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Warum Dresdens bestes Frauenteam nicht aufsteigt

Die Fußballerinnen des 1. FFC Fortuna Dresden holen sich souverän den Landesligatitel. Den Sprung nach oben soll es aber erst im nächsten Jahr geben.

Von Alexander Hiller
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Die Frauen des 1. FFC Fortuna Dresden werden spätestens 2024 wieder ins Steyer-Stadion ziehen.
Die Frauen des 1. FFC Fortuna Dresden werden spätestens 2024 wieder ins Steyer-Stadion ziehen. © Sven Ellger

Dresden. Der Lohn für den Meistertitel wird mindestens noch ein Jahr aufgeschoben. Die Fußballerinnen des 1. FFC Fortuna Dresden sicherten sich in der Landesliga letztlich souverän mit sechs Punkten Vorsprung den Titel. Auf den nächsten logischen Schritt, den Aufstieg in die Regionalliga Nordost, verzichtet der mithin beste Frauenfußballverein Dresdens jedoch. Noch.

Und das aus nachvollziehbaren Gründen. Einerseits wurde in der Frauen-Landesliga aufgrund der Corona-Pandemie und deren Beschränkungen nur eine einfache Hinrunde gespielt. „Wir haben auch eine Umfrage innerhalb der Mannschaft gemacht: Die Mädels haben die gleiche Meinung wie wir als Trainerteam – der Aufstieg käme jetzt zu früh“, sagt Fortuna-Trainer Steve Maschik. „Wir haben einfach noch nicht über eine ganze Saison unter Beweis gestellt, dass wir die beste Mannschaft der Landesliga sind. Wir hatten ein halbes Jahr de facto Pause – und wissen einfach nicht, wie ein Aufstieg nach einem solchen halben Jahr Pause ausgehen würde. Wir spielen ja erst seit drei Monaten wieder geordnet Fußball“, unterstreicht der Coach. Zudem verzeichnet der Landesliga-Meister fünf Abgänge – alle aus privaten oder beruflichen Gründen.

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Steve Maschik will mit den Fortuna-Fußballerinnen wieder in die drittklassige Regionalliga Nordost hoch. Allerdings noch nicht in diesem Jahr.
Steve Maschik will mit den Fortuna-Fußballerinnen wieder in die drittklassige Regionalliga Nordost hoch. Allerdings noch nicht in diesem Jahr. © Sven Ellger

„Wir wollen zunächst einmal wieder eine gesunde sportliche Basis schaffen. Wir wollen in der Regionalliga konkurrenzfähig sein und nicht gleich mit null Punkten wieder runtergehen“, sagt Maschik. Dessen Mannschaft hat sich ebenso deutlich wie beim Votum gegen einen sofortigen Aufstieg für einen Sprung im kommenden Jahr ausgesprochen. „Wir gehen mit der klaren Zielstellung in die neue Saison.“

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Rein organisatorisch wäre der Aufstieg jetzt auch schon möglich gewesen. „Unser Verein ist im Vergleich zu unserer letzten Regionalligaspielzeit deutlich gesünder aufgestellt“, sagt Maschik. Der 1. FFC Fortuna stieg 2019 mit nur einem Sieg und einem Remis aus 22 Spielen nach zehn Spielzeiten infolge aus der dritthöchsten Spielklasse ab. „Wir haben den Anspruch, die Nummer eins in Dresden zu bleiben – und eine Etage höher zu spielen“, sagt der Fortuna-Trainer. Die Frauen des 1. FFC Fortuna werden künftig wieder im Heinz-Steyer-Stadion spielen – wenn die Arena, die für 37,3 Millionen Euro gerade modernisiert wird, pünktlich im Herbst 2023 fertiggestellt wird. Der Klub bekommt ein Büro und mehrere Unterbringungsmöglichkeiten im neuen Rund. Die Ausweichstätte an der Wurzener Straße, in der Fortuna derzeit spielt, sei nicht drittligatauglich. „Dort müssen wir die Mädels zum Duschen über den Gang schicken“, zeigt Maschik auf.

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