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So lief der Start für Riesas Innenstadtmanagerin

Im Juli hatte Anja Dietel ihre Arbeit aufgenommen. Einige Ideen von Anwohnern konnte sie schon sammeln - und startet nun die erste Aktion.

Anja Dietel zeigt vor ihrem Kontaktbüro die Flyer für die Aktion "Innenstadtdetektive".
Anja Dietel zeigt vor ihrem Kontaktbüro die Flyer für die Aktion "Innenstadtdetektive". © Sebastian Schultz

Riesa. Die Tür zu Anja Dietels Arbeitsplatz steht im Grunde immer offen. Ein paar Schritte durch den Eingang, schon befindet man sich direkt vorm Schreibtisch der Innenstadtmanagerin. Daneben gibt es ein paar Tische und Stühle, um nicht über den Bildschirm hinweg ins Gespräch kommen zu müssen.

Anfang Juli hatte die Strehlaerin ihre Arbeit an der Hauptstraße offiziell aufgenommen. Die ersten Wochen waren vor allem Einarbeitungszeit, erklärt sie. "Ich habe viele Gespräche geführt: mit Institutionen und Organisationen, in- und außerhalb der Verwaltung - querbeet, eigentlich."

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An der Wand hinter dem kleinen Tisch hängt eine Karte des Riesaer Stadtgebiets, auf der anderen Seite des Raums zeigt eine zweite Karte jenen Innenstadtbereich, für den Anja Dietel zuständig ist: Das Fördergebiet "Lebendige Zentren" (LZP) reicht entlang der Elbe etwa vom Mercure-Hotel bis zum Stadtpark, umfasst außerdem den Bereich rund um Hauptstraße und Rathausplatz, große Teile der Goethestraße und den Puschkinplatz.

Auf Klebezetteln hat Anja Dietel Themen notiert, die die Besucher im Innenstadtbüro dagelassen haben: Trinkwasserspender für die Hauptstraße, Pop-up-Stores, Begrünung - um nur einige zu nennen. "Die Leute kommen mit konkreten Vorstellungen zu mir", sagt sie. Auch Ideen fürs Grubestadion oder die Gärten in Merzdorf habe sie sich schon angehört - auch wenn das streng genommen nicht ihr Einflussgebiet ist. Aber sie könne diese Themen zumindest weitergeben. "Ein Punkt, der immer wieder genannt wird, ist der Wunsch nach einem Café." Vor allem, seit das Eiscafé am Zebrastreifen Pausitzer Straße geschlossen hat, fehle so ein Angebot im hinteren Abschnitt der Hauptstraße.

Den frühen Morgen hat Anja Dietel nicht im Büro, sondern auf dem Fahrrad verbracht. Es galt, die Kindergärten in der Stadt abzufahren - um dort für die erste Aktion zu werben, die sie in Riesa stemmen will. "Gemeinsam mit dem Riesaer Riesen haben wir die Idee der Riesaer Innenstadtdetektive entwickelt", erklärt sie. Die Idee: Mit einer kleinen Schnitzeljagd sollen sich Kinder ab 16. August in der Innenstadt auf Spurensuche machen können, um einem Doppelgänger des Riesen auf die Schliche zu kommen. Am 5. September, dem Stadtfest-Sonntag, soll die Aktion aufgelöst werden, die Kinder bekommen dann ein Zertifikat als Meisterdetektiv, wenn sie das Rätsel lösen.

"Die Aktion ist ein erstes, niedrigschwelliges Verfahren der Bürgerbeteiligung", erklärt Anja Dietel. Denn auf dem Fragebogen können die Kinder auch mitteilen, was ihnen beim Weg durch die Innenstadt auffällt. Es gehe darum, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie die Riesaer die Hauptstraße wahrnehmen. Ob's funktioniert, müsse sich zeigen, sagt Anja Dietel.

Davon abgesehen, sieht die Innenstadtmanagerin gleich mehrere Schwerpunkte für ihre Arbeit. Da sei zum einen die Radwegverbindung. Jeder Ortsteil sei per Radweg an die Innenstadt angeschlossen. "Das ist erst einmal positiv." Was sich verbessern lasse, seien manchmal die Anschlüsse an größere Straßen - und natürlich die Beschilderung des Elberadwegs, vor allem nahe der B 169. Da sei man gerade auf der Suche nach einer neuen Lösung.

"Die Stadt hat die richtigen Ansätze"

Zweiter Schwerpunkt sind die Areale rund ums Mischfutterwerk sowie an der Gasanstalt, die im Zuge der LZP-Förderung umgestaltet werden sollen. Für Bauanträge sei sie zwar nicht zuständig, sagt Anja Dietel. "Ich bin eher Kommunikator und soll gewisse Weichen stellen." Beim Muskator heißt das etwa, potenzielle Investoren auf das Gebiet aufmerksam zu machen. Keine einfache Sache, sagt die Innenstadtmanagerin selbst.

Drittens will sich Anja Dietel auch des Leerstands entlang der Hauptstraße annehmen - ohne zu viel zu versprechen. Leer stehende Geschäfte werde es immer geben, aber einiges lasse sich trotzdem besser angehen. Herausfordernd sei vor allem die Eigentümerstruktur, erklärt sie. Ziel sei es, dass einzelne Geschäfte auch zueinander passen, sich ergänzen, statt direkt zu konkurrieren. Das ist schwerer, wenn jede Ladenzeile einem anderen Eigentümer gehört. "Da weiß nicht jeder, was der Nachbar macht." Für den Anfang würde sich die Innenstadtmanagerin ein weiteres Angebot im weniger belebten Teil des Boulevards wünschen, das Besucher anzieht. Das könnte etwa ein Café sein. "Hier müssen wir eine Strategie entwickeln. Die Stadt hat da schon die richtigen Ansätze, zuletzt etwa mit den Funkelfenstern. Es heißt nur: machen - und permanent dranbleiben."

  • Die Ferienaktion „Innenstadtdetektive“ läuft vom 16. August bis 3. September. Kinder, die mitmachen wollen, können die Hinweise im Kontaktbüro in der Hauptstraße 37 abholen.
  • Die Auflösung gibt‘s am Sonntag, 5. September, um 15 Uhr beim Stadtfest.
  • Kontakt zum Innenstadtmanagement: Tel. 03525 6570338 und [email protected]

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