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Vonovia will Mietern in Energiekosten-Not nicht kündigen

Der Immobilienkonzern Vonovia verdoppelt die monatlichen Abschläge für die Heizkosten seiner Mieter. Das wird für viele zum Problem. Doch gekündigt werden soll keinem, sagt der Vorstandchef.

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Der Wohnungsriese Vonovia will Mieter notfalls kündigen, die über Monate ihren Zahlungsverpflichtungen etwa für die stark gestiegenen Nebenkosten nicht nachkommen.
Der Wohnungsriese Vonovia will Mieter notfalls kündigen, die über Monate ihren Zahlungsverpflichtungen etwa für die stark gestiegenen Nebenkosten nicht nachkommen. © André Schulze (Symbolbild)

Berlin/Bochum. Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia will Mieterinnen und Mietern nicht im Zusammenhang mit hohen Energiekosten kündigen. "Bei uns wird niemand eine Wohnung verlieren, nur weil die Heizkosten nicht gezahlt werden können", zitierte die "Welt" Vorstandschef Rolf Buch.

Man kümmere sich intensiv um einzelne Fälle, in denen Mieter wegen hoher Energiepreise in Schwierigkeiten geraten seien. Notfalls können Vereinbarungen über Ratenzahlungen getroffen werden. Der Konzern helfe auch bei der Suche nach staatlichen Unterstützungsleistungen. "Eine Kündigung wegen hoher Energiekosten werden wir nicht aussprechen."

Angesichts der weiter stark steigenden Energiepreise verdoppelt Vonovia allerdings die monatlichen Abschläge für die Heizkosten seiner Mieter, wie die "Westdeutschen Allgemeine Zeitung" berichtete. Eine Konzernsprecherin sagte dazu am Dienstag auf dpa-Anfrage, das werde nicht sofort für alle 490.000 Wohnungen greifen, sondern nach und nach umgesetzt.

Kündigung nur für Mieter, die nicht mit sich reden lassen

Zunächst habe man den Mieterinnen und Mietern frühzeitig geraten, selbst die monatlichen Abschläge zu erhöhen, um Vorsorge zu treffen vor zu erwartenden hohen Nachzahlungen. Zudem habe man über Möglichkeiten des Energiesparens informiert. "Wir sehen aber, dass wir noch mehr Vorsorge treffen müssen und sind nun einen Schritt weiter gegangen", sagte die Sprecherin. Auch andere Unternehmen hätten die Monatsabschläge erhöht.

Noch am Dienstagmittag hieß es, Vonovia wolle Mieter notfalls kündigen, die über Monate ihren Zahlungsverpflichtungen etwa für die stark gestiegenen Nebenkosten nicht nachkommen. „Letzter Ausweg: Versendung der Räumungsaufforderung“, heißt es in Dokumenten zu einem Investorentag, die Vonovia am Dienstag vorlegte.

Vonovia-Chef Rolf Buch betonte indes, dass Mieter, die im Falle einer finanziellen Schieflage auf den Konzern zugehen, in ihren Wohnungen bleiben könnten. „Wenn ein Mieter Probleme hat und mit uns in Kontakt tritt, finden wir eine Lösung“, sagte Buch Reuters. „Er wird nicht gekündigt“, versprach der Vonovia-Chef. „Nur bei Mietern, die absolut nicht mit uns reden wollen, sieht es anders aus.“

Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) hatte kürzlich angekündigt, sie wollen Mieter angesichts der rasant steigenden Strom- und Heizkosten besser vor Kündigungen ihrer Verträge wegen Zahlungsrückständen schützen. Niemand solle wegen krisenbedingter Zahlungsprobleme seine Wohnung verlieren, hatte auch der Präsident des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), Axel Gedaschko, gesagt. (dpa/SZ)