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Sind Bröckelfelsen das Aus für die Amselfallbaude?

Der Felssturz von 2017 war eine erste Warnung. Weitere Gefahren könnten beim Ausflugsziel in der Sächsischen Schweiz lauern.

Die Amselfallbaude im Amselgrund ist ein beliebtes Ziel für Wanderer. 1910 wurde das Blockhaus errichtet.
Die Amselfallbaude im Amselgrund ist ein beliebtes Ziel für Wanderer. 1910 wurde das Blockhaus errichtet. © Archiv: Daniel Förster

Die Amselfallbaude am Wanderweg zwischen Rathewalde und dem Kurort Rathen ist ein beliebter Treffpunkt für Wander- und Naturfreunde. Die Gäste können hier nicht nur einkehren, sondern werden in der Informationsstelle des Nationalparks auch mit Hintergrundwissen ausgestattet. Ein weiterer Besuchermagnet ist der Amselfall, dessen Wasserschauspiel an Romantik kaum zu übertreffen ist. Im Winter präsentiert er sich zeitweise als mächtige Eisformation. Besucher wissen das zu schätzen. Denn auch am Amselgrund nagt der Zahn der Zeit.

Ob Gastwirtschaft und Informationsstelle im April wieder öffnen, ist im Moment unsicher. Grund sind die Felsen hinter der Baude, die immer poröser und bröckliger werden. Im Sommer 2017 kam es zu einem größeren Felssturz, bei dem eine Steinplatte auf das Dach des Nebengebäudes der Amselfallbaude schlug und in mehrere Stücke zerplatzte. Etliche Brocken, einer maß circa 40 Zenitmeter im Durchmesser, fielen in den Biergarten. Ein Tisch wurde in Mitleidenschaft gezogen und ein Stuhl verbogen. Zum Glück wurde niemand verletzt.

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Seither gibt es immer wieder vorsorgliche Felskontrollen oberhalb der Amselfallbaude. Die letzte fand im September 2018 statt. Geotechniker prüfen die Felsformation auf Stabilität, um einzuschätzen, ob Wanderer künftig in Gefahr sein könnten. Aufgrund der Felskontrollen brodelt schon seit einigen Wochen die Gerüchteküche. Vermutungen werden laut, dass aufgrund der porösen Felsen das Aus für die historische Amselfallbaude besiegelt sein könnte.

Dafür spricht, dass der Pachtvertrag mit Baudenwirt Uwe Knaak bislang nicht verlängert wurde. Der alte Vertrag endete mit Ablauf des Jahres 2018. Zuständig ist der Staatsbetrieb Zentrales Flächenmanagement Sachsen. Die Amselfallbaude ist Eigentum des Freistaates.

Im Sommer 2017 stürzten Felsbrocken in den Biergarten der Amselfallbaude.
Im Sommer 2017 stürzten Felsbrocken in den Biergarten der Amselfallbaude. © Mike Jäger

Auf Nachfrage der SZ bestätigt der stellvertretende Geschäftsführer des Zentralen Flächenmanagements, Dieter W. Ruf, dass über die Zukunft der Amselfallbaude noch nicht entschieden ist. Wanderer können also weiter hoffen. Inzwischen würden die ersten Ergebnisse der Felsuntersuchung vorliegen. Zudem haben Experten auch das Gefährdungspotential beurteilt. „Die Unterlagen werden derzeit ausgewertet, um Vorschläge für Gefahrenabwehrmaßnahmen zu entwickeln“, sagt Dieter W. Ruf. Aktuell würden Abstimmungen mit den zuständigen Fachbehörden und anderen Beteiligten stattfinden.

Wegen der laufenden Felsuntersuchungen hat der Freistaat Sachsen das Pachtverhältnis im vergangenen Jahr nicht automatisch verlängert. Erst nach der Auswertung der Felsanalyse soll eine Entscheidung zum Gastronomiebetrieb an der Amselfallbaude und zur Informationsstelle des Nationalparks getroffen werden. In welchem Umfang eine Felssicherung nötig, ob sie überhaupt möglich ist und in welchem Zeitraum sie stattfinden könnte, das könne derzeit noch nicht gesagt werden, heißt es vonseiten des Freistaates,

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Uwe Knaak, der seit fast 30 Jahren die Amselfallbaude betreibt, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Als im Juli 2017 die Felsbrocken auf seine Terrasse stürzten, konnte er noch berichten, dass in all der Zeit nur etwa drei- oder viermal Steine abgegangen seien. „Das ist alles reparabel“, sagte er damals. Und das dürfen jetzt Wanderer ebenfalls hoffen.

Die Baude befindet sich am Fuße von Sandsteinfelsen.
Die Baude befindet sich am Fuße von Sandsteinfelsen. © Mike Jäger

Sie wollen noch besser informiert sein? Schauen Sie doch mal auf www.sächsische.de/pirna und www.sächsische.de/sebnitz vorbei.

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