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Kretschmer kommt in den Nationalpark

Der Ministerpräsident hat die Einladung aus der Sächsischen Schweiz angenommen. Diese Woche gibt es einen Ortstermin zu den versperrten Wegen.

Michael Kretschmer (re.) bei einem früheren Besuch mit dem damaligen Nationalparkchef Dietrich Butter. Inzwischen ist Nachfolger Ulf Zimmermann im Amt.
Michael Kretschmer (re.) bei einem früheren Besuch mit dem damaligen Nationalparkchef Dietrich Butter. Inzwischen ist Nachfolger Ulf Zimmermann im Amt. © Archivfoto: Daniel Förster

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) wird sich noch in dieser Woche selbst ein Bild von der Situation um blockierte und bedrohte Wanderwege in der Sächsischen Schweiz machen. Das bestätigen die Staatskanzlei sowie das Landratsamt Pirna. Landrat Michael Geisler (CDU), sieben Bürgermeister der Region sowie der Tourismusverband Sächsische Schweiz und der Sächsische Bergsteigerbund hatten sich zuvor in einem Brief an Kretschmer gewandt. Sie fürchten um die Zukunft des Elbsandsteingebirges als Tourismusregion.

Nachdem es laut Darstellung der Unterzeichner zunächst keine direkte Reaktion auf den Brief gegeben habe, machten sie vergangene Woche erneut öffentlich Druck und luden Kretschmer zu einem Ortstermin in den Nationalpark Sächsische Schweiz ein. Der soll nun am Donnerstag stattfinden.

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Konkret geht es um Wanderwege in der Hinteren Sächsischen Schweiz, die infolge des massiven Borkenkäferbefalls der vergangenen zwei Jahre von umgestürzten Bäumen blockiert sind. Aktuell listet der Nationalpark rund 20 Wege als unpassierbar auf. Sie machen etwa 30 Kilometer von insgesamt 400 Kilometern Wanderwegenetz innerhalb des Schutzgebiets aus.

Bürgermeister sehen Tourismus in Gefahr

Experten gehen aber davon aus, dass die Zahl der versperrten Wege weiter steigen wird, da der Fichtenbestand flächendeckend abgestorben ist. Der Sächsische Bergsteigerbund fordert deshalb, dass der Nationalpark vorsorglich entlang der Wege tote Fichten fällen sollte. Andernfalls würden diese Wege auf Jahre hinaus unbegehbar werden. Dies wiederum bedroht aus Sicht von Landrat und Bürgermeistern den Tourismus in der Region.

Der Nationalpark hatte bislang auf den Naturschutz und die Arbeitssicherheit verwiesen. Zwar könnten umgestürzte oder direkt am Weg stehende bruchgefährdete Bäume weggesägt werden. Das vorsorgliche Freischneiden von Korridoren, um die Wege dauerhaft offen zu halten, sei jedoch ohne vorherige Genehmigung nicht möglich. Hier greift teils europäisches Naturschutzrecht.

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An den bereits blockierten schmalen Wegen ist ein manueller Eingriff mit der Motorsäge zudem zu gefährlich für Waldarbeiter. Jederzeit können weitere Bäume umbrechen oder Kronenteilen herabstürzen. Entlang der breiteren Rettungswege hat der Nationalpark deshalb Harvester eingesetzt, große Holzerntemaschinen.

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