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Wird Riesas neues Hafenterminal zu hell?

Bislang waren Lärm und Lkw-Verkehr Themen, wenn es um den Neubau ging. Doch auch die Beleuchtung muss beachtet werden, sagen die Paten der Nacht.

Südlich des Hafenbeckens will die SBO ein neues Terminal errichten. Kritiker fürchten mehr Verkehr, Lärm- und Lichtbelastung.
Südlich des Hafenbeckens will die SBO ein neues Terminal errichten. Kritiker fürchten mehr Verkehr, Lärm- und Lichtbelastung. © Lutz Weidler

Riesa. Wann das neue KV-Terminal am Riesaer Hafen kommt, steht noch in den Sternen. Zum wiederholten Mal hatten Anwohner und Verbände Gelegenheit, zum Vorhaben der Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe (SBO) Stellung zu beziehen. Momentan hat das Unternehmen Gelegenheit, sich zu den Einwendungen zu äußern. In denen taucht nun ein Thema auf, das in der Debatte um den Neubau auf dem Hafengelände bislang keine größere Rolle gespielt hat.

Bisher hatten sich Kritiker des Vorhabens vor allem auf den Lärmschutz und die Folgen des zu erwartenden höheren Lkw-Aufkommens konzentriert. Die bleiben auch Thema, sagt Jan Niederleig vom BUND in Riesa. Doch nun haben die Naturschützer und der Bürgerverein Riesa 2018 offenbar auch das Thema Beleuchtung für sich entdeckt - und dazu die Paten der Nacht ins Boot geholt. Die Initiative sei um Beratung gebeten worden, sagt deren Riesaer Mitglied Sven Schöne - und stellt fest: "Durch die geplante nächtliche Nutzung des Hafens wird mit einer erhöhten Lichtbelastung für die Anwohner und die Umwelt gerechnet."

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Kleinere Masten gefordert

Schöne verweist darauf, dass mit dem neuen KV-Terminal auch der Nachtbetrieb im Hafen zunehmen könnte. "Bisher war das Hafengelände zwischen Hafenbrücke und Schlossbrücke nachts nicht beleuchtet. Zukünftig ist der Einsatz von bis zu 26 Beleuchtungsmasten mit Höhen bis zu 37 Metern geplant." Damit sei sowohl für Anwohner als auch für die Natur eine zusätzliche hohe Lichtbelastung zu erwarten, fürchtet Schöne.

"Es ist zwar gut für die Riesaer Wirtschaft, wenn der Hafen erweitert wird, aber dadurch, dass der Hafen mitten in einem Wohngebiet liegt, muss der Betreiber alles dafür unternehmen, die Belastung für Anwohner und Umwelt so gering wie möglich zu halten." Schon die jetzige Hafenbeleuchtung strahle weit über die das Hafen-Areal hinaus - wenn auch schwach, wie er einräumt. "Betroffene Bereiche sind zurzeit Mühlweg und Paul-Greifzu-Straße. "Jeder Lichtstrahl, der über das Hafengelände hinausstrahlt, muss bezahlt werden und stört die Anwohner und Umwelt."

Die Paten der Nacht empfehlen laut Sven Schöne eine Reihe von Maßnahmen, um zumindest die Nachbarschaft beim Nachtbetrieb nicht weiter zu beeinträchtigen. Das beginne bei der Positionierung der Masten, die im Idealfall an der Außengrenze positioniert werden sollten, um dann nach innen zu strahlen. Auch die Höhe der Masten sollte noch einmal geprüft werden, so die Initiative. "Je niedriger die Lichtpunkthöhe ist, desto gezielter kann man die Nutzfläche ausleuchten und Streulicht vermeiden." Sven Schöne empfiehlt: "Lieber mehrere, niedrige, dunklere Lichtquellen, statt wenige, hohe, helle Lichtquellen."

Außerdem würden er und seine Mitstreiter sich eine intelligente Steuerung des Lichts wünschen, die in Teilen des Hafens das Licht dimmt, wenn dort nicht gearbeitet wird. Es sei schließlich fraglich, ob in jeder Nacht der komplette Hafenbereich ausgelastet sei. Vergleichsweise leicht umsetzbar dürfte der Wunsch der Initiative sein, möglichst warmweißes Licht einzusetzen. Das sei besser für die Umwelt.

Hafenbetreiber hat das Thema auf dem Schirm

Der Hafenbetreiber selbst sieht sich bei dem Thema gut aufgestellt. SBO-Geschäftsführer Heiko Loroff erklärt, man habe sich damit intensiv befasst. "Es ist von Anfang an unser Ziel gewesen, nicht mehr Emissionen und Immissionen zu erzeugen als notwendig, und vor allem gegenüber dem jetzigen Terminalbetrieb deutlich einzusparen und die Umgebungsbelastungen somit erheblich zu senken. Da ist Licht nur ein Faktor."

SBO-Geschäftsführer Heiko Loroff.
SBO-Geschäftsführer Heiko Loroff. © Sebastian Schultz

Es seien natürlich bestimmte Regeln zu beachten - etwa die Arbeitsplatzverordnung, und die nötige Notbeleuchtung. Aber es werde mitnichten so sein, dass das Areal taghell ausgeleuchtet werden muss. Die SBO habe schon vor einiger Zeit am Projekt "Green Efforts" teilgenommen, das CO2-Einsparungen an Häfen zum Ziel hat. Für den Riesaer Hafen sei es da auch um ein Konzept gegangen, um die Lichtstreuung zu reduzieren.

Wie es nun in der schon seit Jahren laufenden Debatte um den Hafen weitergeht, ist noch offen. Momentan arbeitet die SBO daran, auf die "sehr ausführlichen" Einwendungen der Verbände einzugehen. Ob es dann noch einmal eine Anhörung oder direkt eine Entscheidung der Landesdirektion gibt, ist offen.

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