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Sport

Pechstein-Freund ist Eisschnelllauf-Chef

Die deutschen Eisschnellläufer haben wieder einen Präsidenten. Matthias Große soll den Verband aus der Krise führen. In Dresden kommt der neue Chef gut an.

Matthias Große ist zum Präsidenten der Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) gewählt worden.
Matthias Große ist zum Präsidenten der Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) gewählt worden. © Jörg Carstensen/dpa

Frankfurt/Main. Bis in den frühen Sonntagmorgen feierte Matthias Große beim Griechen „Ariston“ im Herzen Frankfurts seine Wahl zum neuen Präsidenten. Die Eis-Familie tanzte ausgelassen zu fetziger Rockmusik, Sänger Andreas Ost stellte die neue Verbandshymne „Kufenträume“ vor. Einige Stunden zuvor war der Lebensgefährte von Olympiasiegerin Claudia Pechstein mit großer Mehrheit zum neuen Präsidenten der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) gewählt worden. „Es war keine Abstimmung über eine Person, sondern über den neuen Weg der DESG“, sagte Große.

Der Berliner wurde im Anschluss nicht müde zu erwähnen, dass unter ihm schnell mit dem Neuanfang begonnen werde. Er sei der Richtige, weil er Fakten schaffe und für Ordnung sorge. Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, habe ihm gesagt, „bei der DESG ist es nicht fünf vor, sondern fünf nach zwölf“, erzählte Große und meinte: „Es wird Zeit, dass der Uhrmacher geholt wird, um die Uhr richtig zu stellen.“

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Die Eisschnellläuferin Claudia Pechstein und ihr Lebensgefährte Matthias Große im November 2017.
Die Eisschnellläuferin Claudia Pechstein und ihr Lebensgefährte Matthias Große im November 2017. © Jörg Carstensen/dpa

Bereits vor der Wahl seien viele Meinungen gesagt, Standpunkte ausgetauscht und Fragen gestellt worden, berichtet Silvio Schirrmeister, Vorsitzender des Eislaufvereins Dresden, der Großes Kandidatur unterstützte. „Im Saal war eine Aufbruchstimmung zu erkennen. Ich hoffe, dass die Klippen der letzten Monate überwunden werden und die Arbeit den Sport wieder voranbringt und erfolgreich macht“, sagt Schirrmeister. Große, dessen Führungsstil in den vergangenen Wochen nicht bei jedem gut ankam und der andere Personen bedroht haben soll, wollte sich am Tag seiner Wahl nicht mit seinen Kritikern befassen. Er habe ein deutliches Votum erhalten, über 80 Prozent, „und die sind alle nicht bedroht worden, sondern haben das freiwillig gemacht“, bemerkte er.

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Große hat es über einen untypischen Weg an die Verbandsspitze geschafft. Aufgewachsen im brandenburgischen Lübbenau, peilte er zu DDR-Zeiten eine Karriere beim Militär an und ließ sich an der Akademie in Minsk ausbilden. Doch dann fiel die Mauer. Es folgten aufregende Jahre als Türsteher, Toilettenmann, Discobesitzer, ehe er über Pechstein den Zugang zum deutschen Eisschnelllauf-Verband bekam. Heute ist der 52-Jährige Immobilienmakler und hat es sich zur Aufgabe gemacht, den klammen Verband aus der Krise zu holen.Er hat einen neuen Hauptsponsor gefunden, am Donnerstag wird Große die neuen Bundestrainer vorstellen, nachdem er sich vom bisherigen Amtsinhaber Erik Bouwman und von Sportdirektor Matthias Kulik im Streit getrennt hat. Als Vize holte Große sich Gert Oestreich, Schatzmeister im Dresdner Verein, und Harald Löffler aus Oberstdorf ins Präsidium. (sid/mit ald)

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