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Kretschmer: Es ist "abwegig", nie wieder mit Russland wirtschaftlich zu kooperieren

Der sächsische Regierungschef Michael Kretschmer bekräftigt seine Position zu Russland. In einem Interview fordert er erneut das "Einfrieren" des Krieges in der Ukraine.

Von Thilo Alexe
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Regierungschef Kretschmer spricht sich gegen eine dauerhafte Isolation Russlands aus
Regierungschef Kretschmer spricht sich gegen eine dauerhafte Isolation Russlands aus © Sebastian Schultz

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat seine Forderungen nach einer diplomatischen Lösung für den Krieg in der Ukraine bekräftigt und setzt dabei weiter auf Beziehungen zu Russland. „Ich jedenfalls halte die Vorstellung, Russland dauerhaft zu isolieren oder nie wieder wirtschaftlich zu kooperieren für abwegig und gefährlich“, sagte er in einem Interview mit der Zeit.

Kretschmer fügte hinzu: "Ein Russland, das nach China orientiert ist und keine Verflechtungen nach Europa hat, ist für uns viel gefährlicher." Die Menschen hätten in den vergangenen Jahrzehnten so viel Verbindendes aufbauen können, Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft hätten zusammengearbeitet.

Michael Kretschmer: "Ich bin in Sorge um unser gesamtes Wirtschaftssystem"

Auf die Frage, wie mehrheitsfähig seine Position – diplomatische Lösung und Verzicht auf Lieferung schwerer Waffen in die Ukraine – in der CDU sei, antwortete der Vizeparteichef: "Niemand möchte gerne Krieg führen." Er sei kein Militärexperte, sehe aber, "dass wir auf acht bis zehn Prozent Inflation zulaufen". Kretschmer betonte: "Ich bin in allergrößter Sorge um unser gesamtes Wirtschaftssystem und um den gesellschaftlichen Zusammenhalt im Land."

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Der Ministerpräsident warb zudem für seinen energiepolitischen Kurs. Unlängst hatte er die Bundesregierung kritisiert und bemängelt, die Energiewende sei gescheitert. Das hatte zu Kritik auch in der sächsischen Kenia-Koalition geführt. Der Zeit sagte der CDU-Politiker nun: "In den kommenden Jahren brauchen wir weiter russisches Gas, sollten die vorhandenen Atomkraftwerke nutzen und den Kohleausstieg wie vereinbart 2038 umsetzen."

Kretschmer plädierte für Pragmatismus im Umgang mit Russland und forderte erneut, der Krieg müsse "eingefroren" werden: "Ein Waffenstillstand beendet das Sterben und schafft die Möglichkeit zu Rohstofflieferungen."