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Dresden

Motorradfahrer-Demo bremst Autos

Mehr als 1.000 Biker werden am 4. Juli in Dresden erwartet. Angemeldet haben die Demo zwei Frauen. Wogegen sie und andere Motorradfahrer protestieren.

Mona Salomo-Brendel und ihrer Tochter Sara finden Fahrverbote nur für Motorräder ungerecht und organisieren deshalb eine Demonstration.
Mona Salomo-Brendel und ihrer Tochter Sara finden Fahrverbote nur für Motorräder ungerecht und organisieren deshalb eine Demonstration. © SZ/Christoph Springer

Dresden. Das wollen sie sich nicht gefallen lassen: dass sie bald vielleicht nicht mehr dort fahren dürfen, wo eine reizvolle Straße für Motorradfahrer entlangführt. Und das, obwohl sie sich nichts zuschulden haben kommen lassen. Mona Salomo-Brendel und ihre Tochter Sara Brendel organisieren deshalb eine Motorradfahrer-Demonstration in Dresden. Sie findet am Sonnabend, 4. Juli, statt und die zwei Organisatorinnen rechnen mit wenigstens 1.000 Motorradfahrern.

Anlass des Protests ist eine Bundesratsinitiative gegen Motorradlärm. Stimmt der Bundestag zu, könnten Kommunen danach Fahrverbote für bestimmte Strecken erlassen, die an Sonn- und Feiertagen gelten. Viele Motorradfahrer sehen das als unverhältnismäßig an. "Ja, es gibt einige, die zügiger fahren und laut sind", sagt Mona Salomo-Brendel. "Aber dafür alle zu bestrafen, finden wir nicht in Ordnung. Es gibt bestehende Gesetze und die muss man auch anwenden." 

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Demos in zwölf weiteren Städten geplant

Die Dresdnerin fährt seit drei Jahren Motorrad. Ihre japanische Suzuki hat einen gesetzeskonformen Auspuff, sie ist nicht zu laut. "Ich empfinde das als ungerecht", urteilt sie über die Idee, Fahrverbote für alle Motorräder zu verhängen. Deshalb organisiert die 50-jährige Sekretärin gemeinsam mit ihrer Tochter die Demo am ersten Juli-Sonnabend. 

Wie in zwölf anderen deutschen Städten wollen dabei Tausende Motorradfahrer ins Zentrum kommen und auf ihre Ablehnung aufmerksam machen. In Dresden treffen sie sich um 14 Uhr auf dem Theaterplatz, unmittelbar zuvor kommen sie aus allen Richtungen in die Stadt. Durch diese Sternfahrten kann es insbesondere im Dresdner Zentrum zu Verkehrsbehinderungen kommen. 

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Die Teilnehmer kamen unter anderem aus Nossen. Ihre Veranstaltung richtete sich gegen neue Pläne aus Berlin.

Auf dem Theaterplatz wird eine Bühne stehen, mehrere Redner haben sich angesagt, unter anderem vom Pirnaer Verein "Motorradfreunde Beinhart". Parteipolitik soll keine Rolle spielen, dafür aber zum Beispiel der Bürgermeister von Augustusburg Dirk Neubauer (SPD) sprechen, der beide Seiten kennt: begeisterte Motorradfahrer, die in das Zweiradmuseum im Schloss Augustusburg kommen, und Anwohner, die Motorradlärm regelmäßig nervt. (SZ/csp)

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