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Batterie-Förderung für zwei Firmen in Sachsen

Die EU-Kommission genehmigt Milliardenhilfen für das zweite europäische Batterieprojekt. Beteiligt sind auch Skeleton und Liofit.

Die estnische Präsidentin Kersti Kaljulaid besuchte im Juni 2020 die estnisch-deutsche Firma Skeleton in Großröhrsdorf. Das Unternehmen erhalt nun eine Millionenförderung für seine innovativen Ultrakondensatoren.
Die estnische Präsidentin Kersti Kaljulaid besuchte im Juni 2020 die estnisch-deutsche Firma Skeleton in Großröhrsdorf. Das Unternehmen erhalt nun eine Millionenförderung für seine innovativen Ultrakondensatoren. © J. Loesel, loesel-photographie.d

Die EU-Kommission hat am Dienstag zum zweiten Mal Milliardenhilfen für den Aufbau einer europäischen Batteriezellenfertigung genehmigt, um Fortschritte in der Elektromobilität zu erzielen. Damit ist der Weg frei für die Förderung von elf Unternehmen mit Standorten in Deutschland durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und von insgesamt 42 Unternehmen aus zwölf Mitgliedstaaten von ihren jeweiligen Regierungen.

Für das von Deutschland koordinierte Großvorhaben von gemeinsamen europäischen Interesse (IPCEI) stehen nun bis zu 2,9 Milliarden Euro an Fördermitteln bereit. Beteiligt sind auch zwei Unternehmen mit Produktionsstätten im Landkreis Bautzen: die Skeleton Technologies GmbH in Großröhrsdorf und die Liofit GmbH in Kamenz.

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Skeleton plant in Großröhrsdorf den Aufbau einer hochautomatisierten Produktionslinie für neuartige Ultrakondensatoren (UC) sowie den Aufbau einer Fertigung für UC/Batterie-Hybridspeichersysteme. Diese Systeme bieten Vorteile für Batterieanwendungen, in denen häufig kurze, aber intensive Lastspitzen auftreten wie etwa beim Gütertransport, bei Flurförderfahrzeugen oder Hybridfahrzeugen.

Europa will bei Batteriezellproduktion aufholen

Liofit wird einen Recyclingprozess für gebrauchte Fahrradakkus entwickeln, der die kommerzielle Wiederverwendung intakter Komponenten ermöglicht. Die Schwerpunkte des Projektes liegen auf der Optimierung von Zerlegungsmethoden für gebrauchte Akkus, der Weiterentwicklung von Testmethoden für die Batteriezellen und der Entwicklung von umweltgerechten und sicheren Entladeverfahren. Hierbei wird Liofit eng mit der TU Bergakademie Freiberg zusammenarbeiten.

Europa will bei der Batteriezellproduktion aufholen, bisher dominieren in dem Bereich asiatische Konzerne. Schon im Dezember 2019 hatten die EU-Wettbewerbshüter grünes Licht für die milliardenschwere Förderung einer europäischen Batteriezellenfertigung gegeben. „Die Genehmigung ist ein sehr großer Erfolg und schafft die kritische Masse für das Batterie-Ökosystem in Deutschland und Europa“, begrüßte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier die Entscheidung.

Davon profitieren kann auch der US-Elektroautobauer Tesla, der ein Batteriewerk in Brandenburg bauen will. „Mit der Ansiedlung von Tesla werden wir unserem Ziel ein gutes Stück näher kommen, in Europa etwa 30 Prozent der Batteriezellproduktion weltweit zu realisieren“, sagte der Minister. Es sei gelungen, Tesla zu einer „bahnbrechenden Investition“ zu bewegen.

Sachsen wird Teil der Förderung übernehmen

Üblich ist, dass sich die Bundesländer, die durch die Förderung profitieren, an der Finanzierung beteiligen. So wird auch der Freistaat einen Teil der Förderung für Skeleton und Liofit schultern. Der Freistaat – vertreten durch das sächsische Wirtschaftsministerium – wird mit dem Bund eine entsprechende Verwaltungsvereinbarung abschließen. Sie sieht für den Zeitraum 2021 bis 2028 einen Finanzierungsbeitrag des Landes Sachsen von 30 Prozent, maximal jedoch rund 16,3 Millionen Euro, vor.

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Dies ermöglicht für die in der Oberlausitz durchgeführten Projekte eine Gesamtförderung von rund 54,3 Millionen Euro. „Industrielle Wertschöpfung in Sachsen zu erhalten und auszubauen ist ein wichtiges Anliegen des Freistaates“, betont Wirtschaftsminister Martin Dulig. Ein Element einer solchen zukünftigen Wertschöpfung seien Batteriezellen und Batteriesysteme, die auf der Basis eigenen Know-hows im großen Maßstab am Standort Sachsen hergestellt oder recycelt werden können, so Dulig.

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