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Traditionsreicher Gasthof sucht neuen Wirt

Das Lokal in Rascha erlebte schon einige Veränderungen. Zuletzt diente es als Secondhand-Laden. Dass er jetzt schon wieder zu ist, sorgt für Gerüchte.

Der Gasthof in Rascha diente zuletzt kurzzeitig als Secondhand-Laden. Jetzt suchen die Eigentümer einen neuen Pächter oder Käufer.
Der Gasthof in Rascha diente zuletzt kurzzeitig als Secondhand-Laden. Jetzt suchen die Eigentümer einen neuen Pächter oder Käufer. © SZ/Uwe Soeder

Rascha. Die großen bunten Banner mit den Aufschriften „Second Hand Shop“ und „Ab 1 €“ hängen noch an der Fassade des Gasthofes in Rascha bei Großpostwitz. Doch die Tür bleibt seit ein paar Tagen verschlossen. Am Eingang klebt ein handgeschriebener Zettel. Er verkündet, dass Restaurant und Wohnung zu verpachten oder zu vermieten sind. „Monatlich 700 Euro“ heißt es wörtlich. Darunter steht: „Oder zu verkaufen. “ Es folgt eine Handynummer.

Erst Anfang des Jahres war im traditionsreichen Gasthaus, das einst „Zum Drohmberg“ hieß und bis Mitte der 80er- Jahre Feierfreudige und Tanzbegeisterte aus der ganzen Region anzog, ein Secondhand-Laden eröffnet worden. Von Andriano Balulescu. Er ist der Sohn von Johan und Lucica Balulescu, denen nicht nur dieses Gebäude gehört. Bekannt in der Gegend sind sie als Besitzer und Betreiber des Gasthauses Oberschmiede in Sohland. Vor rund dreieinhalb Jahren hatte die Familie mit italienisch-kroatischen Wurzeln, die zuvor ein Restaurant in Wien betrieb, das traditionsreiche Gasthaus übernommen, renoviert, darin eine Wohnung bezogen und eine italienische Gaststätte eröffnet. 

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2017 übernahm sie zusätzlich das Lokal in Rascha vom Vorbesitzer, der darin lange die Pizzeria Tevere betrieben hatte. Die neuen Eigentümer boten im Restaurant erst Essen vom Buffet an, dann Wiener Schnitzel. Später blieb es geschlossen; bis zur Eröffnung des Secondhand-Ladens.

Alles nur Gerüchte?

Dass das Gasthaus jetzt zur Vermietung oder zum Verkauf steht, hat sich schnell herumgesprochen. Schließlich liegt das Gebäude direkt an der B 96, der Hauptverkehrsstraße zwischen Bautzen und dem Oberland. Gerüchte machen die Runde. Sie behaupten, die Wirtsfamilie hätte nicht nur das Objekt in Rascha aufgeben, sondern auch das Gasthaus in Sohland – und die Oberlausitz verlassen.

Doch in der Oberschmiede geht Johan Balulescu selbst ans Telefon. Die Gerüchte weist er mit Nachdruck zurück. „Die Oberschmiede ist unsere Residenz. Da habe ich mein Herz reingesteckt. Ich liebe das Haus“, sagt er. Aus Sohland wegzugehen, stehe nicht zur Debatte. „Wir wollen nur den Gasthof in Rascha abgeben“, betont Johan Balulescu. Selbst betreiben könne er ihn nicht, weil er dafür kein Personal habe. 

Das war auch schon der Grund dafür gewesen, dass das Restaurant zuletzt geschlossen blieb, bis Sohn Andriano dort Anfang dieses Jahres etwas Neues versuchte. Er bot gebrauchte Bekleidung an, die er aus Italien bezog. Dass das Geschäft gut lief, darf bezweifelt werden. Jedenfalls ist der Mittdreißiger jetzt in Österreich, wo die Familie vor ihrem Umzug in die Oberlausitz lebte. Johan und Lucica Balulescu wollen hier bleiben. Nachdem sie die Oberschmiede zuletzt als Pension führten und im Restaurant einen Abhol- und Lieferservice anboten, beenden sie den Gaststättenbetrieb jetzt. 

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Zudem werden die Räume im Obergeschoss künftig nicht mehr an Urlauber und Reisende, sondern als Wohnungen vermietet, der Saal für private Feiern. „Und ganz oben im Haus wohnen wir“, betont Johan Balulescu. Für den Gasthof in Rascha hofft er auf einen Pächter.

Zu wünschen ist, dass das Gasthaus nicht ungenutzt bleibt. Schließlich hat es eine gute Tradition. Sogar die Puhdys, Karat, Veronika Fischer und viele andere spielten einst im dortigen Saal, bis er wegen baulicher Probleme gesperrt wurde.

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