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Meißen

"Abschmettern von guten Ideen"

Mathematiker Norbert Herrmann und Zahnarzt Roland Zeitschel kritisieren die Ablehnung der Proschwitzer Gästenhaus-Pläne. Stadtrat Andreas Graff verteidigt sie.

Auch eine Woche nach dem negativen Stadtratsbeschluss in Meißen bewegt der Streit um ein Bauprojekt von Sachsens größtem Privatwinzer die Gemüter.
Auch eine Woche nach dem negativen Stadtratsbeschluss in Meißen bewegt der Streit um ein Bauprojekt von Sachsens größtem Privatwinzer die Gemüter. © Claudia Hübschmann

Norbert Herrmann und Roland Zeitschel: Jeder Meißner konnte am letzten Mittwoch Abend unser Stadtparlament per Internet begleiten. Unter anderem stand der Bauantrag der Familie Prinz zur Lippe zur Errichtung eines Gästehauses und eines Aussichtsturms als ein Tagesordnungspunkt zur Diskussion.

Wer das verfolgte, dachte, er sei im falschen Film. Vorgetragen wurden sachlich fundierte Anträge von den Antragstellern, von kompetenten Architekten sowie Fürsprechern, die nachwiesen, dass das Vorhaben ein Gewinn sei für Meißen.

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All dies wurde von etwa drei Stadtverordneten geradezu abgebügelt. Sie lasen ihre vorgefertigte Meinung vor und ließen sich von keiner der Projektänderungen, die den ersten Antrag verbesserten, beeindrucken. 13 zu 12 haben diese in der Abstimmung gesiegt.

Was für ein Sieg! Toll!

Sicher waren einige ihrer Fraktion gefolgt, sie wussten dennoch, was sie tun. Abschmettern von guten Ideen zum Unwohl der Stadt. So gewinnt man keine neuen Investoren, die frischen Wind nach Meißen und damit weiteren wirtschaftlichen Aufschwung bringen.

Mehr zu dem Thema lesen Sie hier:

"Bedenken waren Prinzen bekannt"

Andreas Graff: Die Fraktion Die Linke hat sich wiederholt in der Meinungsbildung und Entscheidungsfindung sehr gründlich und wahrlich umfassend mit dem Bauvorhaben des Herrn Georg Prinz zur Lippe in Proschwitz beschäftigt. Genau das erfolgte, obwohl das Bauvorhaben schon mehrere Jahre in Ausschüssen und Stadtratssitzungen auf der Tagesordnung stand.

Gründlich wurden Akten aus dem Archiv und vor allem die vorhandene Gesetzgebung zum Schutze der Landschaft, der Natur und des Denkmals studiert. Auch die Meinungen von Anwohnern und Meißnern nahmen den beachtlichen Stellenwert ein. So natürlich auch die vom Ehrenbürger der Stadt Meißen Herrn Dr. Günter Naumann. Erwähnenswert ist auch, dass Herrn Georg Prinz zur Lippe nicht nur unsere Bedenken und mögliche Ablehnungsgründe bekannt waren. Jedoch gab es von ihm dazu keine Bewegung. Er blieb an seinem vorgesehenen Standort des Bauvorhabens.

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Was mich in der journalistischen Reflektion der Stadtratssitzung arg verärgert hat, war die anmaßende Feststellung von Herrn Anderson, dass ich noch am Tage vor der entscheidenden Stadtratssitzung gegen das Vorhaben Stimmung mit einem Schreiben von Heimatforscher Günter Naumann machte. Es erfolgte von mir als Stadtrat verpflichtend die Verteilung für eine demokratische Meinungsbildung.

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