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Nur wenige Sachsen planen einen Winterurlaub

Umfragen zeigen: Der Ski-Urlaub ist in diesem Jahr in Sachsen eher unbeliebt. Und dass derzeit oft nur die Schneekanone hilft, sieht die Mehrheit kritisch.

Von Fabian Deicke
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Mit Schneekanonen lassen sich Pisten betriebsfähig machen und halten. Auch in Regionen, die nicht mehr so schneesicher sind wie früher.
Mit Schneekanonen lassen sich Pisten betriebsfähig machen und halten. Auch in Regionen, die nicht mehr so schneesicher sind wie früher. © dpa

Dresden. Der Blick in die Wettervorhersage lässt nach einem frühlingshaften Jahresauftakt Herzen von Wintersportlern höher schlagen. Die Wahrscheinlichkeit für Schnee und beschneite Pisten steigt. "Ab Mitte kommender Woche wird es laut Prognose zumindest im Bergland wieder winterlich", sagt Valeri Goldberg, Meteorologe am Institut für Hydrologie und Meteorologie an der TU Dresden, gegenüber Sächsische.de voraus.

Auch der Deutsche Wetterdienst teilt mit: Die Zeichen auf einen Wintereinbruch in Sachsen stehen gut. Man kann also zumindest davon ausgehen, dass vorübergehend die Bedingungen für Skibetrieb auf echtem Schnee gegeben sein werden. Sollten die Temperaturen dann nicht wieder in die Höhe klettern, könnte mit künstlicher Beschneiung das Pistenvergnügen sicher auch länger anhalten.

Doch genau das, so kommt es zumindest in einer repräsentativen Umfrage von Sächsische.de und den Meinungsforschern von Civey heraus, sehen die meisten Menschen in Sachsen eher kritisch. Gefragt danach, ob man es eher richtig oder falsch findet, dass in nicht schneesicheren Ski-Regionen Skipisten mit künstlichem Schnee beschneit werden, sagen Dreiviertel der Sachsen (75 Prozent), es sei "falsch". Nur 14 Prozent sagen "richtig".

Die Umfrage zielt auf "schneesichere" Ski-Regionen ab. Davon gibt es in Sachsen immer weniger. 2019 zeigte das bereits die Studie zur Schneeklimatologie in Sachsen. Demnach soll im Laufe des Jahrhunderts die Häufigkeit für wirtschaftlich rentable und für Wintersporttourismus angemessene Bedingungen in Sachsen abnehmen. Skibetrieb werde wohl irgendwann nur noch auf dem Fichtelberg durchführbar sein.

Künstliche Beschneiung kostet Oberwiesenthal dieses Jahr das Doppelte

Dass ein Winter wie jetzt allerdings auch diese als eigentlich verlässlich mit Schnee versorgte Region um Sachsens höchsten Berg unter Druck setzt, schilderte kürzlich Oberwiesenthals Bürgermeister Jens Benedict im Podcast "Thema in Sachsen" bei Sächsische.de. Der Ort wandele sich deshalb schrittweise zu einer "Ganzjahresdestination".

Zudem rechnet Benedict damit, dass der milde Winter für eine Verdopplung der Kosten beim Betrieb von Schneekanonen führen werde. In einer gewöhnlichen Saison koste die Beschneiung von Pisten in der Region Fichtelberg etwa 280.000 Euro. "Dieses Jahr kalkulieren wir mit rund 650.000 Euro", so Benedict.

Neben viel Wasser, das in Oberwiesenthal aus natürlichen Speichern kommt, braucht man für die Produktion von Kunstschnee sehr viel Strom. Und der ist im Zuge der Energiekrise im Vorjahresvergleich deutlich teurer geworden.

Sachsen planen kaum Winterurlaube

Ein Weg, um unsichere Pistenverhältnisse zu umgehen, ist der in Regionen, wo es aufgrund der Höhenlage demnächst sicher genug davon geben wird. Für die Alpen, zuletzt auch mehr grün als weiß, ist in den kommenden Tagen Schnee angesagt. Ein Winterurlaub würde sich zumindest in dieser Hinsicht lohnen.

Doch wie eine zweite Umfrage von Sächsische.de und Civey zeigt, ist den Sachsen in diesem Jahr kaum nach Winterurlaub zumute. Auf die Frage hin, ob man in diesem Jahr einen Ski-Urlaub plane, sagen nur 6 Prozent der Befragten in Sachsen ja. Die Mehrheit (93 Prozent) will nicht in den Winterurlaub fahren. Gründe gibt es dafür sicher verschiedene, ein wichtiger dürfte aber auch hier die enorme Teuerung infolge von Inflation und Energiekrise sein.

Informationen zu Umfragen mit Civey

Sächsische.de führt regelmäßig in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsunternehmen Civey repräsentative Umfragen durch. Die Befragungen finden ausschließlich online statt. Wie die Umfragen mit Civey genau funktionieren, wird in diesem FAQ-Artikel erklärt.

In diesem Artikel wurden zwei Umfragen ausgewertet, die Sächsische.de in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsunternehmen Civey durchgeführt hat.

  • Für die Umfrage, was man von künstlicher Beschneiung hält, besteht die bundesweite Stichprobe aus 5.018 Teilnehmern, die sächsische aus 380.
  • Für die Umfrage, ob man einen Ski-Ulraub plant, besteht die bundesweite Stichprobe aus 5.011 Teilnehmern, die sächsische aus 371.

Die sächsischen Stichproben wurden jeweils entsprechend der Wahlbevölkerung im Land nach der River-Sampling-Methode gezogen.