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Weitere Schlägerei an Dresdner Oberschule

Ein heftiger Gewaltausbruch endete im März für Schüler in Cossebaude im Krankenhaus. Nun stellt sich heraus: Es war nicht die erste Prügelei an dieser Schule.

Gewalttätige Übergriffe unter Schülern häufen sich. Zuletzt gingen Jugendliche an der Oberschule Cossebaude aufeinander los, es gab Verletzte.
Gewalttätige Übergriffe unter Schülern häufen sich. Zuletzt gingen Jugendliche an der Oberschule Cossebaude aufeinander los, es gab Verletzte. © Symbolfoto: imago/photothek

Dresden. Anfang März sorgte eine Schlägerei an der Oberschule Cossebaude in Dresden für Schlagzeilen. Mehrere Jugendliche waren auf dem Schulhof in Streit geraten, was letztlich in einer Prügelei endete. Eltern der Oberschüler machten sich Gedanken, wie es zu diesem ungewöhnlichen Gewaltausbruch kommen konnte und wie die Schule damit umgeht. Die SZ recherchierte damals bei Polizei und Landesamt für Schule und Bildung (Lasub) zu den Hintergründen und wie die Oberschüler künftig geschützt sollen

Erste Ermittlungen hatten zu diesem Zeitpunkt ergeben, dass es sich um Schüler verschiedener Nationalitäten handelte, es waren deutsche, irakische und tschetschenische Jugendliche. Fünf Schüler waren bei der heftigen Auseinandersetzung am 9. März verletzt und im Krankenhaus ambulant versorgt worden. Die Polizei bat die Dresdner um Mithilfe und nahm Hinweise dazu entgegen.

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Prügelei ohne Polizeieinsatz

Nun stellt sich heraus: Es war nicht der erste Vorfall dieser Art an der Cossebauder Oberschule, wie das Sächsische Innenministerium mitteilt. "Im Zuge der polizeilichen Ermittlungen zu diesem Vorfall wurde bekannt, dass sich am 6. März 2020 ein ähnlicher Sachverhalt an der Schule ereignet hat", so das Ministerium auf eine AfD-Anfrage. Zwei Schüler seien von einem oder mehreren Mitschülern geschlagen worden. Einen Polizeieinsatz gab es an diesem Tag aber nicht. Die Umstände der Auseinandersetzungen und die Tatbeteiligungen seien Gegenstand der laufenden Ermittlungen. 

Weitere Polizeieinsätze sind dem Ministerium an der Schule nicht bekannt.  An der Oberschule Cossebaude werden aktuell insgesamt 369 Schüler unterrichtet, darunter 61 Schüler, deren Herkunftssprache nicht oder nicht ausschließlich Deutsch ist, so das Innenministerium. In den Vorbereitungsklassen Deutsch als Zweitsprache werden aktuell 30 Schüler beschult. 

Nach dem Vorfall am 9. März waren bis zur Corona-Schließung der sächsischen Schulen am 16. März täglich Polizeibeamte vor Ort. Jeweils zum Unterrichtsbeginn sowie nach dem Ende des Unterrichts war ein Streifenwagen des Polizeireviers Dresden-West im unmittelbaren Umfeld der Schule präsent. "Aktuell ist keine Präsenz, da die betreffenden Schüler der Klassenstufe 7 und 8 nicht vor Ort sind" teilt Lasub-Sprecherin Petra Nikolov jetzt auf SZ-Anfrage mit. 

"Das Vorkommnis wird weiterhin seitens der Schule aufgearbeitet und angemessene Konsequenzen mit Wiederaufnahme des Schulbetriebs für die betreffenden Schüler haben." Auch mit den Eltern der Schüler werde intensiv zusammengearbeitet, um solche Vorfälle künftig zu verhindern. "Mit der weiteren Öffnung kommt es zu zusätzlichen präventiven Maßnahmen." Konkreter wird das Landesamt nicht.

Straftaten an Schulen häufen sich

Straftaten sind an Dresdens Schulen nicht so selten, wie Eltern vielleicht hoffen. Allein 2019 wurde in mehr als 500 Fällen gegen das Gesetz verstoßen. Zu den häufigsten Vergehen gehörten Diebstahl, Körperverletzung, Beleidigung, Bedrohung, das Verwenden verfassungswidriger Symbole und Volksverhetzung, teilte das Sächsische Innenministerium auf eine Landtagsanfrage mit. 

An welchen Schulen die Straftaten verfolgt wurden, dazu gibt das Ministerium ebenso wenig Auskunft wie zu den Beteiligten. Meistens waren aber Kinder, Jugendliche und Heranwachsende sowohl Täter als auch Opfer – überwiegend Deutsche, erst danach mit deutlichem Abstand gefolgt von syrischen Staatsangehörigen.

Grünen-Bildungsexpertin Agnes Scharnetzky: "Es ist erschütternd, wenn Kinder zu Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung greifen. Wichtig ist, dass wir nicht erst mit Prävention beginnen, wenn Gewalt schon zum Problem geworden ist."

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Sie sagt, Dresden brauche in allen Schulen Programme, wo Kinder lernen können, mit Konflikten und Frustration umzugehen. Es gehe in der Schule eben nicht nur um Inhalte, sondern auch um Werte und soziale Kompetenzen. "Das können wir auch nicht allein auf Schulsozialarbeiter abwälzen. Die Entwicklung einer Schulkultur der gegenseitigen Wertschätzung muss von allen mitgetragen werden, Schulleitung, Lehrkräften und Eltern - zum Wohl der Kinder." 

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