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Beiersdorf beginnt Herstellung von Desinfektionsmittel

Ab der kommenden Woche kann die Auslieferung beginnen. 500 Tonnen will die Firma spenden. Wie viel davon aus dem Werk in Waldheim kommt, ist unklar.

Schon jetzt werden bei Beiersdorf in Waldheim Produkte mit Ethanol abgefüllt. Damit gibt es an dem Standort beste Voraussetzungen für die Herstellung von Handdesinfektion.
Schon jetzt werden bei Beiersdorf in Waldheim Produkte mit Ethanol abgefüllt. Damit gibt es an dem Standort beste Voraussetzungen für die Herstellung von Handdesinfektion. © Dietmar Thomas

Am Waldheimer Sitz der Firma Beiersdorf hat die Produktion von Desinfektionsmittel begonnen. Voraussichtlich ab der kommenden Woche sollen die ersten Mengen des zurzeit so dringend benötigten Schutzmittels im Kampf gegen das Coronavirus ausgeliefert werden. Darüber informierte eine Sprecherin des Unternehmens.

Ziel ist es, die Desinfektion regionalen Abnehmern zukommen zu lassen. „In Sachsen stehen wir in enger Abstimmung mit dem Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, das die Verteilung von den Spenden zentral für den Freistaat koordiniert“, informierte die Sprecherin.

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Mindestens 500 Tonnen Händedesinfektion will Beiersdorf herstellen und spenden, hieß es in einer früheren Mitteilung des Konzerns. Hergestellt werde das Mittel sowohl in Waldheim als auch am Beiersdorf-Stammsitz in Hamburg sowie in Tres Cantos bei Madrid.

Für die Produktion des Mittels musste am Standort in Waldheim kaum etwas verändert werden, da das Unternehmen dort bereits Produkte mit einem sehr hohen Ethanolgehalt abgefüllen lässt. „Die entsprechenden technischen Voraussetzungen zur Produktion und Abfüllung liegen vor“, so die Unternehmenssprecherin. Bauliche Veränderungen seien damit nicht notwendig. Der normale Betrieb am Standort werde von dem neuen Produkt nicht beeinträchtigt.

„Derzeit und geplant hat die zusätzliche temporäre Produktion der Desinfektionsmittel keinen Einfluss auf die regulären Kapazitäten der jeweiligen Standorte.“ Die rund 250 Mitarbeiter in Waldheim stellen normalerweise Cremes der Marken Nivea und Eucerin her. Die Produktion des Desinfektionsmittels sei so in den Ablauf eingeplant, dass sie durch das bestehende Team abgedeckt werde, erklärte die Sprecherin weiter.

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Für die Herstellung der Hände-Desinfektion, die hauptsächlich auf einer Ethanol-Glycerin-Lösung basiert, greift das Unternehmen derzeit auf eigene Rohstoffvorräte zurück. Über zukünftige Mengen sowie Produktionszeiträume kann das Unternehmen derzeit noch keine Aussagen treffen. Dies sei abhängig von den Entwicklungen sowie dem Vorhandensein der Vormaterialien, wie etwas dem Ethanol, erklärte die Sprecherin.

Am Standort Hamburg sind am Montag bereits die ersten 6.000 Liter Desinfektionsmittel gespendet worden. Erhalten haben diese die Hamburger Feuerwehr sowie das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Auch in den eigenen Häusern des Konzerns wird zurzeit mehr Desinfektion verwendet. Denn im Zuge der Corona-Krise seien an den Standorten die Desinfektions- sowie Sicherheitsroutinen frühzeitig intensiviert worden. Darüber hinaus gelten auch die Mitarbeiter von Beiersdorf Reise-, Konferenz- und Zutrittsbeschränkungen. 

In Waldheim sowie an den anderen deutschen Standorten sei zudem der Schichtwechsel entzerrt worden. Auch in Kantinen sowie Gemeinschaftsräumen seien vorsorglich nicht notwendige soziale Kontakt reduziert worden. „Außerdem befinden sich einige Mitarbeiter aus dem administrativen Bereich bereits seit Anfang letzter Woche im Homeoffice“, ergänzte die Sprecherin.

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Der Standort Waldheim ist Heimat der Marke Florena, die inzwischen komplett zum Konzern Beiersdorf gehört. Ende Februar hatten die Mitarbeiter erfahren, dass ihr Standort geschlossen werden soll. Das Unternehmen plant ein neues Werk in der Nähe von Leipzig.

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