter Stellen auf und an belebteren Straßen im Stadtgebiet derzeit nicht die höchste Priorität in Meißen genießt. Die Ausweisung der Vorbrücker Straße als Einbahnstraße sowie die Markierung eines Schutzstreifens für Fußgänger, sollen stattdessen das sichere Passieren dieser Straße ermöglichen.

Wie Belinda Zickler ankündigt, werden noch weitere Verkehrszeichen – etwa das VZ 267 „Durchfahrt verboten“ – aufgestellt, um Autofahrern noch besser zu signalisieren, dass die Vorbrücker nur noch in einer Richtung befahrbar ist. Vorgesehen sind ebenso Kontrollen, bei denen sich Ordnungsamt und Verkehrspolizei vor allem auf das Verhalten der Elterntaxis konzentrieren werden. Denn mit der Zunahme des Präsenzunterrichts in den nächsten Tagen wird sicher auch das Aufkommen an Elterntaxis am Morgen und am Nachmittag steigen.

Die Öffentlichkeit einbeziehen

Natürlich ist es sehr erfreulich, dass die Stadt etwas für die Verkehrssicherheit vor allem der Kinder tut, sagt Andreas Gerth. Aus seiner Sicht hätte die Öffentlichkeit aber informiert werden sollen. So hätte die Verkehrsbehörde die Neureglungen ankündigen sollen. Dann wäre auch Zeit geblieben, um die Situation an der Einfahrt für die Gäste des Hotels „Goldenes Fass“ an der Feldgasse, die Andreas Gerth jetzt für viel zu eng hält, näher zu betrachten. Hier müsse eine bessere Lösung gefunden werden, ist er überzeugt.

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