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Nach Treffen mit Alice Weidel: Kritik an Sachsenmilch-Milliardär Theo Müller

Müllermilch-Eigner Theo Müller hat sich mit AfD-Chefin Alice Weidel getroffen. Für die Linke ist damit klar: Kretschmer hätte ihm nie den Verdienstorden überreichen dürfen.

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Ende August 2021 verlieh Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer den Verdienstorden des Freistaats an Molkerei-Milliardär Theo Müller.
Ende August 2021 verlieh Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer den Verdienstorden des Freistaats an Molkerei-Milliardär Theo Müller. © SZ-Archiv: Pawel Sosnowski

Dresden. Die Linksfraktion im sächsischen Landtag hat erneut die Verleihung des sächsischen Verdienstordens an den Molkerei-Milliardär Theo Müller kritisiert. Anlass sind dessen Aussagen zu einem Treffen mit AfD-Chefin Alice Weidel.

Der Müller-Milch-Gründer hatte zuvor dem Handelsblatt bestätigt, sich mit der AfD-Spitzenpolitikerin Alice Weidel privat in einem Nobelrestaurant im französischen Cannes getroffen zu haben und gesagt, er habe bei diesem Gespräch "nicht den geringsten Anhaltspunkt" für NS-Ideologie entdecken können.

Linken-Fraktionschef Rico Gebhardt sagte dazu am Freitag, es sei das erklärte Ziel der AfD, die CDU zu zerstören. "Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Müller mit seinen Kontakten in die Rechtsaußen-Partei andere Zwecke verfolgt, als diese zu unterstützen." Kretschmer habe sich "wirklich einen feinen Preisträger ausgesucht". Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte Müller 2021 mit seinem Recht auf Initiativverleihungen den Müller-Milch-Boss für den Orden selbst ausgesucht und war zur Übergabe extra nach Zürich gereist.

Müller und Weidel leben beide in der Schweiz

Das sei ein Fehler gewesen, betonte Gebhardt, eine "untertänige Gefälligkeitsehrung". Kretschmer habe damit den Freistaat blamiert und "nicht nur jene Beschäftigte verhöhnt, die unter kritikwürdigen Bedingungen Müllers Wohlstand erarbeiten". Beim Müllermilch-Ableger Sachsenmilch wird nach Angaben der Gewerkschaft NGG deutlich unter dem Tarif-Ost gezahlt.

Müller war von Kretschmer geehrt worden unter anderem wegen der "Schaffung von Tausenden von Arbeitsplätzen im Landkreis Bautzen", aber auch wegen des seines Engagements "für die sächsische Blasmusik".

Um der Erbschaftssteuer zu entgehen, war Müller 2003 vom schwäbischen Aretsried in die Schweiz gezogen. Er lebt dort in Erlenbach am Zürichsee, an der sogenannten Goldküste. AfD-Bundessprecherin Alice Weidel lebt ebenfalls in der Schweiz, gemeinsam mit ihrer Lebenspartnerin in Einsiedeln im Kanton Schwyz.