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Dynamo beantragt die Lizenz für zwei Ligen

Die Dresdner stehen wirtschaftlich gut da, aber in der Corona-Krise gibt es viele Unwägbarkeiten - auch in der Planung für die nächste Saison.

Jürgen Wehlend ist seit Januar der kaufmännische Geschäftsführer bei Dynamo. Jetzt hat er sein erstes Zahlenwerk vorgelegt.
Jürgen Wehlend ist seit Januar der kaufmännische Geschäftsführer bei Dynamo. Jetzt hat er sein erstes Zahlenwerk vorgelegt. © SGD/Steffen Kuttner

Dresden. Dynamo plant zweigleisig. Der Verein hat fristgemäß die Lizenzunterlagen für die nächste Saison eingereicht - und zwar sowohl für die dritte als auch für die zweite Liga. Der Aufstieg wäre "ein absoluter Befreiungsschlag", hatte der kaufmännische Geschäftsführer Jürgen Wehlend gesagt. Die derzeitige sportliche Ausgangsposition hilft also möglicherweise wirtschaften.

Genaue Zahlen gibt der Verein öffentlich nicht bekannt, in diesem Jahr ist die Planung angesichts der Unwägbarkeiten in der Corona-Krise ohnehin eine vorläufige. Auch darauf hat Wehlend bereits verwiesen: "Wie belastbar die ist, werden wir erst Sommer sehen, wenn wir wissen: Wie stehen wir in der Pandemie und haben und vor allem wie haben wir diese Saison zu Ende gespielt?" Er gehe allerdings davon aus, dass die Zulassung für beide Ligen "trotz der weiter für die gesamte Gesellschaft und auch uns als Verein außergewöhnlichen Situation rund um die Corona-Pandemie" auch in diesem Jahr "ohne wirtschaftliche Auflagen erteilt wird", erklärt der Geschäftsführer in der Pressemitteilung des Vereins.

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Dynamo steht wirtschaftlich nach wie vor gut da, auch wenn das Eigenkapital schrumpft. Bei der bislang letzten offiziellen Abrechnung zur Mitgliederversammlung im November 2019 wurde es mit mehr als zehn Millionen Euro angegeben. Doch Wehlend hatte bei seinem ersten Kassensturz bereits prognostiziert, dass sich die Einnahme-Verluste unter anderem wegen der Geisterspiele bis zum Ende der laufenden Saison auf 7,85 Millionen Euro summieren könnten. In einzelnen Bereichen wie etwa für Sicherheitskosten sind zwar auch die Ausgaben geringer, das Minus würde aber zwischen vier und fünf Millionen Euro liegen.

Dynamo will keine neuen Schulden machen

"Für dieses und das nächste Jahr sind die Reserven da, um das mutige Ziel, den Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga zu realisieren, aber: Die waren für etwas anderes gedacht, nämlich für Investitionen in die Zukunft des Vereins, die strategisch notwendig sind", betont Wehlend. Dabei will Dynamo keine neuen Schulden machen. "Es ist ein Spagat, den man geht: kurzfristige Notwendigkeit, durch diese Krise zu kommen, ohne Verbindlichkeiten einzugehen wie andere Klubs, die zum Beispiel landesverbürgte Darlehen oder staatliche KfW-Darlehen aufnehmen müssen, was grundsätzlich auch für uns möglich wäre."

Deshalb kündigt der 55 Jahre alte Dresdner, der im Januar aus Osnabrück in seine Heimatstadt zurückgekehrt ist, auch Einschnitte an - unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit. "Ungeachtet dessen, wird Corona so oder so Konsequenzen haben: Es wird ein Maßnahmenpaket mit Einsparungen in allen operativen Bereichen, mit der Streichung von Investitionen und mit erheblichen Kürzungen von strategischen Maßnahmen."

Trainingszentrum mit in der Planung

Auch die Etat-Planung war in mehrerer Hinsicht diesmal eine besondere Herausforderung, zumal die Unterlagen bereits zum 1. März abgegeben werden mussten und damit zwei Wochen eher als in den vergangenen Jahren. Vor allem aber lassen sich die Zahlen, mit denen Dynamo rechnet, nicht mit denen der Vorjahre vergleichen, es mussten verschiedene Planungsszenarien erstellt und auf ihre Plausibilität geprüft werden. Darüber hinaus musste das neue Trainingszentrum in der Hinrunde der laufenden Saison erstmalig im Anlagevermögen der SGD aktiviert werden.

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Den gesamten Prozess hätten die Abteilungen Organisation sowie Finanzen des Vereins erneut als Team und im Zusammenspiel mit dem Steuerbüro Graupner Hünich & Ebermann vorbildlich gemeistert, betont Wehlend. Vom Wirtschaftsprüfer der SGD gab es bereits ein uneingeschränktes Testat für die Planung. Mit einem ersten Bescheid rechnet der Verein Mitte bis Ende April.

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