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Neuer Stahlbau in Niesky legt richtig los

Die Coronakrise bremst den Auftakt nur leicht. Bei der Mitarbeiterzahl ist aber noch viel Luft nach oben.

Neustart im Nieskyer Stahlbau: Philipp Hänel (links) steht als Geschäftsführer an der Spitze der Stahl Technologie Niesky GmbH. Um die Produktion vor Ort kümmert sich Frank Sommer.
Neustart im Nieskyer Stahlbau: Philipp Hänel (links) steht als Geschäftsführer an der Spitze der Stahl Technologie Niesky GmbH. Um die Produktion vor Ort kümmert sich Frank Sommer. © André Schulze

Seit dem 16. März ist auf dem Betriebsgelände an der Muskauer Straße die Stahl Technologie Niesky GmbH aktiv. Und hat damit die Nachfolge des insolventen Stahl- und Brückenbaus angetreten. Nach Einschätzung der neuen Chefetage verliefen die ersten Tage vielversprechend, auch wenn es noch Steigerungspotenzial gibt.

Wie angekündigt 30 Mitarbeiter eingestellt

Nachdem die Herstellung von Brücken von dem früheren Traditionsbetrieb bis Ende Februar auf Null heruntergefahren wurde, herrscht wieder Betriebsamkeit in den zuletzt fast leeren Hallen. Auch wenn nichts mehr so ist wie in früheren Zeiten, gibt es jetzt einen Neubeginn. Die Stahl Technologie Niesky GmbH hat wie angekündigt rund 30 einstige Stahlbauer eingestellt.

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"Mit ihnen arbeiten wir die Aufträge ab, die uns andere Unternehmen der DSD Steel Group zur Verfügung stellen", erklärt Philipp Hänel. Er ist Geschäftsführer der neuen Firma, die zum Verbund des belgischen Industriellen Claude Pirson gehört, der auch Eigentümer des Stahlbau-Geländes ist und dies im Zuge des Insolvenzverfahrens nicht an mögliche Konkurrenten verkaufen wollte.

Coronakrise verhindert neue Fremdaufträge

Mit Aufträgen aus dem DSD-Kosmos sind die Nieskyer Stahlbauer in ihrer jetzigen Belegschaftsstärke bis Jahresende bestens versorgt. Doch um weitere Mitarbeiter einstellen zu können, müssten auch Fremdaufträge akquiriert werden. Daran hapert es. Hänel sieht einen der wichtigsten Gründe dafür in der Coronakrise. "Jetzt eine neue Firma auf den Weg zu bringen, ist alles andere als leicht.

Wir haben Angebote verschickt. Aber manche unserer potenziellen Kunden befinden sich in Kurzarbeit. Da bleiben Bestellungen natürlich aus." Selbst Partner, mit denen man gute und intensive Gespräche geführt habe, hielten sich in der momentanen Situation bedeckt. "An ein verstärktes Wachstum ist unter diesen Bedingungen erstmal nicht zu denken."

Stahl Technologie fertigt Spezialbauteile

Trotzdem sieht Philipp Hänel die Stahl Technologie Niesky GmbH auf einem guten Weg. "Wir sind nun nicht mehr im Brückenbau aktiv, sondern beschäftigen uns mit Sonderstahlbau und technologischem Stahlbau. Mit Konstruktionen, die in dieser Branche gebraucht werden."

Beim Brückenbau habe es in Deutschland jede Menge Mitbewerber gegeben, in der jetzigen Ausrichtung sei der Betrieb aufgrund seiner speziellen Erzeugnisse viel weniger Konkurrenz ausgesetzt. Zumal er eng an die DSD Industriemontagen Delitzsch angebunden sei. Dort ist der Nieskyer Geschäftsführer zugleich Prokurist.

Zu den Kunden gehören Chemie- und Stahlkonzerne

Hänel erklärt die besondere Konstellation so: "Niesky fertigt und liefert Spezialbauteile, Delitzsch komplettiert sie dann bei den Auftraggebern vor Ort." Zu denen gehört unter anderem der Chemiegigant PCK Schwedt. Dort sind die Unternehmen der DSD Group in gasgefährdeten Bereichen tätig. Aber auch deutsche Stahlwerke gehören zu den Kunden. Dort müssen die Fachleute unter anderem ran, wenn Hochöfen zu tauschen sind. "Nicht jeder Stahlbauer hat Erfahrungen in diesen sensiblen Bereichen. Deshalb ist es wichtig, dass Delitzsch und Niesky jetzt ein Gesamtpaket bilden. Das findet man sonst nur in sehr wenigen Unternehmen."

Transfergesellschaft läuft bis Ende Juni

Für die in der Transfergesellschaft verbliebenen Ex-Stahlbau-Angestellten dürfte dies nur bedingt eine gute Nachricht sein. Wer nicht zu den 30 Neueingestellten gehört und auch anderswo bisher keinen Job gefunden hat, hofft natürlich auf ein Angebot der Stahl Technologie Niesky GmbH. "Wir möchten natürlich so viele Leute, die sich in den Werkshallen auskennen, binden wie nur möglich", erklärt Philipp Hänel. Allerdings müssten entsprechende Auftragseingänge dahinterstehen. Die letzten Stahlbauer seien bis Ende Juni in der Transfergesellschaft abgesichert. Bis dahin, hofft der Geschäftsführer, sollte die Situation schon wieder besser aussehen.

Produktionsleiter hat vor Ort das Sagen

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Hänel selbst lenkt die Entwicklung der Firma überwiegend aus der Ferne, aus Delitzsch. Vor Ort ist Frank Sommer zuständig für das operative Geschäft. Der Produktionsleiter des früheren Stahlbaus hat diese Funktion auch jetzt wieder inne und kümmert sich darum, dass die Aufträge qualitäts- und termingerecht abgearbeitet werden.

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