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Das sagt Dresdens CDU-Chef nach der Wahl

Wie es ist, ein Direktmandat an die Grünen zu verlieren, und was die CDU dazulernen musste, sagt Parteichef Christian Hartmann im Gespräch nach der Wahl.  

Christian Hartmann
Christian Hartmann © Sven Ellger

Trotz Verlusten ist die CDU der Sieger der Landtagswahl. Auch in Dresden. Parteichef Christian Hartmann weiß, dass die CDU von Wählern profitiert hat, die sonst andere Parteien wählen. Nach den Ergebnissen der Kommunalwahl im Mai und Prognosen vor der Landtagswahl hatte Hartmann einen schlechteren Ausgang befürchtet. „Aber wir haben einen engagierten Wahlkampf gemacht und auch an der Haustür versucht, Wähler von uns zu überzeugen.“ Das sei offenbar gelungen. 

Die CDU habe den Dresdnern verdeutlicht, dass sie Angebote für die Zukunft mache. „Mir ist bewusst, dass wir Stimmen von Menschen bekommen haben, die eher andere Parteien wählen.“ Dafür sei er sehr dankbar. Denn es sei auch für die Signalwirkung der Landeshauptstadt wichtig, dass die CDU hier stärkste Kraft geworden ist. „Außerdem zeigt die hohe Wahlbeteiligung, dass es einen klaren Gewinner gibt – die Demokratie. Der Schwerpunkt der künftigen Arbeit wird sein, die Polarisierung und die gespaltene Gesellschaft zu überwinden.“ Nur so könne das Vertrauen der Wähler zurückgewonnen werden.

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"Die CDU hat gekämpft. Das ist vielleicht der Unterschied"

Dass die CDU verloren habe, sei eine Frage der Perspektive, sagt Hartmann. „Im Vergleich zur Bundestags, Europa- und Kommunalwahl ist es uns gelungen, mehr Menschen von uns zu überzeugen.“ Auch wenn die CDU zum ersten Mal seit 1990 nicht alle Direktmandate in Dresden geholt habe, sei bedauerlich. „Gunter Thiele hatte aber auch einen sehr schwierigen Wahlkreis. Wir haben in allen Wahlkreisen eine Aufholjagd hingelegt und in den meisten Fällen hat es funktioniert.“ In Dresden Mitte eben nicht. Dort hat mit Thomas Löser zum ersten mal ein Grüner ein Direktmandat in Dresden geholt. „Aber die CDU hat gekämpft. Das ist vielleicht der Unterschied zu Wahlkämpfen davor. Wir haben es vielleicht als zu selbstverständlich hingenommen, die Mandate zu gewinnen. Wir haben dazulernen müssen.“

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Nun werde die CDU diskutieren, wie sie sich inhaltlich aufstellen will. „Die letzten Monate haben gezeigt, dass wir den Bürgern mehr erklären, zuhören und dann auch liefern müssen.“ Das gelte auch für die Stadtratsfraktion der CDU. Danach werde auch über mögliche personelle Veränderungen nachgedacht. „Das Personal ist nicht in Stein gemeißelt“, lässt Hartmann auch seine Zukunft als Parteichef offen.  

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