merken
PLUS Meißen

Ist der Wegebau im Wald bei Großenhain illegal?

Der Naturschutzbund klagt gegen den Landkreis Meißen, weil ein Auwald gefährdet ist. Schuld ist die Verlegung eines Breitbandkabels.

Überflutungen sind wichtig für den Röderauwald bei Großenhain. Naturschützer sehen das jetzt durch einen Wegebau des Landkreises Meißen gefährdet.
Überflutungen sind wichtig für den Röderauwald bei Großenhain. Naturschützer sehen das jetzt durch einen Wegebau des Landkreises Meißen gefährdet. © Nabu Sachsen

Meißen/Großenhain. Technik gegen Natur. Der Naturschutzbund Sachsen hat Klage gegen den Landkreis Meißen erhoben. Anlass ist die Verlegung eines Breitbandkabels und der Ausbau eines Weges in der Region Großenhain. Die Naturschutzvereinigungen wurden vor Beginn der Baumaßnahmen nicht, wie gesetzlich vorgeschrieben, an den Planungen beteiligt. Betroffen sind das Naturschutzgebiet Röderauwald Zabeltitz, das Landschaftsschutzgebiet Mittlere Röderaue und Kienheide, das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Röderaue und Teiche unterhalb Großenhain sowie das EU-Vogelschutzgebiet Unteres Rödertal.

„Nachdem wir Kenntnis von dem Bau erlangt hatten, haben wir Widerspruch eingelegt. Erst dann hat der Landkreis Meißen die Naturschutzvereinigungen beteiligen wollen – nach längst erfolgtem Straßenbau und viel zu spät für die Schutzgebiete“, so Bernd Heinitz, Landesvorsitzender des NABU Sachsen. Dem Widerspruch wurde aber nicht stattgegeben. Deshalb bliebe nur der Klageweg vor dem Verwaltungsgericht Dresden.

LandMAXX - Baumärkte und Baustoffzentren
Mitten in Sachsen, ganz nah am Menschen
Mitten in Sachsen, ganz nah am Menschen

LandMAXX ist der freundliche, kreative und innovative Nahversorger für alle, die in Haus, Hof und Garten gern selbst anpacken.

Hintergrund: Im Frühjahr 2019 wurde bei Großenhain ein Breitbandkabel verlegt und der bestehende Waldweg als Straße ausgebaut. Dabei wurden "standortfremde Materialien 30 bis 40 Zentimeter hoch aufgeschüttet und mit einer Schottertragschicht aus Grauwacke und einer fünf bis zehn Zentimeter hohen Porphyrsplittschicht verdichtet".

Dadurch stelle der Weg bei Hochwasser eine Sperre dar und verhindere so, die für den Auwald notwendige Überschwemmung. Größere zusammenhängende, naturnahe Auwälder zählen heute in Mitteleuropa zu den seltensten Biotoptypen überhaupt. Sie sind unter anderem durch den Klimawandel gefährdet und auf periodische Flutungen angewiesen. „Was aber im Röderauwald geschehen ist, stellt das glatte Gegenteil dar, deshalb müssen wir unsere Stimme für die Natur nutzen und notfalls vor Gericht geltend machen“, sagt Bernd Heinitz.

Weiterführende Artikel

Großenhain: Vom radikalen Lockdown kalt erwischt

Großenhain: Vom radikalen Lockdown kalt erwischt

Gleich nun, ob Supermärkte oder Kirchen: Die aktuellen Entscheidungen stellen auch in der Röderstadt das Leben vor Ostern komplett auf den Kopf.

Großenhain macht sich für Sauberkeit stark

Großenhain macht sich für Sauberkeit stark

Kampagne für mehr Sicherheit der Bürger: Verwaltungschef Sven Mißbach unterzeichnete eine Vereinbarung mit dem Landespräventionsrat.

Sächsische.de hatte bereits im Juni 2019 über den Vorfall berichtet. Der Landkreis sah damals die Enso in der Pflicht. Die Enso machte für ihre Trassenplanung den engen Zeitrahmen verantwortlich, in dem Fördermittel für den Breitbandausbau ausgezahlt werden. Man habe das Kabel ursprünglich über Görzig ziehen wollen, hieß es . Aber es sei unmöglich gewesen, alle dafür erforderlichen Genehmigungen in der zur Verfügung stehenden Zeit zu bekommen.

Mehr zum Verfahren: https://sachsen.na

Mehr lokale Nachrichten aus Meißen lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Radebeul lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Riesa lesen Sie hier.

Mehr lokale Nachrichten aus Großenhain lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Meißen