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DSC fertigt den alten Rivalen zügig ab

Das Ostduell der Dresdnerinnen gegen Schwerin dauert viel kürzer als gedacht. Eine Volleyballerin ragt dabei heraus.

Dresdens Camilla Weitzel bejubelt den deutlichen Heimerfolg gegen Schwerin. Sie ist mit 14 Zählern punktbeste Volleyballerin.
Dresdens Camilla Weitzel bejubelt den deutlichen Heimerfolg gegen Schwerin. Sie ist mit 14 Zählern punktbeste Volleyballerin. © dpa/Robert Michael

Dresden. Die beiden Ausnahmeteams können es sich offenbar leisten. Mit drei Minuten Verspätung ging der ostdeutsche Volleyball-Klassiker zwischen Dresdner und Schweriner SC am Mittwochabend in der Margon-Arena los. Das Nachholspiel, das am 12. Dezember aufgrund mehrerer Corona-Fälle im SSC-Kader verschoben worden war, geriet danach zu einer überraschend zügigen und mäßig spannenden Partie – im Gegensatz zu vielen anderen umkämpften Duellen in den vergangenen Jahren. Die DSC-Frauen setzten sich gegen den deutschen Rekordmeister sicher mit 3:0 (25:16, 25:22, 25:13) durch. Sie feierten somit den siebenten Liga-Sieg in Serie und den ersten Heimerfolg gegen die Frauen aus Mecklenburg-Vorpommern seit dem 20. Dezember 2017.

Diesen sicher sehr süßen Triumph gegen den großen Rivalen wird der DSC aber richtig einordnen. Für Schwerin war der Auftritt in Sachsen erst der dritte nach sechswöchiger Corona-Zwangspause. Der Substanzverlust im Team von Felix Koslowski war unübersehbar. „Einige Spielerinnen haben körperlich immer noch damit zu tun. Wir waren wie ein Hochgeschwindigkeitszug auf voller Fahrt. Es lief supergut – dann wurden wir auf Null runtergebremst. Ich habe gerade das Gefühl, wir machen wieder eine Art Saisonvorbereitung“, hatte der 35-Jährige, zugleich deutscher Bundestrainer, im Gespräch mit Sächsische.de vor dem Spiel schon mal vorgebaut. Zwei seiner Schützlinge hatte er zur gesundheitlichen Abklärung noch am Montag in die Berliner Charité geschickt.

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Koslowski hatte das derzeitige Leistungsvermögen seiner Mannschaft etwa bei 70 Prozent angesiedelt. Das des DSC dürfte derzeit weit über 90 liegen, wenngleich dessen Trainer Alexander Waibl noch genug Steigerungspotenzial sieht – ungleiche Kräfteverhältnisse also. Am vergangenen Donnerstag war Schwerin gegen Bundesliga-Tabellenführer Stuttgart ebenso chancenlos – ein Beleg dafür, dass sich der DSC und Stuttgart derzeit auf einem Level bewegen.

Die DSC-Frauen feiern den klaren Sieg über den SSC.
Die DSC-Frauen feiern den klaren Sieg über den SSC. © dpa/Robert Michael

Ungeachtet der misslichen Umstände beim Gegner hat der DSC seinerseits auch ein überragendes Spiel abgeliefert – vielleicht das beste und reifste in dieser Saison. „Wir haben konstant in allen Elementen am obersten Limit gespielt, viel mehr können wir derzeit nicht“, sagte Waibl.

Eine, die diese Beinahe-Perfektion am besten verkörpert, ist ausgerechnet Jennifer Janiska, Neuzugang aus Conegliano und in den sechs Jahren zuvor in Schwerin. „Wir waren super selbstbewusst, haben clever gespielt, mit Köpfchen“, sagte die 26-Jährige. Die lange Corona-Auszeit ihres Ex-Klubs spielte ihrer Meinung nach eine untergeordnete Rolle im Ost-Duell. „Scheißegal, wir hatten auch dreieinhalb Wochen frei. Wir können alle trainieren, haben alle Bock. Der Trainer tut das Nötigste, um uns im Training in den Hintern zu treten“, sagte die Außenangreiferin, die zur wertvollsten Spielerin gekürt wurde.

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Ein Extralob verdiente sie sich deshalb von ihrem jetzigen Coach, der sie überraschenderweise nach Dresden lotsen konnte. „Jenni ist für uns in kurzer Zeit zu einer wesentlichen Spielerin geworden, sie setzt auch den Ton in der Kabine mit. Sie bringt diese Galligkeit mit“, sagte Waibl und schwärmte weiter. „Sie war heute bei jedem Ball brutal, sie hat auf einem Niveau gespielt, das war so was von utopisch.“

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