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Die Bilanz der Polizei nach Dynamos Spiel auf Schalke

Bei der Anreise der Dresdner nach Gelsenkirchen kommt es zu einem Zwischenfall, es gibt mehrere Anzeigen. Die Polizei zieht ein positives Fazit.

Auch an der Arena waren bei Dynamos Spiel auf Schalke Polizisten im Einsatz.
Auch an der Arena waren bei Dynamos Spiel auf Schalke Polizisten im Einsatz. © dpa/ David Inderlied

Gelsenkirchen. Die Polizei in Gelsenkirchen zieht ein weitgehend positives Fazit nach dem Top-Spiel in der 2. Fußball-Bundesliga am Samstagabend und bilanziert einen "weitgehend störungsfreien Einsatzverlauf". Vor der 0:3-Niederlage von Dynamo Dresden beim FC Schalke 04 sei es allerdings zu einem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr gekommen, bei dem eine 28 Jahre alte Beamtin leicht verletzt worden ist.

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Laut Pressemitteilung wurde der Fahrer eines schwarzen Mercedes mit Dresdner Kennzeichen in einer Kontrollstelle an der A42 angehalten. Als die Beamten feststellten, dass er keine gültige Fahrerlaubnis hatte, sei er unvermittelt losgefahren. Dabei stürzte die Polizistin und wurde zur Kontrolle in ein Krankenhaus gebracht.

Fünf Ordner im Gästeblock verletzt

Im Stadion wurden zu Beginn der Partie, die als Hochrisikospiel eingestuft worden war, fünf Ordner im Bereich des Gästeblocks verletzt, einer von ihnen kam zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus. Zwei Tatverdächtige wurden in diesem Zusammenhang nach Spielende vorläufig festgenommen.

Außerdem seien fünf Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten wie Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz sowie neun Strafanzeigen, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch gestellt worden. Außerdem wurde eine Schreckschusswaffe inklusive Signalmunition sichergestellt. Eine Person konnte zudem im Zusammenhang mit den Ausschreitungen bei Dynamos Aufstieg am 16. Mai in Dresden identifiziert werden.

Die Polizei bestätigt in ihrer Mitteilung, was Fans bei Twitter bereits am Samstag berichteten: Vier Reisebusse, in denen mutmaßlich die aktive Fanszene mit den Ultras unterwegs war, wurden an einer Raststätte an der A2 kurz vor Gelsenkirchen gestoppt, um die Personalien der Insassen festzustellen. Das habe vier Stunden gedauert, hieß es. Danach wurden die Anhänger mit Shuttle-Bussen direkt zur Arena gebracht, sodass einem von den Sicherheitskräften befürchteten Fanmarsch vorgebeugt wurde. Diesen hatte die Stadt Gelsenkirchen zuvor verboten.

Dynamo-Fans feiern die Mannschaft trotz Niederlage

Grundsätzlich wurde das Ziel erreicht, "eine störungsfreie Anreise zu gewährleisten, damit alle pünktlich vor Anpfiff im Stadion sind". So hatte es SGD-Pressesprecher Ronny Zimmermann angekündigt und betont, Vereine wie alle sicherheitsrelevanten Behörden seien sich darin einig. Kurz vor Anpfiff waren dann wohl tatsächlich alle im Stadion, mit Anpfiff stieg der Stimmungspegel - auf beiden Seiten.

Nach anderthalb Jahren spielte Dynamo wieder vor einer wirklich großen Kulisse: Mit 54.526 Zuschauern ist die Arena auf Schalke offiziell ausverkauft, darunter 4.307 Dynamo-Fans - so viele waren es auswärts seit dem ersten Lockdown im März 2020 nicht mehr. Rund 2.000 Plätze mussten aus Sicherheitsgründen frei bleiben. Dynamo hatte zur Betreuung der eigenen Fanszene zehn Betreuer und 40 Sicherheitskräfte mit nach Gelsenkirchen geschickt.

"Wir wollen gemeinsam ein tolles Fußball-Fest erleben", meinte Pressesprecher Ronny Zimmermann vorab. Und das wurde es und die Mannschaft selbst nach der klaren Niederlage von den Anhängern aufmunternd angefeuert. "Mit Fans ist das wieder ein richtig geniales Gefühl, auch wenn du von den gegnerischen ausgepfiffen wirst", sagte Verteidiger Robin Becker. "Was die Dresdner Fans heute geleistet haben, davor muss ich den Hut ziehen. Das ist nicht selbstverständlich, dass Fans einen nach der 0:3-Niederlage so feiern."

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Auch Stürmer Pascal Sohm war von der Kulisse in der Arena auf Schalke begeistert: "Die Stimmung und das Flair in dem Stadion mit über 50.000 Zuschauern, die blaue Wand war krass, aber auch unsere Fans haben eine Menge Stimmung reingebracht und waren sehr laut. Ich habe noch nie so ein lautes Spiel erlebt."

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