merken
PLUS Riesa

Was sich im Riesaer Tierpark verändern soll

Der Tierbestand hat sich zuletzt noch einmal erweitert. Auch für bauliche Veränderungen gibt es erste Ideen.

Fotogen: Die neuen Zwergotter im Riesaer Tierpark sind alles andere als kamerascheu.
Fotogen: Die neuen Zwergotter im Riesaer Tierpark sind alles andere als kamerascheu. © Sebastian Schultz

Riesa. Allzu lange lässt sich Rina nicht bitten. Aus dem holen Baumstamm hat das Otterweibchen schon die Fische herausgezogen, jetzt knabbert sie auch eine Ecke des Pappkartons an, den Tierparkleiterin Janina Kraemer kurz zuvor ins Gehege gestellt hatte. Dort gibt es noch mehr Futter zu holen. "Beim Fressen ist sie meistens etwas schneller als Tao", erzählt Kraemer.

Die beiden Zwergotter bevölkern seit Kurzem das ehemalige Domizil der Nerze im Riesaer Tierpark, direkt unterhalb des ehemaligen Klosters. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit sind die Tiere mittlerweile draußen - und sie haben das Zeug, zum nächsten Publikumsliebling zu werden. Denn die kleinen Raubtiere sind enorm neugierig. Kommen Besucher ans Gehege, dann stellen sich die beiden auch mal auf die Hinterbeine, um nach Futter zu betteln oder die Zaungäste zu mustern.

Anzeige
Handwerk, das unbezahlbar ist!
Handwerk, das unbezahlbar ist!

Mit "Herz und Hand" heißt eine neue Kampagne im UnbezahlbarLand. Sie erklärt genau, warum Handwerker Motor und Rückgrat einer ganzen Region sind.

Stärker bedroht als der große Verwandte

"Momentan halten sie noch Abstand, wenn man zur Fütterung ins Gehege kommt", sagt Janina Kraemer. Allzu lange wird es aber wohl nicht mehr dauern, ehe sie auch diesen Respekt ablegen. Es könne schon vorkommen, dass das Duo die Schuhe anknabbert. "Sie sind ziemlich verfressen, da müssen wir aufpassen." Schließlich eignet sich nicht alles zum Otterfutter.

Anders als der auch in Deutschland heimische Fischotter stehen bei den deutlich kleineren Zwergen weniger Fische, sondern eher Krusten- und Weichtiere auf dem Speiseplan: Muscheln, Schnecken, Krebse. Weil sie auch vor Krabbenfarmen nicht halt machen, sind sie in ihrer asiatischen Heimat nicht allzu gern gesehen. Ob Fisch- oder Zwergotter: Fischer sehen in beiden des Öfteren Konkurrenten. Entsprechend wird der Zwergotter auch bejagt; er ist sogar stärker bedroht als der doppelt so große europäische Verwandte. "Vor allem, weil der Lebensraum knapp wird", erklärt die Tierparkleiterin.

Zwergotter sind anders als die größere Verwandtschaft tagaktive und darüber hinaus noch deutlich sozialere Tiere. Es sei kein Problem, sie im Familienverband zu halten. In Riesa hofft man jetzt darauf, dass die beiden in Zukunft auch Jungtiere bekommen. "Wahrscheinlich dauert es noch ein Jahr, bis es klappt", schätzt die Tierpark-Chefin.

Ebenfalls noch nicht lang in Riesa: die Brandt-Steppenwühlmäuse.
Ebenfalls noch nicht lang in Riesa: die Brandt-Steppenwühlmäuse. © Sebastian Schultz
Ein junges Sumpfmeerschweinchen. Wenn für einen "Krähenschutz" gesorgt ist, könnten die Tiere auch in die Freianlage umgesetzt werden.
Ein junges Sumpfmeerschweinchen. Wenn für einen "Krähenschutz" gesorgt ist, könnten die Tiere auch in die Freianlage umgesetzt werden. © Sebastian Schultz

Neben Rina und Tao haben noch einige Nager Einzug in die Anlage am Riesaer Kloster gehalten. In den Terrarien wuseln jetzt Brandt-Steppenwühlmäuse und Zwergmäuse herum. "Man erkennt sehr schön den Unterschied", erklärt Janina Kraemer: "Während die einen fast am Boden leben und einen deutlich verkürzten Schwanz haben, sieht man die anderen oft in den Halmen klettern." Gegenüber gibt es jetzt Sumpfmeerschweinchen. Die könnten sich in Zukunft die Freianlage mit den Landschildkröten teilen. "Dafür müssen wir aber erst eine Lösung gegen die Krähen finden", sagt Janina Kraemer. Die könnten zumindest den jungen Meerschweinchen nämlich durchaus gefährlich werden.

Womöglich könnte schon ein Netz am Himmel gegen fliegende Gefahren helfen. Etwas aufwendigere Bauvorhaben müssen noch im Detail geplant werden. In der ehemaligen Reh-Anlage sollen demnächst Bennett-Kängurus einziehen. Über kurz oder lang könnte man dann auch einen Besucherpfad durchs Gehege führen. Außerdem würde die Tierpark-Chefin gerne die Hausmeerschweinchen und die Minischweine in den unteren Bereich der Anlage umziehen lassen. Dann würde dort gemeinsam mit Eseln, Ziegen und Pferden eine Art Haustierbereich entstehen. Wann das passieren kann, ist aber noch unklar: "Dafür wären erst einmal bauliche Veränderungen nötig."

  • Der Tierpark sucht weitere Tierpaten - auch für die beiden Zwergotter Rina und Tao. Kontakt unter Tel. 03525 732089 oder per E-Mail an [email protected]

Mehr zum Thema Riesa